In ihrem Podcast „De Ding un de Anner“ sprechen die Comedians Diddi und Maggo über Gott und die Welt und tauchen in die Tiefen des Hessischen ab. Nun starten sie eine Livetour und wollen dabei für ein Gefühl wie bei Omma im Wohnzimmer sorgen.
Häkeldeckchen, Kunstblumen und geblümte Sofapolster – das Bühnenbild für den Live-Podcast „De Ding un de Anner“ vermittelt eine echte Wohnzimmeratmosphäre. Denn das ist Diddi, dem südhessischen Synchro-Comedian, und Maggo, dem Darmstädter Rapper Mädness, wichtig: Das Publikum soll sich wohlfühlen.
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00:39 Min.|Sina Philipps
Am Mittwoch startet die Tour der beiden, sie bringen ihren Podcast auf die Bühne. Ihre Leidenschaft für den Dialekt treibt sie an. Vor allem Badesalz hat ihre Sprache und ihren Humor geprägt, erzählen sie im Interview.
Die Fragen stellte Sina Philipps.
hessenschau.de: Es gibt bereits so viele Podcasts – warum macht ihr auch noch einen?
Maggo: Wir wollten einen richtigen Podcast machen. [lacht]
Diddi: Wir wollten mal zeigen, wie es geht [lacht]. Mein Content funktioniert ja nur über meine Stimme. Ich leihe Filmszenen oder auch Politikern meine Stimme, auf Hessisch drüber gelabert. Es gab schon öfter Leute, die gesagt haben: Ey, macht doch mal nen Podcast, das ist genau deine Welt.
hessenschau.de: Nun beginnt eure Tour und die ersten Termine sind längst ausverkauft. Erst im Juni für Aschaffenburg gibt es wieder Tickets. Wie fühlt sich das an?
Diddi: Am Anfang war das schon sehr skurril. Wir waren ausverkauft und wussten noch nicht einmal, was wir eigentlich machen wollen. Aber am Mittwoch ist unsere erste Show und wir können stolz damit auf die Bühne gehen, was wir an Programm zusammengestellt haben.
Maggo: Es geht um die hessische Sprache. Wir schwätzen beide Hessisch, das ist der gemeinsame Nenner, der den Podcast trägt. Wir haben uns überlegt, das auf die Bühne zu bringen – und noch ein bisschen mehr. Da wir auch Songs und Videos veröffentlicht haben, werden wir Musik und Comedy-Beiträge haben. Das wird ein bunter Mix.
hessenschau.de: Warum ist euer Podcast auf Hessisch?
Maggo: Wir unterhalten uns privat auf Hessisch. Manchmal verfallen wir auch in so Rollen, so hessische Typen, die wir beobachtet haben. Außerdem besprechen wir hessische Vokabeln und gehen ihnen auf den Grund. Woher kommt der Begriff? Oftmals wissen wir das gar nicht und lassen uns das erklären oder finden es heraus. Dadurch gehen wir immer tiefer in den Dialekt rein. Das ist interessant, weil auch viele Unterschiede im Hessischen bestehen. Wir schwätzen beide Hessisch, aber ein unterschiedliches.
Diddi: Zum Beispiel bügeln. Da haben wir drei verschiedene Aussprachen gefunden. Bei uns sagt man eher büscheln, Büschelbrett.
Maggo: Dann gibt’s bickeln. Und ich sage bielen. Das ist die korrekte Form [lacht].
hessenschau.de: Wer inspiriert euch und eure Arbeit?
Maggo: Badesalz ist ein ganz klares Vorbild von uns beiden. Das eint uns, wir sind damit aufgewachsen. Das hat nicht nur unseren Humor, sondern auch unsere Sprache geprägt. Wenn einer von uns ein bestimmtes Wort aus einem Sketch sagt, weiß man direkt, dass das Badesalz ist. Auf Badesalz beziehen wir uns auch.
hessenschau.de: Es gibt das Vorurteil, dass Menschen, die Dialekt sprechen, eher ungebildet sind. Wie seht ihr das?
Maggo: Als ich zur Schule gegangen bin, haben die Lehrer auch Dialekt gesprochen. Ich glaube, dass sich das durch alle Schichten zieht.
Diddi: Es kommt auch drauf an, wo man denjenigen trifft. Wenn ich an meinen Heimatort denke – wenn da jemand Hochdeutsch redet, dann denkt jeder: ‚Was ist denn da los?‘.
hessenschau.de: Verbaut ihr euch durch den Dialekt Publikum? Nicht jeder spricht (Süd-) Hessisch.
Diddi: Ja, sollte man meinen. Aber wir haben auch schon oft Nachrichten von Leuten bekommen, die es witzig und interessant finden, obwohl sie von woanders kommen und anders reden.
Maggo: Ich finde andere Dialekte auch super spannend. Es gibt ja genug Comedians, die damit arbeiten, es macht authentisch. In dem Moment, in dem es authentisch ist, ist es gut. Auch wenn ich nicht jedes Wort verstehe. Ein Freund von mir ist Rapper und kommt aus Wien. Ich habe wirklich nicht alles von ihm verstanden. Dann habe ich zum Beispiel herausgefunden, was ‚hackeln‘ heißt. Arbeiten übrigens. Das ist wie mit Fremdsprachen.


