Seit Jahren wird beim DFB und den angeschlossenen Landesverbänden über eine Regionalliga-Reform gestritten. Ohne Ergebnis. DFB-Präsident Neuendorf will den Stillstand nicht mehr hinnehmen – und setzt unter anderem die Südwest-Staffel unter Druck.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf dankte den Sportvereinen für ihr Engagement.
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01:17 Min.|Simon Schäfer
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat die Regionalliga-Reform zur Chefsache erklärt und mehr Mut bei der Problemlösung gefordert. „Wir im Fußball müssen aufpassen, dass wir nicht zum Sinnbild der Reformunfähigkeit in Deutschland werden. Wir haben ein Problem, und wir sind gewählt worden, um Probleme zu lösen. Und nicht, um sie auszusitzen“, sagte der 65-Jährige der Sport Bild.
Er wolle bei der nächsten Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes an diesem Freitag einen Antrag vorlegen, um Generalsekretär Holger Blask mit der Einberufung eines Bundestags noch in diesem Jahr zu beauftragen. Ziel sei die Einführung eines sogenannten Kompass-Modells, um die Dauer-Diskussion über die zukünftige Aufstiegsregelung und Aufteilung in den Regionalligen zu beenden.
Nachteil für Hessen-Klubs bei Kompass-Modell
Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe hatte sich Ende März einstimmig für eine viergleisige Regionalliga ausgesprochen. Bislang gibt es fünf Regionalligen in Deutschland, aber nur vier Aufsteiger in die dritte Liga. In der Zukunft sollen aber alle Meister aufsteigen. Bei den erarbeiteten zwei Lösungsvorschlägen war eines das von vielen Clubs bevorzugte Kompass-Modell. Hierbei würden die vier Staffeln in jeder Saison aus allen Regionalligisten im Grunde anhand der Entfernungen gebildet werden – KI käme zum Einsatz.
In der Südwest-Staffel, in der derzeit sechs hessische Klubs vertreten sind, war man davon nicht begeistert. Ein Duell wie jenes am Freitag zwischen Hessen Kassel und Kickers Offenbach würde es dann wohl nicht mehr geben, die Nordhessen könnten aufgrund ihrer Lage meist in eine andere Klasse eingeteilt werden.
Die Südwest-Regionalliga, eine der am besten funktionierenden und sportlich stärksten, bevorzugt dagegen das sogenannte Regionen-Modell. In diesem schon 2018 vorgebrachten Vorschlag bleiben die Regionalliga West und die Regionalliga Südwest so, wie sie aktuell sind. Aus den übrigen drei Regionalligen (Bayern, Nordost, Nord) würden dann zwei Ligen werden.
„Bundesweite Mehrheit für Kompass-Modell“
Es gebe „eine bundesweite Mehrheit für das Kompass-Modell“, entgegnete hingegen Neuendorf: „Und auch die Bundesliga hat sich klar für diesen Weg ausgesprochen.“ Wie genau die vier neuen Staffeln dann aussehen werden, müsse erst noch final im DFB-Präsidium festgelegt werden, so Neuendorf. „Ich persönlich tendiere zu insgesamt 80 Mannschaften, also 20 Clubs pro Staffel – zumindest zu Beginn, um möglichst viele Qualifikationsplätze bereitzustellen und Härten abmildern zu können.“
Allerdings braucht es für die Umsetzung beim Bundestag eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Vor allem Bayern und der Südwesten mit den hessischen Teams dürften schwer zu überzeugen sein. „Wenn dann alle Fakten auf dem Tisch liegen, bin ich optimistisch, dass auch im Süden an der einen oder anderen Stelle ein Umdenken stattfindet“, sagte der DFB-Boss.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/regionalliga/regionalliga-reform-dfb-boss-erhoeht-den-druck-auf-suedwest-staffel-v1,regionalliga-reform-112.html




