Die Hessen-SPD hat mit Anteilnahme und Respekt auf den Rücktritt von Parteichefin Bärbel Bas reagiert. Zugleich fordert sie nach Bas‘ Kritik einen menschlicheren Umgang in der Politik.

Die SPD will im Winter eine neue Bundesspitze wählen.
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Hessens SPD-Landesvorsitzender Sören Bartol hat sich nach dem Rücktritt von Parteichefin Bärbel Bas bestürzt gezeigt und sie als bodenständige Politikerin gewürdigt. Vor ihrer Entscheidung habe er „großen Respekt, aber sie macht mich auch ganz persönlich betroffen, besonders vor dem familiären Hintergrund, der zu diesem Schritt geführt hat“, teilte Bartol am Montag mit.
Ähnlich äußerte sich Hessens Vizeregierungschef Kaweh Mansoori (SPD): „Wenn ein persönlicher Verlust das Leben verändert, muss Raum sein für Trauer, für die Familie und für sich selbst.“
Rücktritt nach Tod der Stieftochter
Bas hatte ihren Rücktritt als Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin angekündigt und unter anderem auf den Tod ihrer Stieftochter verwiesen. Nachfolger an der Spitze des Arbeitsministeriums soll der einstige SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz werden.

Bärbel Bas ist von ihren Ämtern zurückgetreten.
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„Bärbel hat die Sozialdemokratie über viele Jahre hinweg geprägt und sich leidenschaftlich für unser Land, für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Partei engagiert“, sagte Hessens SPD-Chef Bartol. Sie sei sich stets treu geblieben: „Sie hat ihre Haltung klar nach außen getragen, ist dabei vor allem aber immer bodenständig und offen auf die Menschen zugegangen.“
Um diese habe sich für Bas alles gedreht, besonders um „diejenigen, die auf einen starken Sozialstaat und eine Politik angewiesen sind, die ihre Lebenswirklichkeit sieht“, ergänzte Bartol, der auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium ist und im Bundestag sitzt.

SPD-Landesvorsitzender Sören Bartol.
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„Leidenschaft und Haltung“
Hessens Wirtschaftsminister Mansoori fügte mit Blick auf Bas hinzu: „Sie hat mit Leidenschaft und Haltung für soziale Gerechtigkeit in unserem Land gekämpft und Politik mit einem klaren Blick für die Menschen gemacht, die auf gute Arbeit, soziale Sicherheit und faire Chancen angewiesen sind.“
Der SPD-Bezirksvorsitzende Hessen-Nord, Thomas Spies, wünschte sich mit Blick auf Bas‘ Verweis auf öffentliche Angriffe gegen sie – auch aus der Union – „dass es jetzt nicht bei Krokodilstränen über den unmenschlichen Umgang in der Politik bleibt, sondern alle den Blick darauf richten, Auseinandersetzungen ehrlicher in der Sache und weniger als Kritik an Personen zu führen“.

Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD).
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Kritik am Kanzler – Merz wehrt sich
Nach dem Tod ihrer Stieftochter habe sie festgestellt, teilte Bas mit, dass sie Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten. „Diese möchte ich mir ausreichend nehmen.“ Darüber hinaus müsse sie „leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden“.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ging in diesem Zusammenhang den Bundeskanzler direkt an. Sie finde es „unanständig von Herrn Merz und denen, die in der CDU mitgemacht haben“, sagte Schwesig dem NDR.
Merz wies die Vorwürfe zurück. Die CDU habe ihr Mitgefühl mit Bas in den vergangenen drei Wochen „immer zum Ausdruck gebracht“. Er selbst habe ihr „auch ausdrücklich geschrieben, dass sie sich bitte für die Zeit, die sie braucht, jetzt auch die Zeit nimmt“. Er habe ihr zudem sein Mitgefühl zum Ausdruck gebracht.
Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/ruecktritt-von-baerbel-bas-hessen-spd-kritisiert-unmenschlichen-umgang-in-der-politik-v1,hessen-spd-bas-100.html


