Um Bücher geht es im Oktober in Frankfurt nicht nur auf dem Messegelände. Die Begleitveranstaltung „Open Books“ bringt die Literatur in die Stadt: kostenlos und publikumsnah. Wir verraten, wo sich das Anstellen lohnt.
Auch im Römer wird bei Open Books mit Autoren gesprochen.
Bild © Open Books, Alexander Paul Englert
Die Buchmesse vom 7. bis 11. Oktober bringt wieder viele Buchmenschen in die Stadt, ob beruflich oder privat. Auf dem Messegelände ist bei zehntausenden Besuchern pro Tag aber wenig Gelegenheit für entspanntes Lesen oder Zuhören, schon gar nicht für eine Begegnung mit den Lieblingsautorinnen und -Autoren.
Das von der Stadt Frankfurt organisierte Lesefest „Open Books“ will dazu eine Alternative geben. Das Programm ist kostenlos, publikumsnah und läuft parallel zur Buchmesse.
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00:39 Min.|Cara Platte
„Römerberg als vibrierende Lesebühne“
„Wir freuen uns darauf, den Römerberg wieder in eine vibrierende Lesebühne zu verwandeln“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) bei der Vorstellung des Programms, das über 100 Veranstaltungen umfasst.
Den Auftakt macht traditionell am Dienstag das „Blaue Sofa“ in der Deutschen Nationalbibliothek, wo neben dem diesjährigen Träger des Deutschen Buchpreises die Autoren Andrea Wulf, Ingo Schulze und der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, erwartet werden.
Diese Veranstaltung ist bereits ausverkauft, für alle anderen gilt: Es gibt keine Tickets, freie Platzwahl und Reservierungen sind nicht möglich. Der Einlass erfolgt üblicherweise 15 bis 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.
Hier lohnt sich das Anstehen
Wo lohnt sich auch längeres Anstehen in der Schlange? Wir haben wir einige Highlights des Lesefests zusammengestellt:

Elke Heidenreich mit Doris Knecht bei Open Books 2025
Bild © Alexander Paul Englert
Elke Heidenreich liebt Bücher und hat in ihrer Karriere als leidenschaftlicher Leserin vermutlich schon viele Texte zwischen die Finger bekommen. In ihrem neuen Buch versammelt sie ihre schönsten Erinnerungen an Bücher, die sie in ihrem Leben besonders geprägt haben, von Gottfried Ben über Simone de Beauvoir bis zu Ruth Klüger.
Politisch wird es bei dem neuen Sachbuch von Frauke Brosius-Gersdorf: Nach ihrer gescheiterten Wahl zur Verfassungsrichterin wirft sie einen kritischen Blick auf die großen gesellschaftlichen Streithemen der Gegenwart: Ausgehend von Fragen nach Parteiverboten, Schwangerschaftsabbruch und Religionsfreiheit fragt sie: Was gefährdet unser Grundgesetz und wie können wir es schützen?
Wer in die Welt der Comics eintauchen will, wird im „Open Books“-Programm fündig. Bei einem Abend in der Evangelischen Akademie kann man sehen, wie divers das Medium thematisch sein kann: Die russische Grafikerin Irina Rastorgueva bietet in ihrem Comic einen „Reiseführer durch die Propaganda“, während die tschechische Zeichnerin Štěpánka Jislová sich in ihrem Werk mit ihren Erfahrungen zu Online-Dating und Beziehungen auseinandersetzt.
Miriam Carbe, Martin Piekar und Artur Becker verbindet zwei Dinge: Frankfurt und die Literatur. Ansonsten könnten die Autorinnen und Autoren nicht unterschiedlicher sein. Zum traditionellen Frankfurt-Abend reden sie auf der Volksbühne im Großen Hirschgarten über ihre Neuerscheinungen, über Familienromane, Identitätsfragen bis zu schmerzvollen Beziehungen.

Trägerin des International Booker Price: Die taiwanische Autorin Yang Shuang-Zi
Bild © YJ Chen
Anlässlich der Buchmesse sind auch internationale Autorinnen und Autoren in der Stadt: Die taiwanische Autorin Yang Shuang-zi wurde für „Das Taiwan-Tagebuch“ mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. Darin beschreibt sie in dem einfühlsamen Porträt ihrer Protagonistin, wie Machtverhältnisse auch die intimsten Beziehungen beeinflussen.
Wie die Generation der „Digital Natives“ liest, darauf gibt Ursula Poznanskis Jugendbuch „Canvas. Cryptos“ einen Vorgeschmack: Die Hauptfigur Jana ist Welten-Designerin, die alternative Realitäten erschafft. Weil die Erde durch den Klimawandel zu heiß geworden ist, flüchten sich die Menschen in diese virtuellen Welten – doch es regt sich Widerstand. Der Near-Future-Thriller berührt Fragen, die Jugendliche bewegen.
„Open Books Kids“ ist das Programm für die jüngeren Lesebegeisterten. Neben bekannten Namen wie Cornelia Funke gibt es auch eine Lesung der Bestsellerautorin Stefanie Taschinski. In ihrem Buch „Die Mutsammlerin“ findet die Protagonistin auf einem Dachboden das Tagebuch ihrer Ururgroßmutter Elsa, die im Nationalsozialismus Widerstand leistete.
Das Besondere: Das Buch basiert auf der wahren Geschichte einer Familie aus Hamburg. Darüber erzählt ein Nachfahre der Widerstandsfamilie, Bernhard Esser, auf der Veranstaltung.
Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/open-books-2026-diese-highlights-erwarten-literaturfans-in-frankfurt-v1,openbooks-104.html


