Alkohol und Erbrochenes findet eine Cafépächterin in Darmstadt regelmäßig auf ihrer Terrasse vor. Eine Schutzwand schafft Abhilfe – doch nun gibt es Ärger mit den Behörden.
Die Schutzwand aus Holz stört die Darmstädter Denkmalschützer.
Bild © Mike Marklove (hr)
Schön ist der Blick auf den Woog, Darmstadts beliebten Innenstadtsee – auch von der Terrasse des Woog Cafés in der Beckstraße. Dass die Terrasse bislang offen von der Straße zugänglich war, haben immer wieder Menschen nach Geschäftsschluss ausgenutzt.
Sie ließen sich dort unerlaubterweise nieder – trotz des Hinweises, dass es sich hier um ein Privatgrundstück handele. Videos von Überwachungskameras zeigen, wie sich die ungebetenen Besucher dort breit machen. Besonders ärgerlich: Sie hinterließen häufig Müll, Dreck und Schlimmeres.

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Alkohol und Kotze
„Halbvolle Alkoholflaschen, Kotze auf dem Boden“ – Cafébetreiberin Filiz Seren ist genervt. Jeden Morgen habe sie die Terrasse erst mal gründlich reinigen müssen. Ihren Gästen wolle sie so etwas nicht zumuten, da sei sie sehr pingelig.
Ihrem Geschäftspartner war es irgendwann zu bunt. Er errichtete zusammen mit einigen Helfern eine knapp zwei Meter hohe Holzwand vor der Terrasse als Schutz vor ungebetenen Gästen und ihren Hinterlassenschaften.
Denkmalschutzamt verbietet Schutzwand
Genau das hätte er nicht tun dürfen. Denn der ganze Bereich des Woogs steht inklusive des Cafés unter Denkmalschutz.
„Die ohne denkmalschutzrechtliche Genehmigung errichtete Sichtschutzwand stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, deren Rückbau schon allein im Sinne des Gleichbehandlungsgrundsatzes angezeigt ist“, schreibt das Denkmalschutzamt. Die Wand muss also von Amts wegen wieder weg.
Geländer statt Holzwand?
Filiz Seren gefällt sie auch gar nicht. Die Cafébetreiberin räumt ein, dass die Kommunikation mit ihrem Geschäftspartner in dem Punkt nicht richtig gut funktioniert habe. Sie entfernte erst einmal die oberen Latten der Holzwand, um den Blick auf den See von der Straße aus wieder freizugeben.
Doch das Denkmalschutzamt besteht auf der Entfernung des vollständigen Zauns. „Ich habe etwas wirklich Dezentes, Schönes geplant“, erzählt Seren und denkt dabei an ein filigranes Geländer, wie es schon auf der anderen Seite der Terrasse vorhanden ist.
Die Mühlen des Denkmalschutzes mahlen langsam
„Ich habe darum gebeten, dass sie mir schnellstmöglich etwas vorschlagen oder meine Planung genehmigen“, sagt Seren. Denn ganz ohne Schutz will sie nicht mehr dastehen.
Doch die Behörde wäre keine, ginge es so einfach. „Auch hier ist zu prüfen, inwieweit eine Einfriedung des betroffenen Bereichs aus denkmalschutzrechtlicher wie städtischer Sicht vertretbar ist“, schreibt das Denkmalschutzamt.
Erst einmal soll also die Holzwand weg, dann sieht man weiter. Seren fürchtet, dass dann die nächtlichen Besucher zurückkommen. Für sie wäre das unangenehm. „Die können rein, und ich muss wieder in der Frühe putzen.“ Jetzt hofft sie auf eine schnelle Lösung.
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/darmstadt-kotzschutzwand-am-woog-cafe-sorgt-fuer-aerger-mit-denkmalschutz-v1,woog-cafe-100.html


