Vor dem Start ist schon Schluss: Die Fluggesellschaft Fischer Air wollte im Herbst endlich Fluggäste von Kassel in die Urlaubsländer fliegen. Jetzt ist sie insolvent. Gegen den Besitzer läuft zudem ein Betrugsverfahren.
Fischer Air wird wohl nie in Kassel abheben.
Bild © IMAGO / Hanno Bode
Erst Dezember 2025, dann Februar 2026, dann Mai 2026, dann Oktober 2026 – und nun wohl nie. Das Kapitel Fischer Air am Kassel Airport in Calden nimmt ein unrühmliches Ende. Es ist eines mit Ansage.
Die Fluggesellschaft des deutsch-tschechischen Besitzers Václav Fischer wollte eigentlich Fluggäste in die klassischen Urlaubsregionen wie Kreta oder Mallorca fliegen. Das hatte sie bereits länger angekündigt.
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00:47 Min. |Michael Przibilla
Wie nun klar ist, wird daraus nichts. Der Airline und ihrem Besitzer steht eine Insolvenz und eine Anklage wegen Betrugs ins Haus. Das unrühmliche Ende einer verworrenen Geschichte. Zuerst hatte am Freitagmorgen die Bild-Zeitung (Artikel hinter Bezahlschranke) darüber berichtet.
Die Fluggesellschaft hatte im vergangenen Jahr verkündet, im Dezember 2025 in Kassel starten zu wollen. Schon damals jedoch ohne Betriebszulassung. Mit dem neuen Reiseveranstalter wollte der Kassel Airport, der die Urlaubsflüge immer wieder bewarb, eigentlich wieder einen regelmäßigen Flugplan anbieten.
Start immer weiter nach hinten verschoben
Buchungen konnten schon vorgenommen worden, abgehoben wurde in Nordhessen jedoch nie. Passagiere mussten teilweise auf ihre Erstattungen warten. Während sich der Besitzer im Anschluss zu Wort meldete, Verschwörung witterte und teils abenteuerliche Erklärungen abgab („zwei Boeings gestohlen“), wurde der Start immer weiter nach hinten verschoben: erst in den Februar, dann in den Mai, schließlich in den Oktober.
Nun ist klar: Gestartet wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gar nicht mehr.
Denn die Firma ist noch vor dem Start insolvent. Das Besondere hierbei: Es wird noch nicht einmal ein Insolvenzverfahren in die Wege geleitet. Und das „mangels Masse“, wie das zuständige Hamburger Amtsgericht der hessenschau mitteilte. Das Unternehmen besitzt dem Gericht zufolge schlicht nicht genügend Geld oder Vermögenswerte, das an Gläubiger verteilt werden könnte.
Wie reagiert der Flughafen?
Zudem hat die Staatsanwaltschaft in Hamburg, wo das Unternehmen gemeldet ist, Anklage gegen den 71 Jahre alten Fischer erhoben. Der Vorwurf: Verdacht des vollendeten gewerbsmäßigen Betrugs in 29 Fällen. Unter anderem geht es dabei um erschlichenes Kurzarbeitergeld und um die Rückerstattung von Sozialbeiträgen für Mitarbeiter, für die nie Beiträge abgeführt wurden. Das bestätigte die Behörde auf hessenschau-Nachfrage.
Wie der Kassel Airport mit dieser Nachricht umgeht, ist noch offen. Eine Antwort auf eine Anfrage des hr stand am Freitagnachmittag aus.
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/kassel-airport-fischer-air-endgueltig-vor-dem-aus-v1,fischer-air-aus-100.html





