Der Rapper Marlon B. ist laut jamaikanischen Berichten im Alter von 60 Jahren erschossen worden. Er gehörte viele Jahre zu der Mannheimer Band „Söhne Mannheims“. Auch die Musikszene im Rhein-Main-Gebiet und Frankfurt beeinflusste der Musiker über Jahre.
Rapper Marlon B. von den Söhnen Mannheims. Aufnahme aus dem Jahr 2012.
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Mannheim, Frankfurt, Jamaika: Das Rhein-Neckar-Delta und die Insel im Karibischen Meer waren im Leben von Marlon B. James eng miteinander verbunden. In Mannheim wurde er als Rapper der Söhne Mannheims bekannt.
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00:58 Min.|hessenschau.de (Natascha Pflaumbaum)
In Frankfurt war er über Jahre in der Schwarzen Musikszene präsent. Auf Jamaika, dem Land seiner familiären Wurzeln, verbrachte er später seine letzten Jahre.
Motiv für Dreifachmord unbekannt
Nun ist Marlon B. tot. Nach Angaben jamaikanischer Medien wurde der 60-Jährige am 9. September in Robins Bay, St. Mary, im Norden Jamaikas erschossen. Er soll dort eine Bar betrieben haben. Bei dem Angriff kamen noch zwei weitere Männer ums Leben. Das Motiv des Dreifach-Mordes ist bislang unklar.
Die Nachricht über seinen Tod hat zunächst der jamaikanische Radiosender IRIE FM verbreitet. Das Portal Jamaica Gleaner berichtet ebenfalls über die tödlichen Schüsse eines Mannes, der in der Bar die Schüsse abfeuerte. Marlon B. sei noch in ein Krankenhaus gebracht worden, wo dann der Tod festgestellt wurde.
Die Söhne Mannheims bestätigten den Tod am 11. September auf ihrem Instagram-Account. Eine offizielle Bestätigung der Familie liegt bislang nicht vor.
Rap trifft Soul und Reggae
In Frankfurt, wo Marlon B. in den 1990er-Jahren auch wohnte, war er besonders in der Schwarzen Musikszene bekannt. Darüber hinaus war er im Umfeld von Moses Pelhams Musiklabel 3P aktiv und steuerte Gastbeiträge etwa zu Tracks von Sabrina Setlur bei.
1991 veröffentlichte er unter dem Namen Marlon B. die Single „Da La De La (Africa Center Of The World)“ beim Plattenlabel Hansa. Die Platte war eine Mischung aus Reggae, Dancehall und Hip-Hop. Produziert wurde sie von Kerim Saka und Mike Wonder. Aufgenommen wurde in Frank Farians Tonstudio in Rosbach (Wetterau).
Bei den Söhnen Mannheims stand Marlon B. in erster Linie für den Rap. Zusammen mit Rapper Metaphysics war er für den Hip-Hop der Band prägend. Er schrieb aber auch an den Songs der Band mit. Beim Song „Junges Deutschland“ wird er als einer der Autoren geführt.
Auch bei „Lieder drüber singen“ ist Marlon B. James als Songwriter genannt. Später war er unter anderem am Song „Gesucht & Gefunden“ beteiligt. Auf dem Album „Iz On“ von 2009 ist Marlon B. als Rapper vertreten.

Söhne Mannheims (hinten v.li.: Ralf Gustke, Michael Herberger, Florian Sitzmann, Michael Klimas, Tino Oac, Xavier Naidoo, Bernd Herrmann, vorn v.li.: Kosho, Metaphysics, Andreas Bayless, Claus Eisenmann, Robbee Mariano, Marlon B.)
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Nicht der Mann im Mittelpunkt
Marlon B. gehörte zur Generation der Musiker, die Mannheim und das Rhein-Main-Gebiet mit seinen legendären Clubs und Künstlern in den 2000er-Jahren zu einem wichtigen Zentrum deutscher Soul- und Hip-Hop-Musik machten. Die Söhne Mannheims wurden mit Liedern wie „Und wenn ein Lied“ und „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ bundesweit bekannt.
Dabei war Marlon B. selten der Mann im Mittelpunkt. Seine Stärke lag im Zusammenspiel: Seine Rap-Passagen gaben den Songs der Söhne eine rhythmische und sprachliche Erdung.
Auf Jamaika lebte Marlon B. zuletzt in Robins Bay und betrieb nach den vorliegenden Berichten eine Bar. Über die Motive des Angriffs ist bislang wenig bekannt. Die jamaikanische Polizei ermittelt.
Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/von-frankfurt-nach-jamaika-rapper-marlon-b-in-bar-erschossen-v1,rapper-marlonb-tot-100.html


