Die Waldbrandgefahr in Hessen hat sich durch die jüngsten Regenfälle verringert, die Landesregierung hat ihre Alarmstufe aufgehoben. Doch trockene Wälder, Büsche und Wiesen bleiben ein Risiko. Mindestens 160 Waldbrände gab es seit Jahresbeginn.
Bei dem Großbrand bei Rodenbach (Main-Kinzig) standen zwischenzeitlich rund 26 Hektar Wald in Flammen.
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00:40 Min.||Petra Demant
Die Waldbrandgefahr in Hessen hat durch die Niederschläge und die gesunkenen Temperaturen abgenommen. Das hessische Forstministerium hat deshalb am Dienstag die Alarmstufe A aufgehoben.
Seit 3. August galt die erste von zwei Warnstufen. Das bedeutet, dass eine hohe Waldbrandgefahr besteht und Waldgebiete stärker überwacht werden.
Hier muss unterschieden werden zum Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdiensts (DWD). Dieser fließt neben anderen Faktoren in die Gefahrenbeurteilung des Landes ein.
Für Mittwoch gab der DWD den Waldbrandgefahrenindex für Teile Südhessens mit 2 (von 5) an, das bedeutet geringe Gefahr. Bis zum Sonntag erwartet der DWD diese Stufe dann flächendeckend im ganzen Land und in Südhessen wieder Stufe 3. Vor kurzem noch hatte der Index die höchste Stufe erreicht.
Mindestens 160 Waldbrände
Nach vorläufigen Daten gab es laut Ministerium seitdem knapp 50 Waldbrände mit einer sogenannten Schadfläche von rund 380.000 Quadratmetern oder 38 Hektar. Das entspricht mehr als 50 Fußballfeldern. Seit Jahresbeginn habe es bei mindestens 160 Waldbränden auf ingesamt rund 560.000 Quadratmetern gebrannt.
Die Bevölkerung wird gebeten, sich weiterhin umsichtig zu verhalten. Vertrocknete Vegetation und Blätter stellten trotz der ersten Regenfälle weiterhin eine potenzielle Gefahr dar. Es sei angesichts der bisherigen Trockenheit nicht ausgeschlossen, dass erneut die Alarmstufe A ausgerufen werde.
Mit Mischwald stehen die Chancen besser
Der Klimawandel führt immer häufiger zu langen, heißen Trockenperioden, die die Ausbreitung von Waldbränden begünstigen. Wie dramatisch sich Waldbrände entwickeln können, zeigte sich in diesem Sommer in Frankreich, Spanien, Griechenland und der Türkei. In diesen europäischen Ländern kämpften zehntausende Feuerwehrleute gegen die Flammen. Menschen mussten ihr Zuhause verlassen, manche verloren alles.
Viele Wälder in Südeuropa sind von Kiefern geprägt, deren Äste oft bis zum Boden reichen. Zusammen mit trockenem Gras und den ätherischen Ölen der Bäume können sich Brände dort deutlich schneller ausbreiten.
In Hessen wächst dagegen vielerorts Mischwald. Er erschwert die Entzündung und Ausbreitung von Bränden, unter anderem weil Laubbäume keine leicht entzündlichen Harze enthalten und sich ihr Holz weniger schnell entzündet.
Am höchsten war die Anzahl von Waldbränden in den vergangenen zehn Jahren im Jahr 2022. Hier gingen bei 266 Bränden in Hessen sogar 122 Hektar Wald verloren. Zum Vergleich: Im Mittel brannten in den vergangenen zehn Jahren rund 23 Hektar Wald nieder.
Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) erklärte dies kürzlich mit einem „Zusammenspiel der extremen Witterungsbedingungen, insbesondere der Trockenheit und Hitze im Sommer 2022“ bei einem zugleich durch Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer-Befall stark belasteten Wald.
Brandstiftung ist eine weitere Gefahr
Aber auch der Mensch spielt eine entscheidende Rolle. Illegale Feuerstellen im Wald, Zigarettenglut und auch absichtliche Brandstiftung – wie zuletzt im Main-Kinzig-Kreis – sind die mit Abstand häufigsten Waldbrandursachen.
Allein im Jahr 2022 ließen sich laut des Landwirtschaftsministeriums rund 100 Waldbrände auf Brandstiftung zurückführen.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/schon-160-waldbraende-in-hessen-trotz-regen-bleibt-trockenheit-im-wald-ein-risiko-v1,waldbrandgefahr-alarmstufe-hessen-100.html




