Bei einer Razzia im Kreis Offenbach haben 30 Einsatzkräfte zwei Wohnungen einer Großfamilie durchsucht. Sie soll beim Verkauf hochwertiger Autos betrogen haben. Mehrere Luxuswagen und teurer Schmuck wurden sichergestellt.

Steuerfahnder durchsuchten Gebäude im Kreis Offenbach (Symbolbild).
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Mit einer Razzia im Kreis Offenbach ist die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gegen eine mutmaßlich betrügerische Großfamilie vorgegangen. Gemeinsam mit Polizei und Steuerfahndung wurden am Mittwoch zwei Wohngebäude durchsucht. 30 Beamtinnen und Beamte waren im Einsatz, bei dem zwei Männer festgenommen wurden.
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00:53 Min. |Frank Angermund
Bei der Razzia wurden Beweismittel sowie Vermögenswerte sichergestellt, darunter mehrere hochwertige Fahrzeuge, diverse Luxusuhren und teurer Schmuck. Zwei Spürhunde fanden einen niedrigen fünfstelligen Bargeldbetrag.
Einer der Vorwürfe: Steuer- und Sozialleistungsbetrug
Den Beschuldigten werden Hinterziehung von Umsatzsteuer und Betrug beim Verkauf von gebrauchten Fahrzeugen sowie Sozialleistungsbetrug vorgeworfen.
Der Verdacht richtet sich gegen drei Männer und eine Frau, die Angehörige eines Familienverbands aus dem Rhein-Main-Gebiet sind. Ihnen wird bandenmäßige Hinterziehung von Umsatzsteuer in Höhe von etwa 324.000 Euro vorgeworfen.
Laufleistung bei Luxusautos gefälscht
Sie sollen von Mai 2023 bis April 2026 gemeinsam als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) einen regen Handel mit hochwertigen Gebrauchtfahrzeugen betrieben haben, ohne dem Finanzamt die erzielten Umsätze mitzuteilen oder die fällige Umsatzsteuer zu zahlen.
Einem 30-jährigen Beschuldigten wird zudem vorgeworfen, im März und April 2026 diverse Käufer von Gebrauchtfahrzeugen über die Laufleistung der Fahrzeuge und das Bestehen einer Gebrauchtwagengarantie getäuscht zu haben. Hierdurch soll er insgesamt um etwa 34.000 Euro überhöhte Kaufpreise erhalten haben.
Zwei Festnahmen
Der 30-Jährige mit Wohnsitz im Landkreis Offenbach wurde festgenommen, ebenso ein 45-Jähriger, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat.
Einem 26 Jahre alten Beschuldigten und einer 46 Jahre alten Frau wird zudem vorgeworfen, die Einkünfte aus dem Verkauf von gebrauchten Fahrzeugen nicht dem zuständigen Jobcenter mitgeteilt zu haben. Hierdurch sollen sie seit 2023 zu Unrecht Sozialleistungen in Höhe von etwa 36.000 Euro erhalten haben.
Ermittlungen gegen mehrere Großfamilien
Die jetzigen Festnahmen sind Teil eines umfangreichen Ermittlungskomplexes gegen über 60 Angehörige mehrerer miteinander verbundenen Großfamilien. Dabei geht es um Betrugsdelikte und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Fahrzeughandel. Außerdem um Urkundenfälschungen, Sozialleistungsbetrug und Geldwäsche.
In dem Gesamtkomplex wurden bislang über 3,4 Millionen Euro an Vermögenswerten sichergestellt, darunter Immobilien im Wert von knapp 1,6 Millionen Euro, Fahrzeuge im Wert von über 1,1 Millionen Euro sowie Bargeld und Schmuck im Wert von über 650.000 Euro.
52 Personen bereits verurteilt
Gegen bislang 52 Personen wurden bereits Anklagen erhoben bzw. Strafbefehle beantragt. 52 Personen wurden – teilweise bereits rechtskräftig – zu Geld- und Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren und neun Monaten verurteilt.
Insgesamt verhängten hessische Gerichte in dem Verfahrenskomplex bislang Freiheitsstrafen von 59 Jahren und 6 Monaten. Zudem wurden Einziehungen von Gewinnen aus Straftaten in Höhe von über 2,3 Millionen Euro angeordnet.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/festnahmen-nach-razzia-gegen-grossfamilie-im-kreis-offenbach-v1,festnahmen-betrug-100.html


