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FAQ: Das müssen Sie über die Flughafen-Malaria in Frankfurt wissen

FAQ: Das müssen Sie über die Flughafen-Malaria in Frankfurt wissen

Im Frankfurter Stadtteil Schwanheim sind zwei Menschen an Malaria erkrankt. Offenbar wurden sie von Mücken angesteckt, die über den nahen Flughafen eingeschleppt wurde. Wie weit können die Mücken fliegen? Antworten auf diese und weitere Fragen.

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Bild © hr


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Im Umfeld des Frankfurter Flughafens sind zwei Menschen an Malaria erkrankt, wie das Frankfurter Gesundheitsamt Anfang der Woche mitteilte. Beide leben im Frankfurter Stadtteil Schwanheim und arbeiten nicht am Flughafen. Auch waren sie zuletzt nicht in einem Malaria-Risikogebiet.

Das Gesundheitsamt vermutet deshalb, dass die Krankheit durch eine eingeschleppte Anopheles-Mücke übertragen wurde. Bereits im Juli waren sechs Beschäftigte des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt, zwei von ihnen starben.

Wie sind die beiden neuen Fälle bekannt geworden?

Ein Labor informierte das Frankfurter Gesundheitsamt über die positiven Malaria-Nachweise. Dazu sind Labore gesetzlich verpflichtet.

Warum die beiden Betroffenen auf Malaria getestet wurden und welche Symptome sie hatten, teilte das Gesundheitsamt nicht mit.

Was ist Flughafen-Malaria?

Malaria wird durch den Stich weiblicher Anopheles-Mücken übertragen. Die Mücken kommen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor. Die schwerste Form, Malaria tropica, kann lebensgefährlich sein.

Von Flughafen-Malaria spricht man, wenn eine infizierte Mücke aus einem Malaria-Risikogebiet beispielsweise mit einem Flugzeug oder in Fracht nach Deutschland gelangt und hier einen Menschen sticht.

Solche Fälle sind selten. Der letzte Fall am Frankfurter Flughafen vor der aktuellen Häufung wurde 2023 dokumentiert. Malaria ist behandelbar, entscheidend ist, dass die Erkrankung früh erkannt wird.

Ein Flugzeug der italienischen Staatsairline Ita startet am Frankfurter Flughafen über einer Boeing 747-8 der Lufthansa.


In seltenen Fällen reisen auch Anopheles-Mücken mit.
Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)


Wie groß ist das Malaria-Risiko in Schwanheim?

Nach Einschätzung des Frankfurter Gesundheitsamts ist es sehr gering. Neben den beiden bekannten Fällen gebe es derzeit keine weiteren Verdachtsfälle.

Dass die Mücken sich um einen Flughafen in einem Radius von mehreren Kilometern bewegten, geschehe ganz selten, sagt Amtsleiter Tinnemann. „Sie müssen sich vorstellen, wie es Ihnen geht nach einer langen Reise aus einem tropischen Land, dann sind sie erschöpft.“ Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Wie weit können Anopheles-Mücken fliegen?

Normalerweise legen die Mücken etwa ein bis zwei Kilometer zurück, sagt der Tropenmediziner Benno Kreuels vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Bei günstigen Windverhältnissen seien auch deutlich größere Entfernungen bis zu etwa zehn Kilometer möglich.

Die beiden aktuellen Fälle wurden in Schwanheim registriert, laut Gesundheitsamt etwa fünf Kilometer vom Flughafen entfernt.

Allerdings müssen die Mücken nicht unbedingt selbst vom Flughafen bis zu ihrem Ziel fliegen: Sie können beispielsweise auch in Gepäck oder Fracht eingeschleppt werden und erst am Zielort herauskommen.

Mücken können unter anderem Malaria übertragen


Auf den Menschen übertragen wird Malaria durch Anopheles-Stechmücken, wenn diese sich zuvor selbst infiziert haben.
Bild © picture-alliance/dpa


Werden rund um Schwanheim Mücken untersucht?

Das Gesundheitsamt hat Mückenfallen am Flughafen und rund um die Wohnorte der beiden Erkrankten aufgestellt. Die gefangenen Mücken werden nach Angaben der Behörde im Tropeninstitut in Antwerpen in Belgien genetisch untersucht.

