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Analyse des Sieges in Mainz: Die Eintracht marschiert in die richtige Richtung

Analyse des Sieges in Mainz: Die Eintracht marschiert in die richtige Richtung

Nach dem ersten Saisonsieg in Mainz atmen Spieler wie Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt erleichtert auf. Wichtig vor allem: Das Team hält sich an den Trainer-Plan, der ein guter ist. Die wichtigsten Aspekte in der Analyse.



Trainer Adi Hütter jubelt nach Spielschluss mit den Eintracht-Fans.
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Der zweite Bundesliga-Sieg in Mainz überhaupt, der erste Saisonsieg, der erste Dreier seit April, die große Erleichterung: Allein die Fakten zeigen auf, wie wichtig das 3:1 von Eintracht Frankfurt am Samstag beim FSV Mainz 05 war. Doch es gibt weitere Rückschlüsse – die Analyse in fünf Punkten.

1. Gute Reaktion unter Druck

Um den heißen Brei redeten die Frankfurter nicht herum. Viel Druck sei auf dem Kessel gewesen, so Sportvorstand Markus Krösche. Und der Sieg im Nachbarschaftsduell daher „extrem wichtig“, wie Torjäger Jonathan Burkardt ergänzte. Der Druck, das sei festgehalten, kam dabei ja nicht nur von außen. Sondern auch intern rauchte es nach dem enttäuschenden 1:4 gegen den FC Augsburg gewaltig. Die Reaktion der Eintracht aber fiel gut aus, sogar sehr gut.

Im ungeliebten Mainz präsentierte sich die Mannschaft als Einheit, arbeiteten alle nach hinten und weniger als sonst nach vorne (siehe Punkt zwei). Der Plan ging auf. „Wir haben einen wirklich guten Trainer und eine wirklich gute Mannschaft mit Top-Charakteren“, sagte Burkardt, die Basis sei daher vorhanden. „Es braucht nicht viel, dass es in die richtige Richtung läuft.“

In die falsche Richtung hätte es in Mainz freilich kurz vor der Pause laufen können, als die Hessen ihre schwächste Phase erlebten, der parierte Elfmeter von Noah Atubolu samt bald folgendem 2:0 als „Knackpunkte“ (Trainer Adi Hütter) interpretiert werden sollten. Es ging gut, und die Eintracht tat ihr Übriges dazu mit einer konzentrierten Leistung in beiden Halbzeiten. „Ein starkes Statement der Mannschaft“, so Hütter.

2. Gelungene System-Umstellung

Die Voraussetzungen für den Erfolg in Mainz legte Trainer Hütter bereits vor dem Spiel. Die Umstellung von einer Vierer- auf eine Dreierabwehrkette, die verbunden war mit der Herausnahme einer Offensivkraft, ging auf. Der oft so wacklige Innenverteidiger Robin Koch wackelte als Libero nur einmal bei einem Rückpass. Lilian Brassier brachte es auf eine starke Quote von 87 Prozent gewonnener Zweikämpfe und ist vom Fleck weg ein Stabilisator. Jeremiaha Maluze, der Grünschnabel hinten drin, spielte erneut abgezockt. Dazu war es den Flügelläufern Keita Kosugi und Elias Baum anzumerken, dass ihnen die zusätzliche Absicherung im Rücken zu mehr Sicherheit verhalf.

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||Jan Ebling

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3. Veränderte Schaltzentrale

Sicherheit – ein Stichwort, das auch die Mittelfeldzentrale geben soll, in den vergangenen Jahren aber viel zu selten gab. In Mainz probierte es die Eintracht nun erstmals mit dem Duo Raphael Onyedika und Noel Aseko. Während Onyedika auch aufgrund seines unnötigen Fouls zum Strafstoß ein durchwachsenes Spiel lieferte, zeigte vor allem Aseko, warum er der Eintracht im Sommer rund zwölf Millionen Euro wert war. Der Neuzugang, gekommen vom FC Bayern, gereift bei Hannover 96, forderte die Bälle, suchte Lücken und belief sie immer wieder. „Ein ordentliches Spiel“, untertrieb es Sportchef Krösche mit Blick auf den 20-Jährigen.

Freilich: Im Spielverlauf schwand die Kraft des Achters doch recht schnell, ebenso übrigens wie bei Baum und Kosugi. Im Falle von Aseko, der in der Vorbereitung mit Knieproblemen lange ausgefallen war, liegt die Erklärung auf der Hand. Für ihn kam Mario Götze ins Spiel, der wie auch Timothy Chandler unter Hütter eine wesentlich größere Rolle spielt als in der vergangenen Runde. Götze war schnell auch am Highlight des Tages beteiligt, dem herrlich herausgespielten 3:0 von Uzun – da hüpfte selbst der sonst so reservierte Adi Hütter an der Seitenlinie in bester Jürgen-Klopp-Manier jubelnd herum.

  

4. Weniger Angreifer, mehr Freiräume

Beim im Stadion anwesenden Bundestrainer betrieb insbesondere Burkardt reichlich Eigenwerbung. Der Angreifer erzielte nicht nur seinen zweiten Ligatreffer, sondern war immer auf Achse. Burkardt hat seine starke Vorbereitungsform konserviert. Die Rückkehr ins DFB-Team unter Klopp scheint nicht in allzu weiter Ferne zu sein. Getoppt wurde er lediglich von Doppeltorschütze Uzun, der wie Ritsu Doan bei Ballgewinnen immer wieder schnell umschaltete und damit die Mainzer Hintermannschaft vor Probleme stellte.

Die externe Kritik über die zu oft ausbleibende Rückwärtsbewegung von Uzun kritisierte der türkische Nationalspieler seinerseits. Nach nur zwei Spielen sei dies unfair, so Uzun im TV-Interview. „Ich arbeite nach hinten und gebe mein Bestes.“ Hilfreich dürfte künftig sein, dass die neue Systematik den Spielmachern Uzun und Doan etwas mehr Freiräume für weniger Defensivfleiß lässt, verteidigt doch ein zusätzlicher Profi ohnehin hinter ihnen.

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||Jan Ebling

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5. Das Systemopfer

Systemopfer, auch wenn dies hart klingen mag, könnte daher vorerst Younes Ebnoutalib sein. Ausgerechnet Younes Ebnoutalib, möchte man anfügen, schließlich startete der gebürtige Frankfurter doch sehr überzeugend in die Saison. Auch die Doppelspitze mit Burkardt schien eine zukunftsträchtige.

Nun ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass Coach Hütter mittel- oder langfristig noch einmal zu ihr zurückkehrt. Kurzfristig aber dürfte die aktuelle Formation mit nur einer Spitze die erste Wahl bleiben, zumal es kommendes Wochenende gegen das derzeit faktisch beste Team der Liga geht: Tabellenführer SC Freiburg ist zu Gast im Waldstadion.

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Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/analyse-des-sieges-in-mainz-die-eintracht-marschiert-in-die-richtige-richtung-v1,eintracht-mainz-lehren-100.html

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