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Diagnose Depression: In Hessen sind besonders viele Menschen betroffen

Diagnose Depression: In Hessen sind besonders viele Menschen betroffen

Mehr als 750.000 Menschen in Hessen leiden an Depressionen, wie eine Auswertung der Krankenkasse AOK zeigt. Besonders betroffen sind ältere Menschen. Auch regional gibt es Unterschiede.

Frau steht am offenen Fenster und schaut raus. Wir sehen sie von hinten.


Besonders Frauen sind von Depressionen betroffen (Symbolbild).
Bild © picture-alliance/dpa


In Hessen leiden mehr als 750.000 Menschen an einer ärztlich dokumentierten Depression. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Krankenkasse AOK Hessen für das Jahr 2024 hervor. In Hessen sind demnach 13,2 Prozent der Bevölkerung ab einem Alter von zehn Jahren betroffen. Im Bundesvergleich seien die hessischen Fallzahlen überdurchschnittlich hoch.

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Allerdings gibt es den Angaben zufolge deutliche Unterschiede je nach Geschlecht und Alter. Einen ganz besonders hohen Wert erreiche die Zahl der Diagnosen bei Frauen zwischen dem 75. und 79. Lebensjahr: In dieser Altersgruppe sei fast jede dritte hessische Frau betroffen (30,3 Prozent), während bei jüngeren Zielgruppen vor allem Panikstörungen und soziale Phobien im Fokus stehen.

Bei Männern sind vor allem die Älteren von Depressionen betroffen: 21 Prozent der über 90-Jährigen sowie 19 Prozent der 75- bis 90-Jährigen.

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Allgemein wird Frauen über alle Altersklassen hinweg rund doppelt so häufig eine Depression oder Angststörung diagnostiziert wie Männern. Laut AOK gibt es dafür verschiedene Gründe. Zum einen sind Frauen mehr hormonellen Schwankungen ausgesetzt. Zum anderen leiden sie oft unter Mehrfachbelastungen durch Beruf, Haushalt, Kindererziehung und Pflege. Auch traditionelle Rollenbilder spielen demnach eine Rolle.

Unterschiede je nach Landkreis

Die Zahlen sind aber auch stark vom Landkreis abhängig. Die höchste Depressionsrate hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg mit 15,8 Prozent, gefolgt von der Stadt Offenbach mit 15,7 Prozent. Hier sind die Zahlen, auch verglichen mit anderen deutschen Landkreisen, sehr hoch.

Am anderen Ende der Liste stehen hingegen Darmstadt (9,7 Prozent) und der Hochtaunuskreis (9,6 Prozent). Dort werden depressive Episoden im hessischen Vergleich am seltensten diagnostiziert. 

Das lässt sich laut AOK Hessen nicht nur mit der unterschiedlichen Alters- und Geschlechtsstruktur erklären: Wenn man diese Unterschiede herausrechne, lande man etwa für Offenbach bei einem noch höheren Wert. „Hier steigt der Wert für Offenbach sogar auf über 17 Prozent, während er im Hochtaunuskreis bei rund 9,8 Prozent verbleibt“, heißt es in der Mitteilung. Die AOK Hessen sieht den Grund dafür in sozioökonomischen Belastungsfaktoren.

Depressionen und Angststörungen hängen oft zusammen

Die Analysen zeigen zudem eine starke Wechselwirkung zwischen Depressionen und Angststörungen. Regionen mit überdurchschnittlich vielen Angstpatienten weisen demzufolge regelmäßig auch mehr Menschen mit Depressionen auf.

„Angststörungen und Depressionen sind keine Befindlichkeitsstörungen, sondern physiologisch und psychologisch eng verwobene Erkrankungen, die sich gegenseitig verstärken können“, erklärt Christoph-Gérard Stein, Arzt im medizinischen Kompetenz-Center der AOK Hessen. 

Wer unter depressiven Symptomen leidet, findet Hilfe bei Ärztinnen oder psychologischen Psychotherapeuten. 

Weitere Informationen

Hilfe bei Suizidgedanken

Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und auch geheilt werden. Hier finden Sie Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige.

Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei und anonym erreichbar unter der bundeseinheitlichen Telefonnummer: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222.

Um die Anonymität der Anrufer zu wahren, ist die Übermittlung der Rufnummer gesperrt und wird somit in keinem Display der Telefonseelsorge angezeigt. Anrufe bei der Telefonseelsorge werden auch im Einzelverbindungsnachweis nicht aufgeführt.

Auch im Internet kann die Telefonseelsorge kontaktiert werden unter: telefonseelsorge.de

Weitere Informationen zu Hilfsangeboten – beispielsweise Selbsthilfegruppen – finden sich auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: suizidprophylaxe.de

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Redaktion:
Michelle Goddemeier

Sendung:
hr INFO,

Quelle: hessenschau.de, dpa/lhe

Quelle: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/diagnose-depression-in-hessen-sind-besonders-viele-menschen-betroffen-v1,depressionen-hessen-100.html

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