Die Niederlage beim Branchenprimus Magdeburg war für die Wetzlarer deutlich. Doch im zweiten Durchgang erhitzte vor allem der Hallenboden die Gemüter: Beinahe hätten sich die Spieler schwer verletzt. Die Schiedsrichterinnen mussten reagieren.
Die Banner in Magdeburg wurden abgezogen.
Bild © imago / Jan Hübner
Es lief die 40. Minute im Spiel der Handball-Bundesliga zwischen Magdeburg gegen Wetzlar; die Hausherren führten klar mit 27:20. Und doch war es ein Ausrutscher der Gäste, der zum vieldiskutierten Thema wurde. Wetzlars Paul Kompenhans kam auf einem aufgeklebten Werbebanner ins Straucheln und flog beinahe ungebremst in Magdeburgs Magnus Saugstrup. Die Banner auf dem Hallenboden sorgten weiter für Rutschgefahr, bis die Schiedsrichterinnen zehn Minuten später ein Abräumkommando beorderten: Werbung raus für die Sicherheit der Spieler!
Am Ausgang der Partie änderte dies freilich nicht mehr viel. Der SCM besiegte die HSG deutlich mit 38:30. Dennoch polterte Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert im Nachgang beim Betrachten der Szene. „Wenn er da bei Magnus ins Knie reinrutscht, dann ist das eine Riesenkatastrophe, eine Riesenscheiße. Ich kann mich dafür nur entschuldigen. Es geht um die Gesundheit der Spieler und so etwas sollte im Profisport nicht passieren.“
Magdeburg sucht noch nach Gründen
Das waren deutliche Worte, denen die Wetzlarer auf Nachfrage nichts mehr anfügen wollten. Derweil suchen sie in Magdeburg am Montag noch nach den Gründen für die „Banner-Fouls“ – unklar sei, so heißt es, ob es an der Fläche, am Putzmittel oder anderen Faktoren lag. Auch an weiteren Bundesliga-Standorten und auch bei der Handball-EM in Dänemark hatten Werbeflächen für Ausrutscher und sogar Verletzungen gesorgt. Einen Ausweg könnte die Anbringung der Banner an weniger frequentierten, wichtigen Stellen bringen (was aber den Werbewert natürlich minimiert) oder die Nutzung eines LED- oder Glasbodens mit digitaler Werbung.
Fest steht: Die Spieler müssen geschützt werden. „Wir haben da dringenden Handlungsbedarf. Der aktuelle Zustand ist nicht tragbar. Ich möchte nicht miterleben, dass (Simon) Pytlick & Co. nach solchen Ausrutschern nicht mehr aufstehen“, sagte Patrick Luig, Bundestrainer Wissenschaft und Bildung, schon im Januar dem „RND“.
Nun kommt Gummersbach
Ein Grund für die Niederlage der HSG war der Boden nicht. Das führte auch Kompenhans im Gespräch bei „Dyn“ nicht an, ihn ärgerte eher die Defensive. „Wir schaffen im ersten Durchgang nicht die Helferketten. Vielleicht machen wir uns auch vor dieser Riesenatmosphäre in die Hose“, fand Kompenhans. Er selbst erzielte fünf Treffer und kam auf eine Wurfquote von 85 Prozent. Mit seiner Treffsicherheit gewannen die Wetzlarer zumindest die zweite Hälfte.
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In der Tabelle liegen sie aber mit 1:4-Punkten auf dem vorletzten Platz. Es riecht wieder nach brutalem Abstiegskampf. „Wir geben nicht auf, wir haben sieben Neuzugänge, das braucht Zeit“, sagte Kompenhans trotzig. Direkt am Sonntag kommt ein harter Gegner nach Wetzlar. Dann empfängt die HSG den VfL Gummersbach (16:30 Uhr). Hoffentlich dann auf rutschfestem Belag.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/handball/hsg-wetzlar/werbebanner-sorgen-fuer-gefahr-bei-wetzlars-niederlage-eine-riesenkatastrophe-eine-riesensch-v1,hsg-banner-100.html



