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Feuerwehrleute aus Dietzenbach helfen bei Gardasee-Brand: „Haben gemacht, wofür wir da sind“

Feuerwehrleute aus Dietzenbach helfen bei Gardasee-Brand: „Haben gemacht, wofür wir da sind“

Feuerwehrleute aus Dietzenbach helfen bei Gardasee-Brand: „Haben gemacht, wofür wir da sind“

Ein Feuer hat einen Campingplatz am Gardasee verwüstet. Noch vor den örtlichen Einsatzkräften waren vier Feuerwehrleute aus Dietzenbach zur Stelle: Sie verbrachten dort einen Urlaub – und verhinderten wohl Schlimmeres.

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01:03 Min.
|Ivo Marusczyk

Bild © hessenschau.de|
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Seit rund sieben Jahren fährt Thomas Makaryk mit seiner Familie und Freunden im Herbst an den Gardasee, immer an den gleichen Ort, immer auf den gleichen Campingplatz. Dass der Feuerwehrmann aus Dietzenbach (Offenbach) ausgerechnet dort mal einen Einsatz haben würde, hat er wohl nicht erwartet.

Auf dem Campingplatz „Bella Italia“ in Gemeinde Peschiera del Garda am Südufer des Gardasees bricht am frühen Sonntagmorgen ein Feuer aus. Eine Freundin aus seiner rund 30 Menschen umfassenden Reisegruppe habe gegen 5.50 Uhr an den Bungalow seiner Familie geklopft, sagt Makaryk im Gespräch mit dem hr. „Da waren wir noch mitten im Schlaf.“

Sofort „im professionellen Modus“

Als er sieht, dass Teile des Campingplatzes in Vollbrand stehen, schaltet er direkt „in den professionellen Modus“, so Makaryk. „Das ging tatsächlich sehr schnell.“ Gemeinsam mit seinem Sohn Niklas und zwei weiteren Mitreisenden, alle ebenfalls Teil der Freiwilligen Feuerwehr Dietzenbach, macht er sich ein Bild von der Lage.

Sie treffen auf einen verletzten Urlauber, der sich Zutritt zu einem Mobilheim verschaffen will. Dort vermutet er eine Familie mit drei Kindern. „Dabei hat er sich schwerste Verbrennungen zugezogen“, berichtet Makaryk.

Später wird sich herausstellen: Die betroffene Familie aus der Schweiz hat sich gerettet und ist im Getümmel auf dem Campingplatz ausgerechnet bei der hessischen Reisegruppe gelandet. Weil die Feuerwehr und der Rettungswagen noch nicht vor Ort sind, fährt eine Freundin Makaryks sie kurzerhand selbst in ein nahegelegenes Krankenhaus.

„Leichte Raucheinatmung, leichte Brandspuren an den Füßen“, fasst der Dietzenbacher ihren Zustand zusammen. „Sie konnten das Krankenhaus wieder verlassen und wurden am Abend von Familienmitgliedern aus der Schweiz abgeholt.“

Einsatz ohne Schutzkleidung

Die Dietzenbacher Feuerwehrmänner kontrollieren weiter, ob alle Gäste die Mobilheime verlassen haben und suchen Wasserschläuche. „Die örtliche Security hat einen Hydranten, den haben wir genutzt“, erklärt der Feuerwehrmann. „Aber wir hatten keine Schutzkleidung dabei, haben daher einen Angriff aus der Ferne gestartet.“

Auch, um das Feuer fernzuhalten von den Gasflaschen der vor den Mobilheimen bereitgestellten Grills. „Einige Gasflaschen haben Leck geschlagen“, erinnert sich Makaryk“, zwei bis drei sind auch detoniert, aber weit entfernt.“ Insgesamt 20 bis 30 Grills hätten sie weggeräumt.

Drohnenbilder zeigen Ausmaß

Es habe einen Moment gedauert, bis die lokale Feuerwehr mit Rettungswagen eingetroffen sei und übernommen habe. „Sie hatten Schutzausrüstung und viel mehr Wasser als wir, sie konnten tiefer reingehen“, erzählt Makaryk der hessenschau. „Damit war es für uns erledigt.“

Das genaue Ausmaß des Feuers habe er erst hinterher wahrgenommen: Die Flammen zerstörten große Teile des Campingplatzes. Etwa 30 Holzhütten brannten nieder, auf Drohnenaufnahmen war zu sehen, dass drei Bungalow-Reihen in Schutt und Asche liegen. Auch Autos und ein Wohnmobil brannten aus.

Viele Verletzte

Der Campingplatz an Italiens größtem See wird als Fünf-Sterne-Anlage beworben, die vor allem für Familien geeignet sei. „Hier sind hunderte Urlauber“, beschreibt Makaryk.

Viele hätten probiert, sich zu evakuieren und Notwege gesucht. Das habe zwar „nicht super“ geklappt, aber eine Panik sei nicht ausgebrochen. Nach Angaben der italienischen Behörden mussten insgesamt 24 Menschen vor Ort behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden.

Einer von ihnen erlitt schwere Verbrennungen an den Beinen, mehrere andere Kohlenmonoxidvergiftungen. Laut Rettungsdienst wurden sieben Menschen in die Notaufnahme gebracht, darunter die von Makaryk angesprochene Familie aus der Schweiz.

Behörden vermuten Unfall

Der Brand konnte nach Angaben der italienischen Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden. Die Löscharbeiten seien durch Gasflaschen auf dem Campingplatz erschwert worden, hieß es. Ausgebrochen war das Feuer in einem der Bungalows. Die Behörden gehen von einem Unfall aus.

Mindestens die Ausbreitung auf die weiteren Mobilheime habe das Eingreifen der Dietzenbacher Einsatztruppe verhindert, schätzt Makaryk. Das sieht auch der Präsident des Regionalrates von Venetien, Luca Zaia, so.

Auf Facebook bedankte er sich bei der Gruppe und schrieb: „Sie weckten Menschen auf, versuchten, die Flammen zu löschen, entfernten Gasrohre und brachten eine Verletzte ins Krankenhaus, bevor die Rettungskräfte ankamen.“

„Handshake reicht aus“

Ein Lob von so hoher Stelle löse Stolz aus, sagt Makaryk. „Aber wir fühlen uns als Feuerwehr immer als Team: Wir wollten helfen und haben geholfen, so viel wir konnten. Das ist, wofür wir da sind.“

Allzu sehr in die Öffentlichkeit wollen er und seine Kameraden nicht – ein „Handshake mit dem Feuerwehrkommandanten aus der Region“ reiche völlig aus.

Urlaub geht erst mal weiter

Auch von der heimischen Truppe dürfte es mindestens einen Handschlag geben. „Unsere Kameraden sind auch im Urlaub gefordert!“, schrieb die Freiwillige Feuerwehr Dietzenbach, ebenfalls bei Facebook. „Vielen Dank für euren Einsatz unter schwierigsten Bedingungen!“

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Noch geht der Urlaub für Thomas Makaryk und seine Reisegruppe aber weiter. Ihre Mobilheime seien nicht vom Feuer betroffen, sagt er. Der Erholungsbedarf ist nach dem unverhofften Einsatz vermutlich auch noch einmal angestiegen.

Redaktion:
Anna Lisa Lüft und Anja Engelke

Sendung:
hr INFO,

Quelle: hessenschau.de/Ivo Marusczyk, Daniel Bauer, dpa

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/feuerwehrleute-aus-dietzenbach-helfen-bei-gardasee-brand-haben-gemacht-wofuer-wir-da-sind-v2,gardasee-brand-feuerwehr-dietzenbach-100.html

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