Verkehr

Landgerichgt Fulda: Prozess wegen sexuellen Missbrauchs und Nötigung

Landgerichgt Fulda: Prozess wegen sexuellen Missbrauchs und Nötigung

Als Jugendlicher soll ein heute 32-jähriger Mann seinen damaligen besten Freund zu einer sexuellen Beziehung genötigt haben. Später soll er ihn mit Drohungen unter Druck gesetzt haben. Nun wird der Fall am Landgericht Fulda verhandelt.



Der Angeklagte verbarg zum Prozess-Auftakt am Landgericht Fulda sein Gesicht hinter einem Aktenordner, um nicht erkannt zu werden.
Bild © Jörn Perske (hr)


Audiobeitrag


Audio

00:39 Min.
||Aline Krönung (hr4)

Bild © hessenschau.de|
zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

Ein Fall von sexuellem Missbrauch und Erpressung mit pornografischen Aufnahmen wird seit Dienstag am Landgericht Fulda verhandelt. Verantworten muss sich ein heute 32-jähriger Mann aus Eichenzell (Fulda).

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, einen anderen Mann über Jahre hinweg mit Drohungen unter Druck gesetzt und zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben.

Bei dem Geschädigten handelt es sich um den ehemals besten Freund des Angeklagten, wie die Staatsanwaltschaft der hessenschau auf Anfrage mitteilte. Die Anklage wirft dem Mann schweren sexuellen Missbrauch vor. Zudem gehe es unter anderem um Nötigung.

„Mr. X und Kreis mächtiger Männer“ als Drohkulisse

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte bereits 2010, als er 16 Jahre alt war, unter dem Pseudonym „Mr. X“ über einen Messenger-Dienst Kontakt zu dem Geschädigten aufgenommen haben. Dabei habe er ihm vorgetäuscht, ein „Kreis mächtiger Männer“ verlange von ihm eine sexuelle Beziehung mit dem Angeklagten.

Für den Fall einer Weigerung sei dem Geschädigten angedroht worden, das gesellschaftliche Ansehen seiner Familie zu zerstören, erklärte die Staatsanwaltschaft. Es sei gedroht worden, kompromittierendes Material zu veröffentlichen, um dem Ruf der Familie erheblichen Schaden zuzufügen.

Nach dieser Anbahnung sollen der Angeklagte und der Geschädigte laut Staatsanwaltschaft eine langjährige sexuelle Beziehung geführt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte die angebliche Existenz des „Kreises“ und die Drohkulisse über Jahre aufrechterhalten habe.

Drohung mit Veröffentlichung von Aufnahmen

Mehr als zehn Jahre später, im Jahr 2021, offenbarte der Geschädigte laut Anklage, dass er sich in seine jetzige Frau verliebt habe und sie heiraten wolle. Der Angeklagte sei damit jedoch nicht einverstanden gewesen. Er habe ihm erklärt, der ominöse „Mr. X“ und der dahinterstehende „Kreis“ würden dies nicht akzeptieren.

Als Druckmittel wurde laut Anklage damit gedroht, bestehende Aufnahmen zu veröffentlichen. Damit dies nicht passiere, habe der Angeklagte weitere Aufnahmen verlangt. Dafür habe der Geschädigte im März 2021 entsprechende Aufforderungen erhalten, berichtete die Staatsanwaltschaft.

Nach Abschluss der Aufnahmen soll der Angeklagte zudem die Gartenhütte seiner Mutter angezündet und dem Geschädigten den Brand als Warnung von „Mr. X“ und dem angeblichen Geheimbund dargestellt haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft sollten damit weitere Aufnahmen erzwungen werden.

Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen

Bis auf die Angaben zu seiner Person zeigte sich der Angeklagte beim Prozessbeginn am Dienstag schweigsam und ließ seinen Verteidiger sprechen. Der Rechtsbeistand erklärte auch, dass der Angeklagte zunächst keine Angaben zu den Vorwürfen machen wolle.

Der Verteidiger und der Rechtsanwalt der Nebenklage, der den Geschädigten vertritt, stellten nach Verlesung der Anklage Anträge auf Ausschluss der Öffentlichkeit.

Intime Details sollen nicht öffentlich werden

Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit soll die Privatsphäre des Geschädigten und des Angeklagten geschützt werden, wenn intime Details zur Sprache kommen. Der Vorsitzende Richter entsprach den Anträgen. Der Geschädigte wollte nach Angaben seines Anwalts zum Prozessauftakt nicht erscheinen.

Für den Prozess sind bereits vier weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte im September fallen.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/landgerichgt-fulda-prozess-wegen-sexuellen-missbrauchs-und-noetigung-v1,prozess-fulda–missbrauch-eichenzell-100.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert