In Weilburg hat es Durchsuchungen im Hauptsitz der Kreissparkasse gegeben. Nun hat die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass es dabei um Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Kredit für die Löhnberger Grundbesitzgesellschaft ging.
Der Hauptsitz der Kreissparkasse Weilburg.
Bild © Benjamin Müller (hr)
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00:50 Min.||Rebekka Dieckmann
Am Dienstagvormittag haben Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft den Hauptsitz der Kreissparkasse Weilburg im Odersbacher Weg durchsucht.
Am Mittwoch bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt: Anlass der Durchsuchung sei der Vorwurf, dass durch Mitarbeiter der Kreissparkasse Weilburg zu Unrecht Darlehen an die mittlerweile insolvente Löhnberger Grundbesitz GmbH ausgegeben worden sein könnten.
„Die gegen die Beschuldigten und die Kreissparkasse Weilburg erhobenen Vorwürfe sind Ausfluss aus dem gesonderten Ermittlungsverfahren gegen den vormaligen Bürgermeister der Gemeinde Löhnberg“, so die Staatsanwaltschaft.
Zehn Ermittler, acht Stunden
An der etwa achtstündigen Durchsuchungsmaßnahme seien etwa zehn Ermittlungsbeamte beteiligt gewesen. Die Kreissparkasse Weilburg habe kooperativ mitgewirkt.
Weitere Angaben, etwa zu der Anzahl der Beschuldigten und der Höhe des verfahrensgegenständlichen Schadens, wollte die Staatsanwaltschaft zum aktuellen Zeitpunkt nicht machen.
Kreissparkasse: „Ermittlungen richten sich nicht gegen Sparkasse“
Die Kreissparkasse Weilburg teilte am Donnerstag auf hessenschau-Anfrage mit: „Wir bestätigen, dass am 08.09.2026 Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Sparkasse stattfanden. Die Ermittlungen richten sich nicht gegen die Sparkasse.“
Die Kreissparkasse Weilburg kooperiere vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden und sei diesbezüglich im engen Austausch mit der Staatsanwaltschaft sowie den zuständigen Aufsichtsbehörden und Gremien. Aufgrund des Bankgeheimnisses und des laufenden Verfahrens könne man sich darüber hinaus weder zu Personen noch Einzelheiten äußern.
Löhnbergs Finanzkrise
Im Hintergrund steht eine schwere Haushaltskrise der Gemeinde Löhnberg. 2024 war bekannt geworden, dass die kleine Kommune ihre Rechnungen nicht mehr alle bezahlen konnte.
Über Jahre hinweg häufte Löhnberg Schulden an, legte keine ordnungsgemäß geprüften Jahresabschlüsse vor und meldete gegenüber Aufsichtsbehörden falsche Finanzzahlen.
Gemeinde hat mehrere Kredite bei Bank
Bekannt ist, dass die Gemeinde Konten bei der Kreissparkasse Weilburg unterhält und mehrere Kredite bei ihr aufgenommen hat. Der frühere Bürgermeister Frank Schmidt (SPD) saß jahrelang im Verwaltungsrat der Bank.
Die Kreissparkasse gewährte zudem in der Vergangenheit einen Millionen-Kredit für die Löhnberger Grundbesitz GmbH, die mittlerweile insolvent ist.
Derzeit streiten Gemeinde und Kreissparkasse darüber, wer für 5,8 Millionen Euro Schulden der insolventen Gesellschaft aufkommen muss. Zwar hatte die Gemeinde 2022 eine Bürgschaft für Kredite der Gesellschaft beschlossen, inzwischen ist jedoch umstritten, ob sie tatsächlich für die gesamte Summe haften muss.
2024: Durchsuchungen auch im Rathaus
Auf hessenschau-Anfrage teilte Bürgermeister Reiner Greve (parteilos) am Dienstagabend mit: Man habe keine Kenntnis über die Durchsuchung in der Kreissparkasse und sei auch nicht involviert. „Solange nicht benannt ist, um welche Angelegenheit es sich konkret handelt, ist jede Aussage reine Spekulation, an der wir uns nicht beteiligen möchten.“
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte bereits im Dezember 2024 das Rathaus von Löhnberg und das Privathaus des Ex-Bürgermeisters Schmidt durchsucht. Seitdem laufen gegen ihn Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/kreissparkasse-weilburg-staatsanwaltschaft-bestaetigt-ermittlungen-wegen-loehnberg-kredit-v7,durchsuchung-weilburg-102.html



