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Großrazzia: Geldwäsche im großen Stil verursacht über 60 Millionen Euro Schaden

Großrazzia: Geldwäsche im großen Stil verursacht über 60 Millionen Euro Schaden

Bei einer großen Geldwäsche-Razzia sind mehr als 60 Wohnungen, Büros und auch Banken durchsucht worden. Schwerpunkt war Hessen. Allein hier geht es um 41 Beschuldigte und 22 Firmen. Ein Netz von Scheinfirmen soll Bargeld aus kriminellen Geschäften gewaschen haben.


Geldscheine in kleiner Stückelung
Bild © Zollfahndung Essen


Bei einer Razzia gegen Steuerbetrug haben rund 800 Einsatzkräfte Wohn- und Geschäftsräume in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Belgien durchsucht. Gegen insgesamt 50 Beschuldigte wird ermittelt.

Sie sollen über ein Netz von Scheinfirmen Bargeld aus kriminellen Geschäften gewaschen und Steuern sowie Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro hinterzogen haben.

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Laut den Behörden steht dabei ein System im Mittelpunkt, bei dem das Geld über Scheinfirmen als vermeintlich legales Buchgeld auf Konten im Ausland transferiert worden sein soll. Für die Vermittlung sollen die Beschuldigten eine Provision von drei Prozent erhalten haben.

Beteiligt waren demnach auch Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche. Die Firmen sollen das Bargeld zur Bezahlung von Schwarzarbeit genutzt haben. Über Scheinrechnungen sollen zudem unberechtigte Vorsteuerabzüge ermöglicht und so sogenannte Umsatzsteuer-Karusselle betrieben worden sein.

„Große Fische am Haken“

„Wir haben heute die großen Fische am Haken. Hinter dem System ‚Bargeld gegen Buchgeld‘ stehen professionelle Strukturen, die gezielt darauf ausgelegt waren, Geld über mehrere Stufen der Besteuerung zu entziehen und ins Ausland zu schleusen sowie hiermit Schwarzarbeit zu verschleiern“, sagte Stephanie Thien, Leiterin des Landesamts zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW.

Im Rahmen internationaler Zusammenarbeit habe man Zahlungsströme von rund 150 Millionen Euro nachvollziehen können. Das Netzwerk soll seit 2017 aktiv sein. Um die Aufdeckung zu erschweren, seien Scheinfirmen regelmäßig neu gegründet und wieder liquidiert worden.

Bei den Durchsuchungen seien vier Haftbefehle vollstreckt und Vermögenswerte von zunächst knapp 500.000 Euro gesichert worden. Darunter seien Bargeld, Gold, hochwertige Uhren, Luxus-Handtaschen, Schmuck und Fahrzeuge gewesen. Bankguthaben seien dabei noch nicht berücksichtigt. Auch eine Schusswaffe mit scharfer Munition wurde beschlagnahmt.

Schwerpunkt in Hessen

In Hessen richtete sich der Einsatz gegen 41 Beschuldigte und 22 Firmen. Dort seien 60 Wohnobjekte und Firmenadressen sowie neun Banken und Steuerberater aufgesucht worden. In Nordrhein-Westfalen wurden zehn Wohnobjekte und zehn Firmenadressen durchsucht.

Die Ermittlungen wurden vom Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW, der Europäischen Staatsanwaltschaft sowie den Staatsanwaltschaften Frankfurt und Darmstadt, dem Hauptzollamt Frankfurt sowie belgischen Behörden koordiniert.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/grossrazzia-geldwaesche-im-grossen-stil-verursacht-ueber-60-millionen-euro-schaden-v2,geldwaesche-razzia-102.html

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