Wirtschaft

Nach EU-Sanktionen: Historischem Hallenbad in Frankfurt droht Aus wegen Iran-Verbindung

Nach EU-Sanktionen: Historischem Hallenbad in Frankfurt droht Aus wegen Iran-Verbindung

Verbindungen zu einem von der EU sanktionierten iranischen Geschäftsmann haben weitere Folgen. Fitness First stellt in Frankfurt den Betrieb eines Sportstudios und des früheren Stadtbads Mitte ein. Nach hessenschau-Informationen steigt Hilton aus seinem Hotel in der Innenstadt aus.

Wer die Website des Fitness First Club – Eschenheimer Turm anklickt, erhält prompt folgende Nachricht: „Unser Club Eschenheimer Turm schließt.“ Weiter heißt es: „Ab dem 12.10. bleibt der Club dauerhaft geschlossen.“

Damit werde Fitness First auch nicht mehr Betreiber des Schwimmbads sein, teilt das Unternehmen auf hessenschau-Anfrage mit. Wie es mit dem Schwimmbad weitergehe, darauf habe man keinen Einfluss. 

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||Oliver Günther

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Was wird aus dem ehemaligen Stadtbad Mitte? 

Dem Schwimmbad droht damit die Schließung. Für Frankfurt und den Breiten-Schwimmsport wäre das eine Zäsur. Das ehemalige Stadtbad Mitte in der Frankfurt Innenstadt wurde 1995 von der Stadt Frankfurt an einen privaten Investor verkauft. Der Verkauf war umstritten. Die Stadt hatte für Erhalt und Betrieb aber kein Geld mehr.

Allerdings wurde damals festgeschrieben, dass das Hallenbad für 30 Jahre öffentlich zugänglich sein muss. Diese Vereinbarung ist im vergangenen Jahr ausgelaufen. Trotzdem ist das Schwimmbad bis heute für die Allgemeinheit an fünf Tagen in der Woche geöffnet.  

Iran-Sanktionen gegen Geschäftsmann 

Als Grund der Schließung des Standortes nennt Fitness First die „internationalen Sanktionen“ gegen den „wirtschaftlichen Eigentümer der Immobilie“. Gemeint ist der iranische Geschäftsmann Ali Ansari.

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Als Folge dieser Sanktionen würden sich auch die „Betreiber- und Mietverhältnisse des Gebäudes“ und die „Rahmenbedingungen“ für den Betrieb des Fitness-First-Clubs im Gebäude ändern, heißt es weiter. Sollte sich mit einem neuen Eigentümer der Immobilie die Möglichkeit ergeben, wolle man „alles daran setzen“, den Standort wieder zu eröffnen.   

Aus für Hilton in Frankfurter Hotel? 

Nicht nur für das Fitness-Unternehmen Fitness First haben die Sanktionen gegen Ali Ansari Folgen. Der Hotelbetreiber Hilton zieht sich offenbar aus seinem Hotel City Centre in der Frankfurter Innenstadt zurück. Nach hessenschau-Informationen hat Hilton einen entsprechenden Pachtvertrag gekündigt.

Ein Indiz für die Kündigung: Schon seit längerem ist über die Hilton-Website ab 1. November kein Zimmer des Hotels mehr buchbar. Stattdessen heißt es grundsätzlich „ausverkauft“. Hilton hat auf hessenschau-Anfragen zur Kündigung des Pachtvertrages nicht reagiert.  

Parallele zu Vorgehen im ehemaligen Hilton-Hotel Gravenbruch 

Kein Zimmer mehr buchbar über die Hilton-Website als Hinweis für den Ausstieg? Die Parallele zum Vorgehen im Hotel Gravenbruch in Neu-Isenburg (Offenbach) ist jedenfalls auffällig. Auch dort waren plötzlich ab einem bestimmten Datum keine Zimmer mehr über die Hilton-Website buchbar. Das Datum erwies sich schließlich als Hilton-Ausstiegstermin der Zusammenarbeit in Gravenbruch. 

Wie es nach einer Kündigung seitens Hilton mit dem Hotel in der Frankfurter City weitergeht, dazu gibt es keine Informationen. Noch Mitte August teilte Hilton auf Anfrage mit: Das Hilton Frankfurt City Centre „bleibt in Betrieb und heißt weiterhin Gäste willkommen“.

