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Diese Hessen holten Medaillen bei der Leichtathletik-EM

Diese Hessen holten Medaillen bei der Leichtathletik-EM

Gesa Krause beweist es noch einmal allen und bleibt trotz Kritik cool. Merlin Hummel schaufelt sich aus seinem Tief. Und ein Duo gewinnt gar zwei Tage in Folge. Hier kommt der Überblick über die strahlenden Sieger aus Hessen bei der Leichtathletik-EM.


Gesa Krause und Olivia Gürth feiern die Medaillen.
Bild © imago / Sports Press Photo


Das Versprechen

Der in Frankfurt lebende Emil Agyekum hatte schon im Juli über 400 Meter Hürden den 44 Jahre alten deutschen Rekord des Hessen Harald Schmid gebrochen, und damit in der Diamond League ordentlich Vorfreude auf die EM in Birmingham geweckt. Agyekum hielt, was er mit seinen Leistungen versprochen hatte. Mit 47,87 Sekunden wurde er bei der EM wieder Zweiter hinter dem abermals überragenden Norweger Karsten Warholm.

Videobeitrag

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Bild © Imago


Ende des Videobeitrags

„Er hat wieder einmal gezeigt, dass er der King ist“, sagte Agyekum anerkennend. „Es war geil, direkt neben ihm zu sein. Ich habe viel Spaß an dem Prozess, Stück für Stück näher an ihn heranzukommen und ihn eines Tages dann auch mal zu schlagen.“

Owe Fischer-Breiholz vom Königsteiner LV wurde Fünfter. „Es war ein Flüchtigkeitsfehler nach dem anderen“, sagte er nach seinem Zieleinlauf. „Ich habe noch nie so eine Enttäuschung verspürt.“ Er musste sich sammeln und sagte in Richtung Agyekum: „Ich freue mich, dass mein Bruder die Medaille geholt hat.“ Trotz allen Ärgers: Fischer-Breiholz ist erst 22 Jahre alt. Mit ihm und Agyekum dürfte sich Hessen auf einige Medaillen in der Zukunft freuen.

Jubel, Zoff, Coolness

Sie ist nicht zu bremsen, Gesa Krause sicherte sich das Triple. Nach 2016 in Amsterdam, 2018 in Berlin und nun 2026 in Birmingham holte sich die 34 Jahre alte Dillenburgerin zum dritten Mal EM-Gold über die 3.000 Meter Hindernis. Die in Frankfurt trainierende Olivia Gürth wurde Dritte. Die 24-Jährige wollte unbedingt bei der Spitzengruppe dabei bleiben, erklärte sie später: „Wenn ich in dieser Gruppe bleibe, behalte ich meine Medaillenchance. Insgeheim habe ich ein bisschen auf eine Medaille spekuliert. Ich wusste: Beim richtigen Rennverlauf kann es passieren.“

Während des Rennens war die lange voranlaufende Lea Meyer gestürzt und hatte in der Folge mit einem Interview, auch in Richtung Krause, für Wirbel gesorgt. „Es ist einem ja bewusst: Gesa will keinen Meter was machen“, sagte Meyer im ZDF. Krause konterte cool: „Ich meine, wer die Führungsarbeit macht, entscheidet sich ja selbst dazu. Und ich persönlich bin einfach nicht so der Frontläufer.“ Sie fügte verständnisvoll hinzu, dass Emotionen zum Sport dazugehörten.

Krause schaffte nach 2024 in Rom ihre zweite Medaille als Mutter, ihre Tochter Lola bekam das erste Küsschen. „Ich bin irgendwie auch stolz auf mein Lebenswerk“, so Krause. Mit etwas Verspätung reagierte auch noch einmal Meyer auf ihre eigenen Aussagen und schrieb in den sozialen Medien: „Gesa ist verdient Europameisterin geworden!!!“   

Der Hammer kommt mit Verspätung

In der Quali hatte Merlin Hummel von Eintracht Frankfurt überhaupt keine gute Form, er schaffte gerade noch so den zehnten Platz. Der Wahl-Frankfurter befand sich in einer Negativspirale. Am ARD-Mikro erzählte er: „Ich habe mich hingesetzt und wollte nach Hause. Ich habe ein Interview gegeben, für das ich mich schäme. Das war ein negativer Zustand, aus dem ich raus wollte.“

Hummel kämpfte sich tatsächlich aus dem Tief heraus, auch dank der Gespräche mit dem Psychologen, der Trainerin, seiner Freundin, aber auch mit Athleten aus anderen Disziplinen. „Die Realität ist: Ich habe das drauf“, fasste Hummel nach den Mutmacher-Dialogen zusammen. So schaffte er mit 81,30 Meter im fünften Versuch die Silbermedaille. Damit bestätigte er die WM-Medaille vom vergangenen Jahr. „Das gibt Auftrieb für die kommenden Wettkämpfe, wir sind erst am Anfang“, meinte Hummel auch zur Zusammenarbeit mit Trainerin Kathrin Klaas in Frankfurt.

Duo schnappt sich Silber bei 4×100 Meter

Auch ohne 200-Meter-Europameister Owen Ansah schafften die Deutschen um den gebürtigen Frankfurter Kevin Kranz und Heiko Gussmann vom Sprintteam Wetzlar die Silbermedaille. Nur Großbritanniens Team war um 19 Hundertstel schneller. Kranz meinte: „Wir haben ein ultra-gutes Race hingelegt.“ Er hatte den unangenehmen Part des Starters, nachdem das Wetter sich kurz vor dem Rennen in Birmingham merklich abgekühlt hatte. „Wir mussten uns irgendwie warm halten“, so Kranz.

Kurvenläufer Gussmann hob die Bedeutung des absenten Ansah hervor: „Owen war beim Endlauf bei uns. Er hat uns Mut zugesprochen und uns zu Silber getrieben. Unser Dank geht auch an ihn.“ Der 22-Jährige sagte, dass er froh sei, bei den Erwachsenen mitzulaufen. „Ich habe einfach mein Bestes gegeben.“ Das Feiern fiel aber dezenter aus, weil für die beiden noch die Mixed-Staffel anstand…

Hessen-Trio in der Mixed-Staffel

Doch die Schonung schien sich für die beiden zu lohnen, einen Tag später holten sie wieder Silber. Aus dem Sprintteam Wetzlar noch mit dabei: Rebekka Haase. Kranz startete und übergab dann an Haase, auch Gussmann überzeugte als Kurvenläufer, bevor Gina Lückenkemper die letzten 100 Meter anging. Am Ende war gegen Großbritanniens überragende Sprinterin Amy Hunt kein Gold mehr drin, doch die Silbermedaille wurde gebührend gefeiert. Die vier schafften mit 40,11 Sekunden deutschen Rekord.

„Wir hatten gestern schon Spaß, jetzt war es unsere Aufgabe, auch den Mädels Spaß zu bescheren. Sie haben es genauso verdient wie wir“, meinte Kranz mit einem Augenzwinkern im Sportschau-Interview. Haase ergänzte: „Wir sind ein großes Staffel-Team, was permanent miteinander agiert. Es macht total Bock.“

Weitere Informationen

Highlights in der Mediathek

Die Leichtathletik-EM war nicht nur aus hessischer, sondern aus deutscher Sicht ein Erfolg. Alle Highlights und Einordnungen gibt es hier im Video-Zusammenschnitt der Sportschau.

Ende der weiteren Informationen

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/mehr-sport/diese-hessen-holten-medaillen-bei-der-leichtathletik-em-v1,hessen-leichtathletrik-em-100.html

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