Wer in Hessens Wäldern nach Sommer-Pilzen sucht, braucht viel Glück. Die Trockenheit bremst Pfifferlinge und Steinpilze aus. Eine einzige Hoffnung gibt es, damit die Körbe der Pilzsammler im Herbst voller werden.
Seltener Anblick: ein Steinpilz in freier Wildbahn (Archivbild).
Bild © Lothar Herla
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00:26 Min.|hessenschau.de (S. Rustler)
Pilzsammler schauen eigentlich lieber auf den Röhrling – momentan aber leider in die Röhre. Wer aktuell mit Korb und Messer durch Hessens Wälder zieht, dürfte häufig ohne große Ausbeute zurückkehren. Die Sommer-Pilzsaison kommt nach der anhaltenden Trockenheit bislang kaum in Gang.
Vor allem für Pfifferlinge sieht es schlecht aus. „Ich sehe keine große Hoffnung für meine Region“, sagt der Hofheimer Pilzsachverständige Thomas Lehr mit Blick auf das Rhein-Main-Gebiet. Ganz abgeschrieben hat er die Saison allerdings noch nicht: „Natürlich ist noch alles möglich.“ Entscheidend ist vor allem eines: Regen.
Wenn kein Regen, dann kein Pilzsegen
Alex Maier, Pilzsachverständiger aus Fulda, sieht die Lage für die Region in Osthessen ähnlich: „Die Voraussetzungen für eine gute Saison sind bislang schlecht.“ Die Trockenheit reiche inzwischen bis tief in den Boden und wirke sich auch auf das Grundwasser aus.
Was im Wald als Pilz gesammelt wird, ist nur der sichtbare Fruchtkörper. Das eigentliche Lebewesen befindet sich unter der Erde: ein weit verzweigtes Geflecht, das sogenannte Myzel. Dieses kann auch längere Trockenphasen überstehen. Ob die vergangenen Wochen trotzdem Schäden hinterlassen haben, lässt sich bislang nicht sagen.
Damit Pilze wieder aus dem Boden sprießen, braucht es nach Angaben der Experten mehr als einen kurzen Regenguss. Entscheidend seien ergiebige und vor allem regelmäßige Niederschläge. Auch kühlere Nächte helfen dabei, das Wachstum anzuregen. Aber nach Regen erscheinen die Fruchtkörper nicht sofort. Das unterirdische Pilzgeflecht muss erst auf die veränderten Bedingungen reagieren.
Für Pfifferlinge könnte es zu spät sein
Für typische Sommerpilze könnte das in diesem Jahr bereits knapp werden. Pfifferlinge wachsen normalerweise vor allem im Juli, August und September. Bislang seien sie in Hessen weitgehend ausgeblieben, berichten die Experten.
Ähnlich könnte es beim Sommer-Steinpilz aussehen. Maier hält es sogar für möglich, dass in diesem Jahr auch zahlreiche andere Arten deutlich seltener auftreten.
Ganz verloren ist die Saison aber noch nicht. Die eigentliche Hauptzeit vieler Pilzarten beginnt erst im Oktober und November. Wie ergiebig sie wird, hängt vor allem davon ab, ob in den kommenden Wochen ausreichend und gleichmäßig Regen fällt. Wichtig ist zudem, dass der trockene Boden die Feuchtigkeit überhaupt aufnehmen kann.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/hitzewellen-pfifferlinge-und-steinpilze-in-hessen-kaum-gewachsen-v1,wenig-pilze-knappheit-100.html




