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Darmstadt 98 in Wolfsburg: Der Mut ist zurück

Darmstadt 98 in Wolfsburg: Der Mut ist zurück

Sportlich gibt es in der 2. Liga wohl keine schwerere Aufgabe als ein Auswärtsspiel bei der vermeintlichen Übermannschaft aus Wolfsburg. Doch nach dem Sieg gegen Bielefeld ist der Mut zurückgekehrt zu den Lilien, Trainer Florian Kohfeldt wittert seine Chance.


Florian Kohfeldt ist heiß auf die nächsten drei Punkte.
Bild © IMAGO / STEINSIEK.CH


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00:28 Min.
||Simon Schäfer

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Der Druck liegt beim Gegner. Ein Satz, den man in Darmstadt angesichts des miserablen Saisonstarts schon eine Weile nicht mehr gehört hat. Aber Trainer Florian Kohfeldt hat Recht. Wenn der sechste Spieltag der 2. Bundesliga am Freitagabend (18.30 Uhr) angepfiffen wird, liegt der Druck beim Gegner VfL Wolfsburg.

Die Lilien holten gegen Bielefeld den ersten Dreier der Saison, das arg angeschlagene Selbstbewusstsein treibt wieder erste zarte Blüten. Der VfL Wolfsburg, der als heißester Kandidat auf den Aufstieg gehandelt wird, enttäuschte hingegen bei der Niederlage am Hamburger Millerntor und hinkt den Erwartungen vor dem Duell mit den Darmstädtern weit hinterher. Die Wolfe sind nur Tabellen-Elfter.

„Druck liegt bei ihnen“

„Sie haben gezeigt, dass sie verwundbar sind“, sagte Kohfeldt am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor der Auswärtsfahrt nach Niedersachsen. „Der Druck liegt in diesem Spiel definitiv auf ihrer Seite.“

Dennoch stellt der Lilien-Coach klar: „Wolfsburg ist hier glasklarer Favorit.“ Sie hätten auf fast allen Positionen mit Abstand die höchste Qualität in der Liga. Aber gezeigt haben sie es bislang nur in Ansätzen, immer wieder schwächelten die Wolfsburger in vielen Phasen ihrer Spiele, gegen Cottbus verspielten sie am 4. Spieltag sogar eine 3:0-Führung.

Kohfeldt hat sich die Auftritte des Gegners genau angeschaut und seine Schwächen ausgemacht. „Sie sind sehr aktiv nach vorne und haben die meisten Torschüsse der Liga“, analysiert der Coach, „im Umschaltspiel geben sie aber den einen oder anderen Moment her.“

Der Mut ist zurück

Und genau da will Kohfeldt mit seiner Mannschaft ansetzen. Um in Wolfsburg gewinnen zu können, brauche sein Team „eine gewisse Körperlichkeit und Aggressivität in den Zweikämpfen“. Und vor allem eines: Mut.

Und der ist spätestens seit dem glücklichen Sieg gegen Bielefeld zurückgekehrt ans Böllenfalltor. „Unter der Woche war ganz viel Energie im Training zu spüren, niemand hat lockergelassen“, so Kohfeldt. Vor allem die Führungsspieler seien mutig vorangegangen und hätten die Mannschaft mitgerissen. Was Kohfeldt Mut macht: „Die Energie kam aus der Mannschaft und musste nicht von mir eingefordert werden.“

Die Marschrichtung für Freitagabend ist also klar: mutig sein, aggressive Zweikämpfe führen und diszipliniert verteidigen, bis den Gegner der Mut verlässt. Kohfeldt nennt es eine „zweckmäßige“ Spielweise. „Wenn die aufgeben, dann haben wir eine Möglichkeit, da was mitzunehmen.“

Vukotic zurück im Kader

Auch die personelle Situation macht Mut. Neben den Langzeitverletzten Fabian Nürnberger, Luca Marseiler und Merveille Papela muss zwar auch Hiroki Akiyama wegen Oberschenkelprobleme passen, dafür kehrt aber Aleksandar Vukotic nach seiner Zwei-Spiele-Sperre ins Team zurück.

Ob er anstelle seines Vertreters Yannik Lührs direkt in der Startelf steht, wollte Kohfeldt nicht verraten. Ansprüche auf einen Platz in der Startelf erhebt auch Rückkehrer Marco Richter, der fest vom 1. FSV Mainz 05 verpflichtet wurde und schon gegen Bielefeld beginnen durfte.

„Der psychologische Effekt mit Marco war groß letzte Woche“, hat Kohfeldt erkannt. Auch im Training sei der Offensivmann einer der Wortführer gewesen. Aber auch bei dieser Personalie hielt sich der Trainer hinsichtlich der Aufstellung allerdings bedeckt.

Kohfeldt „ohne Groll“ nach Wolfsburg

Dass Kohfeldt vor einer gefühlten Ewigkeit selbst einmal an der Seitenlinie der Wolfsburger stand, habe bei der Vorbereitung keine Rolle gespielt. „Von den Jungs kenne ich vielleicht noch drei oder vier“, gab der 43-Jährige zu. Obwohl seine kurze Zeit in Wolfsburg nicht sehr erfolgreich war und Kohfeldt nach nicht einmal einer ganzen Saison wieder gehen musste, fahre er „ohne Groll“ nach Wolfsburg.

Und wer weiß, vielleicht fährt er ja nicht nur ohne Groll zum VfL, sondern auch mit einem Lächeln und drei Punkten im Gepäck wieder zurück.

So könnten die Lilien in Wolfsburg spielen:

Aufstellung Lilien Wolfsburg

Bild © hr


Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/darmstadt-98/darmstadt-98-in-wolfsburg-der-mut-ist-zurueck–v1,lilien-vor-wolfsburg-112.html

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