Nidda-Bad Salzhausen bekommt keine neue Therme. Die Stadtverordneten haben die Zusammenarbeit mit dem Investor beendet. Die Stadt befürchtet hohe Zusatzkosten und wirft dem Unternehmen vor, sich nicht an den Vertrag gehalten zu haben.

So hätte die Therme in Bad Salzhausen nach dem Entwurf von Interspa aussehen sollen.
Bild © Interspa
Im Niddaer Stadtteil Bad Salzhausen (Wetterau) wird nun doch keine Therme gebaut. Die Stadtverordneten entschieden in der vergangenen Woche, den Vertrag mit dem Investor Interspa zu kündigen. Die Unternehmensgruppe aus Stuttgart habe sich nicht an den Vertrag gehalten, hieß es von der Stadt.
Der Bauantrag lag laut Stadt zwar fristgerecht vor, sei aber nicht genehmigungsfähig gewesen. Es hätten wichtige Unterlagen wie ein Brandschutzkonzept gefehlt. Der Wetteraukreis bestätigte der hessenschau am Dienstag, dass mehrere Unterlagen nicht eingereicht worden seien. Deshalb habe der Fachdienst Bauordnung den Antrag nicht abschließend prüfen können.
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00:40 Min.|Katharina Wagner
Stadt befürchtete bis zu 1,5 Millionen Euro zusätzliche Kosten
Niddas Bürgermeister Thorsten Eberhard (CDU) erklärte auf hessenschau-Anfrage: „Interspa hat uns gesagt, sie gehen in dem Projekt nur weiter, wenn wir uns an weiteren Kosten für den Bauantrag beteiligen.“ Das habe aber nicht im Vertrag gestanden. Laut Vertrag hätte Interspa die Planungskosten allein tragen sollen.
Hätte Nidda zugestimmt und sich an den Planungskosten beteiligt, hätte das die Stadt rund eine bis anderthalb Millionen Euro gekostet. „Das ist eine Schätzung von uns“, sagte Eberhard. Die Interspa-Gruppe reagierte bis Mittwoch nicht auf Anfragen der hessenschau.
Abriss kostete bislang 675.000 Euro
Die alte Justus-von-Liebig-Therme in Bad Salzhausen war 2023 geschlossen worden. Sie wurde bereits zum Teil abgerissen, was die Stadt nach eigenen Angaben bislang rund 675.000 Euro gekostet hat. „Der Rückbau war von Anfang an das Ziel“, sagte Bürgermeister Eberhard.
Ursprünglich sollte gar keine neue Therme gebaut werden, sondern ein „Gesundheits-Vital-Zentrum“. Dann habe sich aber mit dem Investor die Chance auf eine neue Therme geboten: „Es wäre sträflich gewesen, es nicht nochmal zu versuchen – aber das hat jetzt nicht funktioniert“, so Eberhard.
Bürgermeister bedauert Aus für die Therme
Die Zusammenarbeit mit dem Investor Interspa beurteilt der Bürgermeister dennoch positiv. Bei der Planung und den ersten Entwürfen habe man gut zusammengearbeitet. Dass der Thermen-Traum nun geplatzt ist, bedauert Eberhard. „Das schmerzt mich sehr, weil es eine große Chance war für den Gesundheitsstandort Bad Salzhausen.“
Zuerst hatte es geheißen, die Ruine solle bis zur Landesgartenschau (LGS) 2027 in der Region Oberhessen zurückgebaut werden. Das werde man nun wohl nicht mehr schaffen, sagte der Bürgermeister: „Wir werden bis zur Landesgartenschau nicht komplett zurückbauen. Wir werden das entsprechend schön kaschieren, sodass man das nicht sehen kann.“
Saunalandschaft und Fitnessbereich waren geplant
Ursprünglich war geplant gewesen, die neue Therme bis zur Landesgartenschau fertigzustellen. Die alten Schwimmbecken hätten saniert werden sollen. Zusätzlich waren ein größerer Saunabereich und Fitnessangebote geplant gewesen.
Ob man zu den alten Plänen eines Gesundheits-Vital-Zentrums zurückkehren werde oder das Areal ganz anders nutzen werde, ist nach Aussage von Bürgermeister Eberhard noch nicht klar. Er will erst einmal die Landesgartenschau abwarten: „Ich glaube schon, dass der Standort mit der LGS aufgewertet wird und dass wir dort noch etwas Neues machen können.“
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/aus-fuer-neue-therme-in-bad-salzhausen-stadt-nidda-kuendigt-vertrag-mit-investor-v1,therme-nidda-100.html


