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Angriff auf Ostflanke: NATO probt in Wiesbaden für den Ernstfall

Angriff auf Ostflanke: NATO probt in Wiesbaden für den Ernstfall

Drohnen, Sensoren und Künstliche Intelligenz sollen der NATO helfen, im Fall eines Angriffs schneller zu reagieren. Das neue Konzept zum Schutz der Ostflanke wurde jetzt bei einer Probe in Wiesbaden vorgestellt. Anfang Oktober folgt eine Großübung.

Ein kleines weißes unbemanntes Fluggerät steht auf einem Tisch in einer Halle. Dahinter sind mehrere Soldaten in Uniform zu sehen.


Ein Drohnensystem wird in der Clay-Kaserne in Wiesbaden präsentiert.
Bild © picture alliance/dpa | Boris Roessler


Bis bei einem möglichen Angriff auf die NATO ein gemeinsames Lagebild entsteht, kann wertvolle Zeit vergehen. Informationen aus verschiedenen Quellen müssen erst zusammengeführt und bewertet werden.

Das soll künftig deutlich schneller gehen: Die NATO will innerhalb von Sekunden ein möglichst vollständiges Bild der Lage bekommen und darauf reagieren können. Wie das funktionieren soll, wird seit Dienstag in Wiesbaden-Erbenheim erprobt.

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00:27 Min.
|Andrea Bonhagen

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KI soll schnellere Entscheidungen ermöglichen

Die US-Armee und Soldaten aus mehreren NATO-Staaten testen dort ein neues Konzept für den Fall eines russischen Angriffs auf die Ostflanke des Bündnisses.

Künstliche Intelligenz soll dabei helfen, große Mengen an Daten verschiedener Systeme schnell zusammenzuführen und auszuwerten. Dadurch sollen Verantwortliche schneller erkennen, was passiert und entsprechend handeln können.

Viele Systeme sollen miteinander vernetzt werden

Damit das klappt, sollen möglichst viele Informationen in einem gemeinsamen Netzwerk zusammenlaufen. Aufklärungsdrohnen, Bodensensoren, Radare und Kameras liefern demnach Daten, die innerhalb kürzester Zeit ausgewertet werden können.

Bei der internationalen Vorübung in Wiesbaden-Erbenheim wurden den beteiligten Soldaten deshalb verschiedene Militärsysteme präsentiert. Darunter waren etwa unbemannte Fahrzeuge zur Minenaufklärung, die die Risiken für Menschenleben minimieren sollen und Drohnen zur Abwehr feindlicher Flugkörper.

Wiesbaden als wichtiger Standort

Die Übung soll auch zeigen, wie die Streitkräfte verschiedener Länder ihre Systeme miteinander verbinden können. Dabei soll es aber nicht nur um Technik gehen: Auch die Zusammenarbeit der beteiligten Hauptquartiere wird geprobt. Informationen sollen schnell ausgetauscht, die Lage gemeinsam bewertet und Entscheidungen möglichst zügig getroffen werden.

Das Konzept trägt den Namen „Eastern Flank Deterrence Initiative“ (EFDI). Es soll die NATO an ihrer Ostflanke stärken und damit gleichzeitig vor einem möglichen Angriff abschrecken.

Wiesbaden spielt bei den Planungen eine wichtige Rolle: In Wiesbaden-Erbenheim befindet sich das Hauptquartier der US Army Europe and Africa. Dort findet derzeit die internationale Vorübung für die eigentliche Militärübung „Avenger Triad 26“ statt.

Reste einer iranischen Drohne werden in der Clay-Kaserne in Wiesbaden gezeigt.


Reste einer iranischen Drohne werden in der Clay-Kaserne in Wiesbaden gezeigt.
Bild © picture alliance/dpa | Boris Roessler


Erfahrungen der Ukraine sollen helfen

In das Konzept fließen nach Angaben der US-Streitkräfte auch Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine ein. Die von Russland überfallene Nation habe etwa schneller als jeder andere Staat Militärdrohnen weiterentwickelt, erklärte Major Ben Schiff.

Die Erkenntnisse aus dem Krieg sollen dabei helfen, Aufklärung, Auswertung und Reaktion enger miteinander zu verbinden. Erkennt zum Beispiel ein Sensor eine verdächtige Bewegung, sollen die Informationen möglichst schnell weitergegeben und bewertet werden.

Großübung beginnt Anfang Oktober

Die eigentliche Übung „Avenger Triad 26“ findet vom 6. bis 15. Oktober an mehreren Standorten in Europa statt. Nach Angaben der US-Armee nehmen daran rund 2.000 US-Soldatinnen und Soldaten sowie weitere 2.000 aus anderen NATO-Staaten wie Deutschland, Polen und Frankreich teil.

Dabei wird ein Angriff auf die NATO-Ostflanke simuliert, etwa auf Finnland, Polen oder Rumänien. Geübt wird unter anderem, wie die verschiedenen Streitkräfte Informationen austauschen und möglichst schnell gemeinsame Entscheidungen treffen können.

Hinter der Übung steht auch die Sorge vor einem möglichen Konflikt mit Russland. Die NATO will ihre Fähigkeit verbessern, im Fall eines Angriffs schnell und gemeinsam zu reagieren.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/angriff-auf-ostflanke-nato-probt-in-wiesbaden-fuer-den-ernstfall-v1,nato-grossuebung-wiesbaden-100.html

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