Der malawische Hit-Song ‚Moyo wa Mtawoni‘, was vor etwa 20 Jahren vom Musiker Ben Michael Mankhamba veröffentlicht wurde, thematisierte die Herausforderungen des Lebens in städtischen Gebieten und pries den entspannten Lebensstil der Dörfer. In einem Land, in dem die Mehrheit unter der Armutsgrenze lebt und städtische Armut auf dem Vormarsch ist, fand das Lied großen Anklang. Nach einigen Jahren wurde Mankhamba zum Führer des Dorfes Chingalire außerhalb von Lilongwe, der Hauptstadt Malawis, gekrönt, was einen Meilenstein in seinem Leben darstellte.
Das Dorf Chingalire, das sich in einem Waldgebiet befindet, wurde von Mankhamba in ein Zentrum zur Bewahrung der Kultur umgewandelt. Hier sollen Besucher, einschließlich internationaler Touristen, das typische Leben in einem malawischen Dorf kennenlernen. Es gibt auch eine Frauenförderungsgruppe, eine Klinik für Unter-Fünfjährige, ein Amphitheater und einen Jugendklub, in dem die Jugend traditionelle Tänze aufführt.
Zusätzlich zur Aufführung im Zentrum werden die Tänzerinnen und Tänzer landesweit für Auftritte engagiert. Dies hält die Jugendlichen beschäftigt und verhindert, dass sie in gefährliches Verhalten geraten. Die jungen Teilnehmer nutzen das verdiente Geld, um Schulmaterial zu kaufen oder das Familieneinkommen zu ergänzen. Die Initiative trägt dazu bei, kulturelle Werte zu bewahren und der jungen Generation traditionelle Werte zu vermitteln.
Der Häuptling setzt sich auch aktiv für den Umweltschutz ein, indem er den Wald und die Tiere im Zentrum schützt. Er fördert das Pflanzen von Bäumen und bildet Frauen in der Herstellung von sparsamen Öfen aus. Obwohl Mankhambas Lieder heutzutage im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt nicht mehr so oft im Radio gespielt werden, ist die ältere Generation nach wie vor an ihnen interessiert. Er tritt immer noch bei Firmenveranstaltungen auf und spendet die Einnahmen an seine Stiftung. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten fühlt sich Mankhamba heute wohl in seinem Leben auf dem Land und bereut es nicht, die Stadt verlassen zu haben.


