Die Deutsche Umwelthilfe vergibt jedes Jahr Noten für die Dienstwagen-Flotte deutscher Politiker. Die hessische Landesregierung kommt abermals schlecht weg. Nur eine Ministerin kann sich über eine gute Bewertung freuen.
Dienstlimousinen aus verschiedenen Bundesländern.
Bild © picture-alliance/dpa
Lediglich drei Bundesländer werden schlechter eingestuft: Im jährlichen Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ist die hessische Landesregierung auf dem zwölften Platz gelandet – punktgleich mit Thüringen.
Demnach betrug der durchschnittliche reale CO2-Ausstoß der Dienstwagenflotte von Ministern und Staatssekretären zwischen Januar und Juni 2026 175 Gramm pro Kilometer.
Immerhin: Im vergangenen Jahr war Hessen mit Platz 14 noch ein wenig darunter. Damals hatte die Landesregierung das Ranking als ungerechtfertigt bezeichnet. Man wolle den Umstieg auf reine E-Autos aber prüfen – zumindest da, wo der Alltag das zulasse.
Nur ein E-Auto in der Flotte
Unter zwölf von der DUH aufgelisteten Fahrzeugen findet sich 2026 allerdings nur ein reines Elektrofahrzeug: der Dienstwagen der Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann (SPD). Das Fahrzeug bekam als einziges eine grüne Karte für einen realen CO2-Ausstoß von weniger als 93,6 Gramm pro gefahrenem Kilometer.
Auf den größten Ausstoß kommt den Angaben zufolge der Wagen von Wissenschafts- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) mit 202 Gramm pro Kilometer.
Neben dem E-Fahrzeug Hofmanns und den Diesel-Dienstwagen von Ministerpräsident Boris Rhein sowie Innenminister Roman Poseck (beide CDU) besteht der Rest der aufgeführten Flotte aus Plug-In-Hybriden.
Kritik an Hybriden
Hybrid-Fahrzeuge hätten große Verbrennungs- und kleine Elektromotoren, kritisiert die Umwelthilfe. Sie absolvierten nur einen kleinen Teil der Fahrten elektrisch, beim Gros der Fahrten werde auf spritdurstige Verbrennungsmotoren zurückgegriffen.
Dennoch stellten Plug-In-Hybride mit 42 Prozent den größten Anteil der Dienstwagen deutscher Spitzenpolitikerinnen und -politiker, monierte die DUH.
Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge sei dagegen im Vergleich zu 2025 sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene zurückgegangen und liege bei insgesamt 36 Prozent.
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Keine grüne Karte für die Länder
Laut Dienstwagen-Check überschreiten bundesweit 160 von 249 Dienstwagen mit ihrem realen CO2-Ausstoß den EU-Flottengrenzwert.
Im Ländervergleich kommen demnach Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein am besten weg. Sie bekamen zumindest eine gelbe Karte von der DUH. Die grüne Karte bekommt kein einziges Bundesland.
Schlusslichter sind wie im Vorjahr Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die dortigen Landesregierungen verzichten demnach vollständig auf batteriebetriebene Dienstwagen.
Folgende Ausstoß-Werte legt die DUH bei ihrer Bewertung zu Grunde:
- Grüne Karte ≤ 93,6 g CO2/km
- Gelbe Karte > 93,6 –112,3 g CO2/km
- Rote Karte > 112,3 g CO2/km
Rote Karte? So bewertet die Umwelthilfe
Folgende Ausstoß-Werte legt die DUH bei ihrer Bewertung zu Grunde:
- Grüne Karte ≤ 93,6 g CO2/km
- Gelbe Karte > 93,6 –112,3 g CO2/km
- Rote Karte > 112,3 g CO2/km
„Völlig absurd“
Insgesamt setzten diese wieder zunehmend auf Dienstwagen mit Verbrennungsmotoren. Das sei im Jahr 2026 völlig absurd, sagte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Die Politikerinnen und Politiker der Bundes- und Landesregierungen verfehlten ihre Vorbildfunktion massiv.
Der Dienstwagen-Check beruht laut DUH-Angaben auf einer Abfrage von Januar bis Juni 2026 unter Amtsträgern, die zum Zeitpunkt der Befragung ihr Amt ausübten. Nicht in die Gesamtwertung aufgenommen wurden sondergeschützte Fahrzeuge, für die es auch aus sicherheitstechnischen Gründen keine Daten gebe – etwa das Auto des Bundeskanzlers.
Sendung:
hr INFO,
Quelle: hessenschau.de, epd, dpa/lhe
Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/dienstwagen-check-der-umwelthilfe-schlechte-noten-fuer-hessens-regierung-v1,2026-dienstwagen-ranking-102.html


