Jahrelang verkaufte die Eintracht ihre besten Spieler zu namhaften Topklubs. Doch die meisten floppten. Einer allerdings hat alles richtig gemacht. Hier kommt das Update zu den Rekordabgängen.

Randal Kolo Muani im Trikot von Juventus Turin.
Bild © imago / Gribaudi / ImagePhoto
Die Eintracht verzeichnete in den vergangenen Jahren hochkarätige und lukrative Abgänge. Die meisten fanden ihr Glück nicht unbedingt in der Fremde. Wir geben einen Überblick.
Randal Kolo Muani
Sein Abgang glich einer Herzschlagentscheidung im Sommer 2023. Erst in den letzten Sekunden vor Schließung des Transferfensters wurde der um die 90 Millionen Euro schwere Transfer gen Paris finalisiert. In der französischen Hauptstadt wurde Kolo Muani aber nicht glücklich, nach anderthalb Jahren verlieh ihn PSG zu Juventus Turin. Acht Treffer in 16 Spielen ließen sich durchaus sehen. In der Saison 2025/26 spielte der Angreifer für den englischen Traditionsverein Tottenham, der aber in arge Abstiegsnöte geriet. In der Liga traf der Franzose nur ein Mal, in der Champions League immerhin vier Mal. Im Sommer 2026 wechselte Kolo Muani dann fest für eine Ablöse in Höhe von über 40 Millionen Euro zu Juve. In der laufenden Saison kommt er auf eine Vorlage in fünf Spielen.
Omar Marmoush
Tottenham scheint ein beliebter Klub für ehemalige Topstürmer der Eintracht zu sein. Omar Marmoush, der im Winter 2025 für 75 Millionen Euro zu Manchester City wechselte, läuft nun für die Spurs auf. Manchester hat den Ägypter im vergangenen Sommer für ein Jahr verliehen. In den ersten fünf Pflichtspielen gelang Marmoush dabei kein einziger Treffer. Seine Bilanz bei City liest sich auch nicht annähernd so gut wie bei der Eintracht: 16 Tore in 67 Spielen. In Hessen schaffte er bei fünf Spielen mehr imposante 37 Tore.

Bring him home!
Bild © IMAGO
Hugo Ekitiké
Eine Halbserie lang war „Hugomar“ das Traumduo bei der Eintracht. Kurz nach Marmoush verließ auch Ekitiké Frankfurt in Richtung Insel. Für kolportierte 95 Millionen Euro Ablöse ging es zum Liverpool FC. In einer strauchelnden Mannschaft sorgte Ekitiké immerhin für Lichtblicke, erzielte elf Tore in 28 Ligaspielen. Dann aber riss er sich im Frühjahr im Champions-League-Spiel gegen Paris die Achillessehne und fällt nun bis auf Weiteres aus. Britischen Medienberichten zufolge soll sein Comeback für Ende Dezember angepeilt sein.

Hugo Ekitiké traf natürlich auch gegen die Eintracht – entschuldigende Geste inklusive.
Bild © imago
Luka Jovic
2019 ging einer aus der „Büffelherde“ für wohl 63 Millionen Euro zu Real Madrid. Nach einer kurzen Rückleihe im Jahr 2021 zur Eintracht landete er zunächst in Florenz, dann in Mailand und seit 2025 in Athen. Für AEK hat er nicht nur zwei Tore in den ersten vier Ligaspielen erzielt, sondern auch mit seinem Treffer in der Qualirunde gegen Sofia für die Teilnahme der Athener an der Champions League gesorgt. Gegner in der Ligaphase unter anderem: Manchester City, Dortmund und – damit sich der Kreis schließt – Real Madrid.
Ende der Bildergalerie
Jesper Lindström
Um ein Haar wäre der Däne in dieser Saison wieder in der Bundesliga gelandet, doch Neapel und der FC Schalke konnten sich trotz anberaumten Medizinchecks nicht über die Wechselmodalitäten einigen. Zu Neapel war Lindström im Jahr 2023 gewechselt, die Eintracht hatte für den Europa-League-Helden wohl 30 Millionen Euro Ablöse erhalten. Nach einem Jahr begann die Odyssee von Lindström: Everton, wieder Neapel, Abstieg mit Wolfsburg und nun RB Salzburg.

Bei Jesper Lindström ging es nach der Eintracht steil bergab.
Bild © imago
Willian Pacho
Einen steilen Aufstieg nach seinem Wechsel hat hingegen Willian Pacho gemeistert. 40 Millionen Euro soll Paris für die Dienste des Innenverteidigers hingeblättert haben. Doch anders als beispielsweise Kolo Muani gehört Pacho seither zum unverzichtbaren Stammpersonal von PSG und gewann mit dem Klub zwei Mal die Champions League. Bei der WM lehrte er mit Ecuador die Deutschen das Fürchten. Sein Marktwert hat sich laut transfermarkt.de von 35 Millionen Euro beim Wechsel 2023 auf nun 80 Millionen hochgeschraubt. Pachos Vertrag in Paris läuft noch drei weitere Jahre.

Willian Pacho ist einer der wenigen Lichtblicke.
Bild © IMAGO / Fotoarena
Sébastien Haller
Der zweite Büffel aus der einstigen Frankfurter Herde verließ die Eintracht im Jahr 2019 in Richtung West Ham (für 50 Millionen Euro). Nach einem Zwischenspiel bei Ajax sorgte Haller in Dortmund für Schlagzeilen. Nach seiner Hodenkrebserkrankung feierte er ein Comeback und hätte beinahe mit dem Klub 2023 die deutsche Meisterschaft gewonnen. Im entscheidenden Spiel gegen Mainz verschoss er einen Elfmeter. Nach Stationen in Leganés und Utrecht steht er nun in der japanischen J-League für Sanfrecce Hiroshima auf dem Platz. Bei Instagram ist zu sehen, wie er regelmäßig japanische Köstlichkeiten probiert. Haller lässt es sich immerhin gutgehen.

Ihm geht’s gut: Sebastien Haller.
Bild © IMAGO
André Silva
In der Corona-Saison 2020/21 schoss Silva die Eintracht mit 28 Saisontoren beinahe in die Champions League. RB Leipzig schlug für angeblich 23 Millionen Euro zu, doch dort fand der Portugiese nie mehr zu seiner Form. Real Sociedad, Werder Bremen oder Elche sicherten sich nacheinander seine Dienste, in der Hoffnung auf den „Frankfurter Silva“ – vergebens. Aktuell spielt er wieder in seiner Heimat für den FC Porto, bei dem er seine Laufbahn begonnen hatte. Dort scheint Silva wieder aufzublühen: In den ersten sechs Saisonspielen traf er drei Mal.

Ein Bild aus einer anderen Zeit: Andre Silva und Filip Kostic.
Bild © imago
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/das-wurde-aus-den-monster-millionen-abgaengen-von-eintracht-frankfurt-v1,millionen-flops-sge-100.html

