Wirtschaft

„Defence Hub Nordhessen“: Rheinmetall und Hessen investieren in Kassel Airport

„Defence Hub Nordhessen“: Rheinmetall und Hessen investieren in Kassel Airport

Rheinmetall und das Land wollen gemeinsam investieren: Hunderte Millionen Euro fließen in den „Defence Hub Nordhessen“. Damit soll unter anderem das Werk des Rüstungsunternehmens ausgebaut werden – und der Kassel Airport zur „militärischen Drehscheibe“ werden.


Ein Flugabwehrpanzer Skyranger und ein Militärhubschrauber der Bundeswehr stehen auf dem Flughafen Kassel-Calden.
Bild © picture alliance/dpa | Swen Pförtner


Zusammen mit dem Rüstungsunternehmen Rheinmetall will die Landesregierung in den kommenden Jahren massiv in den Verteidigungsstandort Nordhessen investieren.

Das teilten Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Rheinmetall-Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger am Donnerstag am Kassel Aiport mit. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterschrieben.

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07:15 Min.
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Drohnentests statt Urlaubsflüge

Panzer fahren auf dem Gelände des Kasseler Flughafen

Bild © hr


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Insgesamt soll ein dreistelliger Millionenbetrag in den Aufbau des „Defence Hub Nordhessen“ fließen – 260 Millionen Euro von Rheinmetall, dazu 25 Millionen Euro vom Land, wie der Ministerpräsident sagte.

Nordhessen soll demnach zu einem „leistungsfähigen Knotenpunkt für moderne Verteidigungstechnologie“ ausgebaut werden. Gleichzeitig soll der Kassel Airport in Calden strategisch weiterentwickelt werden.

Karte, die die Orte "Calden", "Meimbressen" und "Kassel Flughafen" lokalisiert. Dazwischen eine Fläche mit der Bezeichnung "geplanter Standort Rheinmetall".

Der geplante Standort von Rheinmetall am Airport Kassel.
Bild © OpenStreetMap-Mitwirkende, Bearbeitung: hessenschau.de


„Der Defence Hub Nordhessen verbindet die industrielle Stärke Kassels mit der strategischen Infrastruktur des Kassel Airport und wird damit zum Booster für Investitionen, Innovationen und Wachstum in der Region“, erklärte Rhein. „Das ist unser Beitrag zu mehr Wirtschaftskraft, Verteidigungsfähigkeit und Sicherheit in Hessen und Deutschland.“

Kassel hofft auf neue Arbeitsplätze

Rhein und Papperger nannten drei Schwerpunkte für die Investitionen. Zum einen soll das Rheinmetall-Werk in Kassel ausgebaut werden. Ein weiterer Teil des Geldes soll in den Aufbau eines Logistik- und Trainingszentrums am Flughafen fließen. Außerdem soll ein Drohnentestzentrum des Rüstungsunternehmens aufgebaut werden.

Den Informationen zufolge werden mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze in Kassel und Calden entstehen – rund 130 am Flughafen selbst, wie der Airport Kassel nach der Vorstellung in Aussicht stellte.

Ministerpräsident Rhein und Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Papperger sitzen in einem Panzer.


Ministerpräsident Rhein (rechts, CDU) und Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Papperger fahren auf der Teststrecke des Rheinmetall-Werks in Kassel in einem Transportpanzer Boxer.
Bild © picture-alliance/dpa l Swen Pförtner


Rhein betonte, die Investitionen seien auch ein klares Bekenntnis zum Kassel Airport. Dieser bleibe ein zentraler Baustein der Verkehrsinfrastruktur in Nordhessen und sei ein Gewerbestandort. Darüber hinaus wolle das Land den Flughafen künftig noch stärker als militärische Drehscheibe, für Trainingsflüge der Bundeswehr sowie zur Erforschung und Erprobung neuer Drohnen-Technologien etablieren.

Große Rüstungsunternehmen in und um Kassel

Laut dem Wirtschaftsministerium sind in Hessen etwa 80 Unternehmen an der Produktion von Rüstung oder rüstungsnahen Gütern beteiligt. Diese verteilen sich laut Auskunft einer Sprecherin über ganz Hessen.

Allerdings bilde sich in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schwerpunkt in Nordhessen rund um Kassel heraus. Grund dafür sei, dass die „großen Systemhäuser“ KNDS, Rheinmetall und Airbus Helicopters dort Werksstandorte haben.

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Vier Männer stehen vor einem Hubschrauber auf einem Flugfeld.

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Bei Rheinmetall in Kassel arbeiten nach eigenen Angaben aktuell etwa 2.200 Menschen. Laut dem Geschäftsführer ist es einer der zwei größten Standorte im Bereich der Fahrzeugproduktion. Nahezu jedes Projekt laufe in irgendeiner Form auch über Kassel.

Künftig soll der Standort Zentrum der „Boxer“-Produktion werden. Ab 2029 sollen hier mehr als 500 Radpanzer des Typs gebaut werden. Derzeit produziert und wartet Rheinmetall insgesamt 120 Fahrzeuge pro Jahr, darunter Panzerhaubitzen, der Bergepanzer „Büffel“ und der Pionierpanzer „Kodiak“.

GTK Boxer fährt über eine Brücke


500 „Boxer“-Radpanzer sollen in Nordhessen entstehen.
Bild © hr


Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/defence-hub-nordhessen-rheinmetall-und-hessen-investieren-in-kassel-airport-v3,rheinmetall-defence-hub-100.html

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