So soll unter anderem festgestellt werden, um welche Arten es sich handelt und woher sie stammen. Bisher wurden dabei nach Angaben des Gesundheitsamts keine Anopheles-Mücken gefunden.

Könnten die Mücken noch leben?

Das lässt sich nach Angaben des Gesundheitsamts nicht sicher sagen. Unklar ist auch, ob die beiden Menschen von derselben oder von unterschiedlichen Mücken gestochen wurden. Aufgrund der Inkubationszeit von 7 bis 15 Tagen ist es nicht wahrscheinlich, dass die Mücken noch lange im Rhein-Main-Gebiet leben.

Normalerweise überleben die übertragenden Anopheles-Mücken in ihrer Heimat nur zwei bis maximal drei Wochen, sagt Tropenmediziner Kreuels. Diese Lebensdauer könnten die Mücken auch im deutschen Hochsommer erreichen. Vor allem wenn die Temperaturen so hoch sind wie in diesem Jahr.

Können sich die Mücken in Deutschland vermehren?

Ausgeschlossen ist es laut Experten nicht. Eine kurzfristige Vermehrung ist laut Kreuels theoretisch möglich. Dafür müsste eine weibliche Mücke den Flug überleben und bereits Eier tragen oder sich hier mit einem männlichen Tier paaren.

Dass die Mücke sich dauerhaft in Deutschland ansiedelt, hält der Tropenmediziner aber für unwahrscheinlich. Denn selbst in wärmeren Teilen im Süden Europas gäbe es bis jetzt keine heimischen Anopheles-Populationen.

Gibt es wegen des Klimawandels künftig mehr Fälle?

Flughafen-Malaria könnte unter anderem deshalb häufiger auftreten, weil die Temperaturen steigen. Ein heißer Sommer erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eingeschleppte Mücken in Deutschland länger überleben, sagt Kreuels.

Die Zahl der dokumentierten Fälle in Frankfurt ist bereits gestiegen: Zwischen 1990 und 2010 wurde ein Fall registriert, in den zwölf Jahren danach waren es fünf. Als wahrscheinlich wichtigste Ursache dafür nennt Kreuels aber nicht den Klimawandel sonder den zunehmenden Flugverkehr – insbesondere aus Ländern mit hoher Malaria-Verbreitung wie Kamerun, Ghana und Nigeria.

Der Klimawandel kann zudem die Zahl der Malaria-Erkrankungen in den Herkunftsregionen erhöhen. Dadurch könnten auch mehr infizierte Mücken nach Deutschland gelangen.

Können auch heimische Mücken Malaria übertragen?

Theoretisch ja. In Deutschland gibt es Anopheles-Arten, die grundsätzlich als Überträger infrage kommen.

Einen entsprechenden Verdacht gab es 1997 in Nordrhein-Westfalen. Dort hatten sich zwei Mädchen in einem Krankenhaus mit Malaria angesteckt. Die Erreger waren wohl von einer heimischen Mückenart übertragen worden, die in der Nähe des Duisburger Klinikums gefunden wurde.

Zur selben Zeit wurde dort damals ein Mädchen aus Angola wegen Malaria behandelt. Vermutlich hatte eine Mücke zuerst sie gestochen und dann die beiden Mädchen. So lautet zumindest eine Hypothese.

Worauf sollten Menschen im Umfeld des Flughafens achten?

Das Frankfurter Gesundheitsamt ruft Bürger und Bürgerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen dazu auf, bei Symptomen an Flughafen-Malaria zu denken. Die Diagnose könne per Schnelltest erfolgen.

Mögliche Symptome sind:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Verwirrtheit
  • Krampfanfälle
  • Atembeschwerden

Generell seien „die Frankfurterinnen und Frankfurter nicht durch Malaria gefährdet“, betonte Tinnemann bereits am Montag. Er sprach von einem „außergewöhnlich seltenen Ereignis“. Dennoch richtete das Gesundheitsamt eine Telefon-Hotline unter 069/212-30030 ein, bei der sich die Bevölkerung informieren kann.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/faq-das-muessen-sie-ueber-die-flughafen-malaria-in-frankfurt-wissen-v1,faq-malaria-frankfurt-schwanheim-flughafen-100.html

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