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Was geht bei Eintracht Frankfurt im Liga-Endspurt? 5 Fragen, 3 Meinungen

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Die Eintracht hat Platz sieben an Freiburg verloren. Erobert sie den bis zum Ende der Saison wieder zurück?

Gerald Schäfer: Ich würde hier einfach mal mit einem Mutmacher beginnen und „ja“ sagen. Der SC Freiburg schwimmt zwar gerade auf der Erfolgswelle, aber jede Welle, so will es das Naturgesetz, bricht irgendwann mal. Vielleicht ist es bei den Breisgauern schon am Donnerstag im DFB-Pokal soweit? Freiburg tanzt noch auf drei Hochzeiten, hat viele englische Wochen vor der Brust. Das strapaziert nicht nur den Körper, sondern auch die Nerven. Kurz gesagt: Der SCF ist verwundbar, die SGE muss ihre Chance aber auch nutzen.

Nico Herold: Ich sehe deine Argumente, Gerald. Und trotzdem: Ich glaube nicht daran. Bei allem knackigen Restprogramm sind die Freiburger euphorisiert. Die werden keinen Millimeter mehr zurückweichen. Und die Eintracht? Da ist gerade einfach komplett das Gegenteil der Fall. Mir fehlt die Fantasie, wie die SGE in der aktuellen Stimmungslage diesen Zweikampf gewinnen soll.

Sonja Riegel: Da muss ich mich Nico anschließen. Freiburg wirkt stabil und voller Euphorie – genau das, was der Eintracht gerade komplett fehlt. Wenn er sich nicht in den drei Wettbewerben noch verzettelt, wird der SCF vor den Frankfurtern bleiben. Zumal die Hessen auch ein alles andere als leichtes Restprogramm haben.

Wer trägt Schuld an der Misere?

Nico Herold: Puh, was für eine Frage. Wie viel Platz habe ich hier? Spaß beiseite, da kommen für mich viele Faktoren zusammen – beginnend schon im Sommer mit dem Abgang für Kevin Trapp, der in der jetzigen Phase als Torwart und Führungsfigur schmerzlich vermisst wird. Dazu ein verkorkstes Frühjahr und ein rasend schnell verpuffter Trainerwechsel-Effekt. Also: Die Frage lieber im Sommer nochmal, dann ist die richtige Zeit.

Sonja Riegel: Das ist tatsächlich eine Frage für eine ausführliche Saisonanalyse. Es gab natürlich fragwürdige Personalentscheidungen – du hast den Trapp-Abgang ja gerade schon genannt. Der Wechsel von Dino Toppmöller zu Albert Riera hatte dann ja auch keinen nennenswerten Effekt, schließlich haben beide die identische Punktebilanz. Allerdings sind natürlich auch die Spieler in der Pflicht, bei denen in dieser Saison wirklich kaum einer an sein Maximum gekommen ist. Kurz gesagt: Da darf sich einfach mal jeder hinterfragen.

Gerald Schäfer: Ihr habt das doch jetzt schon wundervoll ausbaldowert. Da muss man die letzten Spiele gar nicht mehr abwarten für eine Analyse. Es wurden Fehler gemacht bei der Eintracht. Von verschiedenen Parteien. Das kann passieren, muss aber einen Lernprozess in Gang setzen. So. Das Intro zu meinem nächsten Selbstoptimierungs-Ratgeber steht damit auch schon.

Und wie gelingt nun die Wende?

Sonja Riegel: In dieser Saison? Wahrscheinlich nicht mehr. Sorry.

Nico Herold: Wenn überhaupt, dann mit den Basics. Das klingt leichter als es dann umgesetzt werden kann. Aber ein klein wenig kratzen, beißen, Emotion zeigen, Stadion pushen würde sehr helfen. Aber eigentlich bin ich bei Sonja: Ich glaube in dieser Spielzeit nicht mehr an genau diese Wende.

Gerald Schäfer: Ich unterschreibe Nicos Ausführungen – minus die Glaubensfrage am Ende.

Bleibt Albert Riera über den Sommer hinaus Trainer in Frankfurt?

Gerald Schäfer: Verpasst die Eintracht das internationale Geschäft, wird alles auf den Prüfstand gestellt werden. Ich wage zu bezweifeln, dass Riera dann genügend Rückhalt im Verein hat, um weitermachen zu dürfen. Klappt es mit Europa, wird man an ihm festhalten.

Sonja Riegel: Riera hat bislang keine Argumente dafür gesammelt, dass man an ihm festhalten sollte. Er kam mit markigen Sprüchen, aber viel war nicht dahinter. Die Spieler werden positionsfremd eingesetzt, seine Spielanalysen sind oft befremdlich. Wenn ein so emotionaler Typ das Team nicht von Anfang an packt, wüsste ich nicht, wie es ihm noch gelingen soll. In meinen Augen wäre eine Trennung im Sommer der richtige Weg. Ob die Eintracht das auch machen wird, ist natürlich eine andere Frage.

Nico Herold: Ich glaube schon, dass die Eintracht mit Riera weitermacht. Da müsste es jetzt schon vier katastrophale Auftritte zum Schluss geben. Bei allen inhaltlichen Vorbehalten, die ich bei Albert Riera habe: Wenn man einen neuen Trainer in der zweiten Saisonhälfte holt, sollte man ihm auch die Möglichkeit geben, in einer Sommer-Vorbereitung intensiv mit der Mannschaft zu arbeiten. Wenn es dann in der neuen Spielzeit genauso weitergeht, wie jetzt – na dann, den Rest könnt ihr euch denken…

Euer Tipp für das Spiel in Augsburg?                               

Sonja Riegel: Augsburg geht mit ordentlich Rückenwind ins Spiel. Ich befürchte, dass es für die Eintracht eine Niederlage geben wird.

Gerald Schäfer: Ich bleibe Berufsoptimist und sage, die Eintracht gewinnt das Ding mit 2:0. Aber: Wenn nicht, dann verliere selbst ich die Hoffnung auf ein Happy End.

Nico Herold: Fehlt ja nur noch eine Meinung, passt für mich aber. Denn: Da riecht alles nach einem biederen Remis. Es ist ja jetzt auch wirklich nicht so, als wäre Augsburg auf einmal eine Übermannschaft in der Bundesliga. Daher: 1:1.

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/was-geht-bei-eintracht-frankfurt-im-liga-endspurt-5-fragen-3-meinungen-v1,sge-meinungen-endspurt-100.html

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