Nachdem in Biblis Rost an einem Fass mit schwach radioaktiven Abfällen entdeckt wurde, sind in dem Zwischenlager hunderte Behälter überprüft worden. Nach Monaten ist klar: 30 von ihnen wiesen Schäden auf.

Fässer wie diese fassen rund 200 Liter. Betroffen in Biblis waren ebenfalls Fässer mit 400 Liter Fassungsvermögen. (Archivbild)
Bild © IMAGO / Funke Foto Services
Drei der Behälter mit schwach radioaktivem Inhalt haben Risse, zwei weitere jeweils ein kleines Loch, wie die Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) am Mittwoch mitteilte. An zahlreichen weiteren Fässern fanden sich demnach Korrosionsspuren.
Anlass der umfangreichen Inspektion war eine Entdeckung aus dem Jahr 2024. Damals waren rostige Stellen an einem der Fässer im Zwischenlager Biblis (Bergstraße) mit schwach radioaktiven Abfällen entdeckt worden.
In der Folge wurden alle 653 Behälter im betroffenen Lager 1 überprüft und die Schäden an insgesamt 30 Fässern entdeckt. Die Überprüfung dauerte insgesamt 18 Monate.
Audio
00:55 Min. |Anna Vogel
Umweltministerium: Keine Gefahr
Radioaktive Stoffe seien aus den beschädigten Fässern nicht ausgetreten. Das hätten entsprechende Messungen bestätigt, so die BGZ. „Der Schutz von Mensch und Umwelt war und ist stets gewährleistet“, betonte auch das hessische Umweltministerium, die zuständige Aufsichtsbehörde.
Bei den beschädigten Behältern handele es sich um 200- und 400-Liter-Fässer, in denen Schutzkleidung, Bauschutt und Metallschrott aus dem ehemaligen Kernkraftwerk in Biblis gelagert sind, teilte die BGZ mit.
Fässer wurden falsch befüllt
Sie machte zwei Gründe für die aufgetretenen Schäden aus: 27 der betroffenen Fässer seien in den 1980er-Jahren falsch befüllt worden. Eine spezielle Zementmischung sei damals nicht ausreichend abgebunden worden, sodass die verbliebene Feuchtigkeit in den Fässern zu Korrosion führen konnte. Drei weitere Fässer seien beim Ein- oder Umladen beschädigt worden.
Eigentümer der beschädigten Fässer ist RWE. Das Energieunternehmen soll sie nun in „Überfässer“ verpacken.
Das Atomkraftwerk in Biblis war das einzige in Hessen. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 wurde es vom Netz genommen und 2017 stillgelegt. Die vier Kühltürme wurden inzwischen vollständig abgerissen.
Im Zwischenlager für Brennelemente auf dem Gelände des ehemaligen AKW dürfen noch bis 2046 sogenannte Castor-Behälter aufbewahrt werden. Dort lagern auch hochradioaktive Abfälle.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/30-faesser-im-atommuell-zwischenlager-biblis-beschaedigt-v1,biblis-schaeden-faesser-100.html