Grund für die sich jetzt abzeichnende Kündigung ist eine mutmaßliche Verbindung der Eigentümer-Gesellschaft der Hotel-Immobilie, eines holländischen Unternehmens, zu dem umstrittenen iranischen Geschäftsmann Ali Ansari. Schon vor Wochen wurde wegen dieser Iran-Verbindung über den Ausstieg von Hilton auch im Frankfurter Hotel spekuliert. Die jüngsten Entwicklungen stützen diese Mutmaßung.  

Darum geht es bei den Sanktionen   

Die Turbulenzen rund um die in Frankfurt bekannte Hotel-Immobilie folgen in kurzem Abstand zur Krise des ehemaligen Hilton-Hotels Gravenbruch. Auch hier sind die wirtschaftlichen Verbindungen zu dem iranischen Geschäftsmann Ali Ansari der Ausgangspunkt. Ansari steht wegen wirtschaftlicher und finanzieller Verbindungen zum iranischen Mullah-Regime und den von der EU als Terrororganisation gelisteten Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) seit Ende Juli auf der Iran -Sanktionsliste der EU.

Ansari habe über ein Firmennetzwerk für Mitglieder des iranischen Mullah-Regimes, insbesondere den obersten Führer des Irans, Moschtaba Khamenei, erhebliche Vermögenswerte und Immobilien erworben und unterstütze damit die diktatorische iranische Regierung.

Die Folge der Sanktionierung: Konten sind gesperrt, Vermögen eingefroren. Außerdem gilt ein grundsätzliches Verbot, mit dem Sanktionierten und ihm nahestehenden Firmen Geschäfte zu machen. Ansari selbst wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf hessenschau-Anfrage im Frühjahr zurück, nachdem Großbritannien bereits im Oktober 2025 Sanktionen gegen ihn verhängt hatte.  

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Weiter „Notbetrieb“ im Hotel Gravenbruch 

Mitte Juli trafen die USA dann ebenfalls Maßnahmen gegen Ansari. Nach hessenschau-Informationen geriet der US-Konzern Hilton darauf unter erheblichen Druck, seine Geschäftsverbindungen zu Ansari und seinem internationalen Firmennetzwerk zu kappen. Als erstes traf der Hilton-Rückzug in der Rhein-Main-Region das Hotel Gravenbruch, das als Folge des Hilton-Ausstiegs Ende Juli ein Insolvenzverfahren beantragte.  

Nach dem nur wenige Tage später folgenden Sanktionsbeschluss der EU gegen Ansari musste das Hotel sogar in den „Notbetrieb“ und kann derzeit keine Gäste mehr aufnehmen. In Gravenbruch ist laut Handelsregister Ali Ansari Miteigentümer der Immobilie. Aus diesem Grund wurden alle Konten des Hotels gesperrt. Sogar an das Geld auf dem eingerichteten Treuhandkontos des vorläufigen Insolvenzverwalters kommt das Hotel nicht ran.

Betriebsratsvorsitzender: „Viele haben Angst um ihre Existenz“

„Wir haben kein Geld, um Brötchen zu kaufen“, fasst der Geschäftsführer des Hotels Gravenbruch, Wener Kleber, die Lage zusammen. Betroffen sind davon auch die mehr als 140 Beschäftigten, die jetzt um ihre Jobs bangen.

Robin Eisermann ist Küchenchef in Gravenbruch und der Betriebsratsvorsitzende dort: „Es ist eine große Verunsicherung in der Belegschaft. Viele haben Angst um ihre Existenz.“ Die Hoffnung ist groß, dass der Betrieb möglichst bald wieder fortgesetzt werden kann, um das traditionsreiche Hotel und damit verbunden die Arbeitsplätze zu erhalten.  

Redaktion:
Susanne Reininger

Sendung:
hessenschau.de, Verbindungen zu EU-sanktioniertem Iraner zeigen Folgen in Frankfurt,

Quelle: hessenschau.de

Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/nach-eu-sanktionen-historischem-hallenbad-in-frankfurt-droht-aus-wegen-iran-verbindung-v1,frankfurt-stadtbad-mitte100.html

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