In der zweiten Runde des DHB-Pokals wartet auf den TV Hüttenberg ein echter Kracher. Der große THW Kiel kommt nach Mittelhessen. Und der TVH glaubt an seine 0,1-Prozent-Chance.

Schafft Hüttenberg gegen Kiel die Sensation?
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So ganz einig sind sich beim TV Hüttenberg, dem mittelhessischen Handball-Zweitligisten, irgendwie nicht. Am Mittwoch (19 Uhr) steigt das ultimative Highlight: DHB-Pokal, zweite Runde, Heimspiel gegen den großen THW Kiel. Ein Ausnahme-Spiel, ein Handball-Fest, viel besser geht es nicht. Oder? „Ich hätte mir einen Gegner gewünscht, bei dem die Chance aufs Weiterkommen größer gewesen wäre. Den THW dann vielleicht erst eine Runde später.“ Tja, der Wunsch von TVH-Geschäftsführer Timm Schneider ist nicht aufgegangen.
Seine Spieler sehen die ganze Sache sowieso anders. „Wir wollten einen attraktiven Gegner – der Plan ist natürlich aufgegangen. Das ist ein schönes Los“, erklärt Hendrik Schreiber. Und Philipp Schwarz ergänzt: „Die Halle wird voll sein. Das wird ein Handball-Fest, wir wollen Spaß haben, es ist für uns ein Zusatz-Spiel.“ Na also, geht doch: volle Vorfreude auf den Kiel-Kracher!

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„Es ist ein besonderer Gegner“
„Der THW Kiel ist für mich der größte Verein in der Handball-Geschichte“, betont Schreiber, der als Kind selbst Fan der Zebras war. „Ich hatte damals zwei Trikots – auch eines von Nikola Karabatic“, berichtet der Rückraumspieler. „Es ist ein besonderer Gegner.“ Wie wahr. Und nun geht es im Pokal im direkten Duell gegeneinander.
Die Rollen sind dabei freilich ganz klar verteilt. Auf der einen Seite die Zweitliga-Handballer aus Mittelhessen, die mit zwei Siegen aus vier Spielen einen ordentlichen Start in die Saison hatten, und auf der anderen Seite der große THW Kiel, Bundesliga-Rekordmeister, Titel-Sammler, Sechster der vergangenen Saison. Klein gegen Groß, David gegen Goliath.
Heimspiel in fremder Halle
„Wir wollen um den Sieg spielen, die Chancen stehen aber bei 0,1 Prozent“, sagt Schreiber offen und ehrlich. „So lange es aber genau diese Chance gibt, wollen wir daran glauben. Wir wollen einfach unangenehm sein und unser bestes Spiel spielen.“ Ähnlich sieht es Geschäftsführer Schneider: „Ich wünsche mir, dass die gesamte Handball-Region zusammenhält und wir die Sensation schaffen.“
Womit Schneider einen weiteren Punkt anspricht. Denn: Gespielt wird nicht in Hüttenberg – sondern beim Rivalen HSG Wetzlar. Ein Heimspiel auswärts, der Pokal-Kracher in fremder Halle. Irgendwie ungewohnt, auch für Schwarz, der schon in der Jugend beim TVH gespielt hat. „Als Kind hätte ich schon eher Wetzlar gemieden“, berichtet er mit einem Lächeln. Nun aber ist auch er davon überzeugt, dass beim Duell gegen Kiel alle hinter den Hüttenbergern stehen werden.
Entscheidung für Hallen-Wechsel schnell gefallen
Und das tut sie am Mittwoch. Die Halle wird brechend voll sein, das ist bereits jetzt abzusehen. Auch wenn es ein Auswärts-Heimspiel ist: Der Heimvorteil dürfte klar zu sehen sein. Die Entscheidung fiel Geschäftsführer Schneider dabei relativ leicht. Direkt nach dem Erstrunden-Erfolg und der anschließenden Auslosung erhielt er mehrere Ticket-Anfragen. Und die wurden immer mehr und immer mehr. „Da war mir schnell klar, dass wir in Wetzlar anfragen“, so Schneider.
Gesagt, getan, nun steigt das absolute Highlight eben ein paar Kilometer entfernt. „Es ist schön, dass wir dort spielen können“, erklärt Rückraumspieler Schreiber. „Uns hilft das.“ Jede Unterstützung können die Mittelhessen gut gebrauchen.
Und vielleicht gehen dann ja tatsächlich beide Wünsche in Erfüllung: ein tolles Spiel mit einem tollen Gegner – und im Achtelfinale dann gleich noch ein toller Gegner. Hüttenberg jedenfalls ist bereit für den absoluten Pokal-Kracher.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/handball/dhb-pokal-so-ruestet-sich-der-tv-huettenberg-fuer-den-kiel-kracher-v1,huettenberg-vor-kiel-100.html


