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Darmstadt 98: Das Prinzip des reinigenden Gewitters

Darmstadt 98: Das Prinzip des reinigenden Gewitters

Die schwierigen Situationen aus dem September 2024 und 2026 ähneln sich bei Darmstadt 98. Aus Sicht von Lilien-Kapitän Marcel Schuhen aber sind sie dennoch nicht vergleichbar.



Lilien-Torwart Marcel Schuhen ist bisher nicht zufrieden.
Bild © IMAGO


Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, da platzte Marcel Schuhen der Kragen, legte der Torhüter von Darmstadt 98 eine Wutrede hin, wie sie wütender kaum hätte sein können. Es solle sich verpissen, wer sich verpissen wolle, sagte er unter anderem. Und überhaupt: Rotze habe jeder gespielt beim 0:4 in Elversberg. Rumms, das hatte gesessen.

24 Monate später ist die sportliche Lage des hessischen Fußball-Zweitligisten eine ähnlich. Vier Ligaspiele, nur ein Punkt, das knappe Weiterkommen im Pokal gegen einen Regionalligisten – damals wie heute identisch. Dazu eine über den Sommer geschleppte Negativserie aus der vergangenen Saison. Doch, so Schuhen diesmal überzeugt: „Damals und heute sind überhaupt nicht vergleichbar.“

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Marcel Schuhen


Marcel Schuhen
Bild © hr


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„Absolut inakzeptabel“

Nach dem 0:3 in Kaiserslautern hatte Florian Kohfeldt seine Mannschaft öffentlich kritisiert. Fehlende Ernsthaftigkeit bemängelte der Lilien-Trainer. Schuhen pflichtete ihm bereits direkt nach Spielschluss im ARD-Interview bei, ebenso wie einige Tage später bei einer Medienrunde in den Katakomben des Stadions am Böllenfalltor. „Grundsätzlich hatte der Trainer jedes Recht, uns zu kritisieren. Wir haben ein Gesicht gezeigt, was er von uns nicht kennt.“ Der Auftritt auf dem Betzenberg sei „absolut inakzeptabel“ gewesen, vor allem habe die so wichtige Energie gefehlt.

Dass die Lage dennoch eine andere als anno 2024 ist, begründete Schuhen in den sonstigen Eindrücken von der Mannschaft. „Wir haben eine ganz klare Spielidee, das macht uns unter Flo so stark.“ Wenn jeder Spieler seine Aufgaben erfülle, dann werde zeitnah Besserung eintreten. „Klare Worte können ja auch manchmal helfen. Es geht darum, dass wir es am Freitag besser machen. Da können wir es ausbügeln“, so Schuhen. Die Lilien setzen auf das Prinzip des reinigenden Gewitters.

Gegen Bielefeld sollte ein Dreier her

Am Freitag (18.30 Uhr) ist Arminia Bielefeld in Darmstadt zu Gast. Ein Heimsieg, der erste Ligasieg seit März, ist dann zwingend angeraten, soll die Situation im Tabellenkeller nicht früh in der Runde bereits sehr ungemütlich werden. Eine Trainerdebatte, ganz im Gegensatz zu 2024, als die Pleite in Elversberg auch das Ende von Torsten Lieberknecht bedeutete, gibt es aktuell nicht. Die eigenen Regeln des Fußballgeschäfts schließen bei weiteren Fehlschlägen noch größere Unruhe freilich nie aus.

„Die Lage ist erstmal schwierig“, redet Kapitän Schuhen gar nicht erst um den heißen Brei herum, will aber auch nicht alles schlechtgemacht wissen. Denn: „Mein Gefühl für die Mannschaft ist weiterhin gut. Ich werde mich auch weiterhin vor sie stellen.“ Es gehe schlicht darum, Punkte einzufahren und damit die Lage zu beruhigen. Dafür sei es wichtig, sich auf die eigenen Prinzipien und Spielideen zu besinnen, und „nicht irgendwelche wilden Dinge“ zu probieren. Den Hacke-Spitze-Eins-Zwei-Drei-Ansatz kritisierte schon Kohfeldt in Kaiserslautern.

Team will „in Vorleistung treten“

Dass die Lilien-Fans, die ihre Lieblinge auf dem Betze nach dem Abpfiff mit klarer Gestik schnell zurück in die Kabine schickten, dann auch wieder voll hinter dem Team stehen werden, daran besteht für Schuhen gar kein Zweifel. Sein Ansatz: „Manchmal muss eine Mannschaft in Vorleistung treten, manchmal die Fans – diesmal aber sind wir dran.“

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/darmstadt-98/darmstadt-98-das-prinzip-des-reinigenden-gewitters-v1,darmstadt-schuhen-112.html

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