Verkehr

Protestcamp im Langener Wald geräumt

Protestcamp im Langener Wald geräumt

Die Polizei hat eine Besetzung im Langener Wald beendet: Am Morgen räumten die Beamten das Camp. Mehrere Menschen wurden von Spezialkräften aus den Bäumen geholt.


„Kein Wald für Kies“: Die Besetzung im November vergangenen Jahres (Archivbild).
Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)


Audiobeitrag


Audio

00:29 Min.
|Nina Michalk

Bild © hessenschau.de|
zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

Alles sei friedlich verlaufen, meldete die Polizei am Donnerstagnachmittag nach der Räumung eines Protestcamps im Langener Wald. Die Waldbesetzer hatten unter dem Motto „Banny bleibt“ gegen die Rodung und ihre ökologischen Folgen protestiert.

Gegen das Abholzen von großen Teilen des Waldes gibt es schon länger Proteste, dort wo der ehemalige Bannwald steht, soll ab kommendem Jahr Kies abgebaut werden.

Aktivisten aus Bäumen geholt

Kurz nach sieben Uhr sei der Einsatz gestartet, hieß es von der Polizei, sechs Personen seien mit Spezialkräften und einer Hubbühne aus dem Bäumen geholt worden. Die Stimmung sei entspannt gewesen, sagte ein Polizeisprecher der hessenschau.

Die Umwelt-Aktivisten sprachen von einem „großen Polizeiaufgebot vor Ort“. Sie betonten, sie setzten sich für den Wald ein, weil sie Sorge um die ökologischen Folgen der Abholzung haben: „Während schon heute Menschen massiv unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden, sollen hier große Waldflächen verschwinden, um weiteren Kies abzubauen. Für uns ist das nicht hinnehmbar“, hieß es in einer Mitteilung der Gruppe.

Kiesabbau statt Bannwald

Die Aktivisten wollen demnach weitermachen, denn der Wald habe eine wichtige Bedeutung für das Stadtklima, er verbessere den Wasser- und Lufthaushalt und sei wichtig, um das CO2 zu senken.

Im vergangenen November hatte die Polizei bereits ein Protestcamp im Langener Wald geräumt. Der damals besetzte Abschnitt ist laut den Aktivisten mittlerweile gerodet.

Karte, in welcher "Langener Waldsee", "Langen", "Walldorf" eingezeichnet sind, wie auch eine eingezeichneter Fläche mit der Beschriftung "Bereich, der 2013 zum Ausbau genehmigt wurde".
Bild © Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt (Archiv), Karte: hessenschau.de,, OpenStreetMap-Mitwirkende


Waldbesetzer wollen nicht aufgeben

Seit 2013 hat die Firma Sehring die Erlaubnis, Teile des Langener Waldes zu roden, um Kies und Sand abzubauen, obwohl es sich um besonders geschützten Bannwald handelt.

Damit das möglich ist, hatte das Regierungspräsidium Darmstadt den entsprechenden Status für das Waldstück aufgehoben – und so den Weg für die Abholzung frei gemacht. Diese Entscheidung wurde vom Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2022 als rechtmäßig bestätigt.

Die Waldbesetzer kündigten an, trotz der erneuten Räumung nicht aufzugeben: „Die Polizei kann uns von den Bäumen holen und unsere Baumhäuser zerstören, aber unsere Träume können sie nicht räumen und unseren Widerstand nicht beenden“, kündigte eine Umweltaktivistin am Donnerstag an.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/protestcamp-im-langener-wald-geraeumt-v1,langener-wald-100.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert