Mit dem Einschleusen reicher Menschen aus dem Ausland hat eine vierköpfige Gruppe hunderttausende Euro verdient. Hauptangeklagter ist ein Rechtsanwalt aus Frankfurt. Das Landgericht hat dazu sein Urteil gefällt.
Der Rechtsanwalt darf seinen Beruf für vier Jahre nicht ausüben.
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00:45 Min.||Felix Wendt
Ein Rechtsanwalt aus Frankfurt, der eine Infrastruktur zum Schleusen von überwiegend wohlhabenden Ausländern in die Bundesrepublik aufgebaut hat, ist jetzt vom Landgericht Frankfurt verurteilt worden.
Wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in zwölf Fällen sowie wegen unrichtiger Angaben zur Beschaffung eines Aufenthaltstitels wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, wie das Landgericht der hessenschau am Montag auf Nachfrage mitteilte. Die Freiheitsstrafe werde zur Bewährung ausgesetzt.
Außerdem erhält der Mann für vier Jahre ein Berufsverbot. Von ihm wird zudem ein Betrag in Höhe von rund 250.000 Euro eingezogen.
Drei weitere Personen verurteilt
Mitangeklagt waren zudem zwei Frauen und ein weiterer Mann. Ihre Strafen reichten von sieben- bis achtmonatigen Bewährungsstrafen inklusive Geldstrafen.
Obwohl ursprünglich Verhandlungstermine bis in den Januar des neuen Jahres hinein angesetzt worden waren, wurde das Urteil nun schon am 4. September gefällt – wesentlich früher als erwartet. Grund dafür sei gewesen, dass die Angeklagten sich geständig gezeigt hatten, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Frankfurt der hessenschau.
Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
Wohnungen und Arbeitgeber zum Schein
Der zu Prozessbeginn 54 Jahre alte Rechtsanwalt soll über eine von ihm geführte Gesellschaft Wohnungen in Pirmasens (Rheinland-Pfalz) und Geschäftsimmobilien in Saarbrücken (Saarland) gekauft oder gemietet haben.
Diese sollen dann als Scheinunternehmen für falsche Arbeitsverträge und als Scheinwohnsitze genutzt worden sein, um die jeweiligen Ausländerbehörden zu täuschen und letztlich Aufenthaltserlaubnisse für die Mandanten aus dem Ausland zu bekommen.
Bis zu 35.000 Euro pro Vermittlung
Der Frankfurter Anwalt soll Menschen aus China, Vietnam, dem Iran, dem Irak, dem Sudan und der Türkei in mindestens 20 Fällen bis 2023 gemeinsam mit den weiteren Angeklagten beraten und unterstützt haben.
Für die Schleusungen soll der Mann jeweils 20.000 bis 35.000 Euro bekommen haben. Die illegalen Einnahmen belaufen sich damit auf mehrere hunderttausend Euro.
Bei Razzia 91 Wohnungen durchsucht
Die Schleuserbande war bereits im April 2023 aufgeflogen. Damals durchsuchte die Polizei in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland insgesamt 91 Wohnungen und nahm die beiden männlichen Angeklagten vorläufig fest. Die Haftbefehle gegen sie wurden später unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.
Der Fall hatte schon damals Aufsehen erregt, weil die pfälzische Stadt Pirmasens offenbar ebenfalls auf die mutmaßlichen Betrüger hereingefallen war. Die hochverschuldete Kommune hatte ehemalige Sozialwohnungen an eine Frankfurter Immobilienfirma verkauft, die diese Wohnungen dann als „Happy Forest Quarter“ bewarb – und die am Tag der Razzia durchsucht wurden.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/edel-schleuserei-frankfurter-anwalt-erhaelt-bewaehrungsstrafe-und-berufsverbot-v1,urteil-edelschleuser-100.html




