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Unwetter in Hessen: Warum schon kleine Gewitter große Schäden anrichten

Unwetter in Hessen: Warum schon kleine Gewitter große Schäden anrichten

Ein gewöhnliches Sommergewitter hat in Teilen Hessens eine Vielzahl an Schäden angerichtet und Feuerwehreinsätze ausgelöst. Wie konnte das passieren? Experten machen den Klimawandel verantwortlich.


Auch in Frankfurt hat das Gewitter Schäden angerichtet.
Bild © picture alliance/dpa | Andreas Arnold


Blitze, Donner, Sturmböen und starker Regen: Das Gewitter, das in der Nacht zum Freitag über Teile Hessens zog, dürfte den einen oder die andere aus dem Schlaf gerüttelt haben.

Und auch am Morgen beschäftigte das Gewitter Feuerwehren, Behörden und die Menschen in den betroffenen Gebieten. Vielerorts waren Bäume umgefallen, Äste auf Autos und Oberleitungen gekracht und Häuser wurden abgedeckt.

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|Sevilay Saatci

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Glaubt man den Meteorologen, war das Gewitter aber gar nicht so außergewöhnlich stark. „Es war ein Sommergewitter, wie wir es etliche Male im Jahr erleben“, sagt hr-Meteorologe Michael Köckritz.

Am stärksten sei es am Frankfurter Flughafen gewesen, dort habe es Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde gegeben. Aber auch das sei laut Köckritz „nicht ungewöhnlich“. Das Unwetter mit Tornado in der vergangenen Woche sei deutlich heftiger gewesen.

Warum aber sah es dann am Freitagmorgen in Frankfurt, Rhein-Main und Südhessen teilweise so aus, als habe erneut ein Tornado gewütet?

Schwache Bäume durch Klimawandel

Anke Bosch, Leiterin des Grünflächenamts in Darmstadt, führt die Vielzahl der Schäden angesichts des eher doch moderaten Gewitters auf den Klimawandel und den damit verbundenen Zustand der Bäume zurück.

„Wir haben nach der Hitze viele schwache und abgestorbene Bäume“, sagt Bosch. „Da reicht schon ein etwas stärkeres Gewitter wie in der Nacht, um die Bäume quasi leerzufegen.“

Das Resultat: Auf den Straßen liegen viele Äste, Bäume sind teilweise komplett umgefallen. In manchen Straßen sei der Boden fast komplett mit Blättern, Ästen und anderen Dingen bedeckt gewesen, schildert Amtsleiterin Bosch ihre Beobachtungen. „Uns haben Bürgerinnen und Bürger aus dem ganzen Stadtgebiet angerufen und Schäden gemeldet.“

Vor allem die Kombination aus Hitze und Trockenheit habe den Bäumen sehr zugesetzt: „Sie haben in diesem Sommer sehr gelitten.“ Auch Meteorologe Köckritz macht die Trockenheit für das Ausmaß an Schäden verantwortlich: „Äste und Stämme brechen dann ganz leicht.“

Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien seit dem Gewitter pausenlos unterwegs, um Bäume wegzuschaffen oder zu fällen. Wären die Bäume stark und gesund, hätte der Sturm ihrer Ansicht nach nicht solche Schäden anrichten können.

„Das Gewitter hat uns die Arbeit abgenommen“

Da keine Menschen zu Schaden gekommen sind, versucht Bosch, es mit Humor zu nehmen. „Das Gewitter hat uns jede Menge Arbeit abgenommen.“

Spätestens im Herbst hätten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Grünflächenamts aus Sicherheitsgründen die abgestorbenen Äste entfernen oder sogar ganze Bäume fällen müssen. „Allerdings hätten wir darauf geachtet, dass keine Autos darunter stehen.“

Und es werde in den kommenden Jahren noch schlimmer. „Die Zahl der Bäume, die in jedem Jahr sterben, wird immer höher“, so die Amtsleiterin.

In Darmstadt werde jeder abgestorbene und gefällte Baum nachgepflanzt. „Bis vor kurzem waren das so zwischen 100 und 200 Bäume“, sagt Bosch. Vergangenes Jahr habe die Stadt bereits 350 Bäume nachgepflanzt. „Ich erwarte, dass es in diesem Winter noch mehr werden.“

Weitere Gewitter

Schon im Laufe des Freitags kann es neue Stress-Tests für die Bäume geben, denn am Nachmittag und Abend kommt es gebietsweise zu weiteren Gewittern mit Sturmböen-Gefahr. Am Wochenende wird es etwas ruhiger, auch wenn das Wetter unbeständig bleibt.

Am Samstag gibt es mal sonnige Abschnitte und mal dichtere Wolken. Es bleibt oft trocken, am Nachmittag und Abend treten einzelne Schauer auf bei Höchstwerten von 20 bis 26 Grad.

Für Sonntag ist ein meist trockener Mix aus Sonne und Wolken vorhergesagt, dazu frischt der Wind lebhaft auf bei bis zu 27 Grad.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/unwetter-in-hessen-warum-schon-kleine-gewitter-grosse-schaeden-anrichten-v1,sturmschaeden-klimawandel-100.html

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