Die hessischen Sozialhilfeträger haben 2025 deutlich mehr Geld ausgegeben. Besonders stark stiegen die Kosten für die Pflege. Für Asylbewerber gab das Land hingegen weniger aus. Ein Überblick in Grafiken.

Die Ausgaben für Hilfe zur Pflege sind im vergangenen Jahr in Hessen gestiegen.
Bild © picture alliance/dpa | Monika Skolimowska
Die Sozialhilfe wird für Hessen teurer: 2025 haben die hessischen Sozialhilfeträger fast 890 Millionen Euro brutto ausgegeben. Das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch mitteilte. Nicht in der Zahl enthalten sind die Ausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.
Den größten Anteil machte den Angaben zufolge die Hilfe zur Pflege aus. Dafür flossen knapp 512 Millionen Euro – acht Prozent mehr als 2024. Damit entfielen fast 58 Prozent der Sozialhilfeausgaben ohne Grundsicherung auf diesen Bereich.
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01:04 Min. |hessenschau.de (Michelle Goddemeier)
Pflege macht mehr als die Hälfte aus
Auch bundesweit ist die Pflege der größte Ausgabenposten innerhalb der Sozialhilfe ohne Grundsicherung. In Hessen ist ihr Anteil allerdings nicht außergewöhnlich hoch: 13 der 16 Bundesländer geben anteilig mehr Geld für die Pflege aus. In Hamburg sind es beispielweise fast 72 Prozent. Lediglich in Niedersachsen (57 Prozent) und Schleswig-Holstein (54 Prozent) liegen die Werte niedriger als in Hessen.
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Hessen auf Platz fünf im Ländervergleich
Wie hoch die Ausgaben im Verhältnis zu anderen Bundesländern sind, zeigt ein Blick auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Bei den gesamten Sozialhilfeausgaben ohne Grundsicherung lag Hessen 2025 mit fast 890 Millionen Euro auf Platz fünf.
Mehr gaben Nordrhein-Westfalen mit 2,4 Milliarden Euro, Bayern mit 1,7 Milliarden, Baden-Württemberg mit 1,1 Milliarden und Niedersachsen mit 915 Millionen Euro aus. Dabei sind die Länder allerdings unterschiedlich groß. Die absoluten Summen allein sagen deshalb wenig darüber aus, wie stark die Sozialhilfe einzelne Länder belastet.
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Hessen weit vorne bei Hilfe zum Lebensunterhalt
Heraussticht Hessen bei einzelnen Hilfearten. Für die Hilfe zum Lebensunterhalt wurden 194 Millionen Euro ausgegeben. Damit liegt Hessen im Ländervergleich in absoluten Zahlen auf Platz drei hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern.
Auch prozentual liegt Hessen bei den Ausgaben für die Hilfe zum Lebensunterhalt mit 22 Prozent der gesamten Sozialhilfe-Ausgaben auf Platz drei. In Sachsen-Anhalt (25 Prozent) und Schleswig-Holstein (27 Prozent) liegt der Anteil höher. Diese Hilfe kommt Personen zugute, die ihren notwendigen Lebensunterhalt nicht oder nicht ausreichend aus eigenen Kräften und Mitteln bestreiten können.
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Auch bei Gesundheitszahlungen auf Spitzenplatz
Auch bei den Hilfen im Bereich Gesundheit – zum Beispiel bei Krankheit, Hilfen zur Familienplanung oder Schwangerschaft – liegt Hessen mit 126 Millionen Euro auf Platz drei. Nur die deutlich größeren Nordrhein-Westfalen und Bayern gaben hier mehr Geld aus. Prozentual teilt sich Hessen mit Hamburg den ersten Platz. Beide Bundesländer gaben 14 Prozent dafür aus.
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Stark stiegen in Hessen die Erstattungen an Krankenkassen für die Übernahme von Behandlungen – zum Beispiel für Menschen ohne Krankenversicherung. Dafür wurden 119 Millionen Euro aufgewendet, elf Prozent mehr als im Vorjahr.
Bei den Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten – wie Hilfen zur Ausbildung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes – liegt Hessen sowohl absolut als auch prozentual im oberen Mittelfeld. Insgesamt waren das 2025 etwa 59 Millionen Euro beziehungweise sieben Prozent der Ausgaben.
Weniger Menschen bekommen Hilfe zum Lebensunterhalt
Trotz der gestiegenen Ausgaben ging die Zahl der Menschen zurück, die in Hessen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt erhielten. Ende 2025 waren es über 21.000 Personen und damit drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Knapp zwei Drittel der Leistungsberechtigten waren mindestens 50 Jahre alt.
Anders sieht es bei den Hilfen nach dem fünften bis neunten Kapitel des Sozialgesetzbuchs XII aus. Dazu gehören unter anderem Hilfen zur Pflege und zur Gesundheit. Ende 2025 erhielten rund über 28.000 Menschen solche Leistungen, zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die mit Abstand meisten von ihnen, nämlich rund 24.400 Menschen, bekamen Hilfe zur Pflege.
Das Durchschnittsalter der Leistungsberechtigten lag bei 76 Jahren. Knapp drei Viertel von ihnen lebten in sozialen Einrichtungen.
Gesunkene Ausgaben für Asylbewerberleistungen
Gegenläufig entwickelte sich ein anderer großer Posten der Sozialausgaben: die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Dafür gaben die hessischen Träger 2025 insgesamt 548 Millionen Euro aus. Das waren fast elf Prozent weniger als im Vorjahr.
Auch die Zahl der Menschen, die solche Leistungen bezogen, ging zurück: Ende 2025 waren es 25.700 Personen und somit 16 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Durchschnittsalter betrug 25 Jahre.
Die häufigsten Herkunftsländer der Leistungsempfängerinnen und -empfänger waren die Türkei (26 Prozent), Afghanistan (22 Prozent), Syrien (12 Prozent), Iran (4 Prozent) und Irak (4 Prozent).
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Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/sozialhilfe-in-hessen-pflege-treibt-ausgaben-nach-oben-v1,sozialhilfe-hessen-102.html

