Mit dem Herbst beginnt die Erkältungssaison. Besonders die Influenza kann für Risikogruppen heftig verlaufen. Eine rechtzeitige Impfung kann schützen oder für einen milderen Verlauf sorgen. Was Sie dazu wissen müssen.

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04:06 Min.|Jenny Witt
Husten, Fieber und Gliederschmerzen: Zum Start der Erkältungssaison ruft Hessens Gesundheitsministerin Diana Scholz (CDU) dazu auf, den eigenen Impfstatus zu überprüfen und sich rechtzeitig über empfohlene Impfungen zu informieren. Infektionen mit Influenza-, Covid- oder Respiratorischen Synzytial-Viren (RSV) können insbesondere für ältere und vorerkrankte Menschen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe mit sich bringen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden in der vergangenen Infektsaison 2025/2026 deutschlandweit 180 Millionen akute Atemwegserkrankungen registriert. Davon waren laut RKI mehr als 240.000 Influenza-Fälle. Insgesamt 2.216 Betroffene starben. Allein in Hessen wurden laut RKI rund 13.740 Grippe-Fälle gemeldet. In den vergangenen vier Wochen waren es den Angaben nach etwas mehr als 100 Influenza-Fälle, davon 21 in der vergangenen Woche.
Laut aktuellen Erhebungen des RKI senken Grippe-Impfungen das Infektionsrisiko um mehr als die Hälfte. Wer sich dennoch anstecke, habe meist einen milderen Verlauf oder gar keine Symptome, so das RKI. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Impfschutz gegen Influenza.
Wem wird die Grippe-Impfung empfohlen?
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Influenza-Impfung mehreren Personengruppen. Laut einer Übersicht gilt die Empfehlung für:
- generell alle Menschen ab 60 Jahren, ob vorerkrankt oder nicht
- alle Schwangeren; in der Regel wird ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel gegen Grippe geimpft, in Ausnahmen wegen gesundheitlicher Gefährdung ist die Impfung auch schon früher möglich
- Menschen mit erhöhtem gesundheitlichen Risiko, etwa durch chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten
- Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen
- Menschen, die mit Risikopersonen leben oder diese betreuen
- Menschen, die im medizinischen Bereich tätig sind oder viele Kundenkontakte haben
- und Menschen mit Kontakt zu Tieren wie Geflügel, Schweinen oder Wildvögeln
Wo kann man sich impfen lassen?
Impfungen gegen die Grippe bieten neben Hausärzten auch Betriebsärzte und Apotheken an. Die Zahl der Apotheken, die Impfungen anbieten, habe in den vergangenen Jahren stetig zugenommen, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mit.
Wann sollte man sich am besten impfen lassen?
Um rechtzeitig gegen Influenza geschützt zu sein, sollte man sich vor Beginn der Grippesaison impfen lassen, am besten ab Oktober bis spätestens Mitte Dezember, wie die Stiko empfiehlt. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist und dann mehrere Monate hält.
Eine Impfung kann laut Stiko aber auch noch zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle sinnvoll sein. Denn wie lang eine Grippewelle anhält, lasse sich nicht genau vorhersagen. Dauer und Intensität der Grippewelle sind von den verschiedenen Virusvarianten abhängig, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten dominieren.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Die saisonale Grippe-Impfung ist laut RKI in der Regel gut verträglich. Gelegentlich können vorübergehende Erkältungssymptome wie Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Die Beschwerden klingen für gewöhnlich innerhalb weniger Tage wieder ab.
Wer gegen bestimmte Bestandteile von Grippe-Impfstoffen wie Hühnereiweiß allergisch ist, sollte nach einer Alternative fragen. Das RKI weist außerdem darauf hin, dass die Grippe-Impfung keine Influenza-Erkrankung auslöst, da Totimpfstoffe keine Infektionskrankheiten auslösen können.
Wie viele Impfdosen stehen zur Verfügung?
Weil die Influenza-Viren sich jährlich ändern, wird der Impfstoff jedes Jahr an die aktuellen Varianten angepasst. Bevor die Impfstoffe im Herbst auf den Markt kommen, prüft das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die einzelnen Chargen und gibt sie anschließend frei.
Die ersten Freigaben erfolgten schon im August. In der vergangenen Kalenderwoche 40 wurden bereits rund 16,3 Millionen Impfdosen freigegeben, wie das PEI in seiner wöchentlichen Statistik bekannt gab. Die zugelassenen Impfstoffe richten sich gegen zwei Influenza-A-Varianten (A/H1N1 und A/H3N2) und gegen eine Influenza-B-Linie (B/Victoria).
Wer übernimmt die Kosten?
Bei allen, denen die Grippeimpfung empfohlen wird, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Für Privatversicherte gelten ähnliche Regelungen. Vor dem Impfen sollten man dies vorsorglich mit der Versicherung klären. Laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) können sich auch gesunde Menschen unter 60 Jahren ohne Impfempfehlung in einigen Fällen die Kosten bei der Krankenkasse erstatten lassen, dabei könne jedoch auch eine Zuzahlung fällig werden.
Darf man Grippe-Impfung und Corona-Impfung kombinieren?
Eine Kombination der Grippe-Impfung mit anderen Impfungen ist laut Stiko grundsätzlich möglich. So muss demnach zwischen der Grippe-Impfung und einer Corona-Impfung kein Impfabstand eingehalten werden. Beide Impfungen können gleichzeitig verabreicht werden. Allerdings sollten sie jeweils zum Beispiel an unterschiedlichen Armen erfolgen. Außerdem muss man mit einer ausgeprägteren Impfreaktion als bei nur einer Impfung rechnen.
Wie kann man sich außerdem vor der Grippe schützen?
Um einer Influenza-Infektionen vorzubeugen, empfiehlt das RKI neben der Impfung auch Hygienemaßnahmen wie die Hände gründlich zu waschen, in die Armbeuge zu husten und zu niesen sowie Räume regelmäßig zu lüften. Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt außerdem einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Schlaf, um das Immunsystem zu stärken und somit das Risiko für Infektionen zu senken.
Was sollte man bei einer Grippeerkrankung tun?
Bei einer Grippe-Infektion sollte man sich ausreichend Zeit für Ruhe nehmen und viel trinken. Bei hohem Fieber oder anderen schweren Symptomen oder wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage bessern oder sogar verschlechtern, sollte man den Hausarzt kontaktieren. Wer zu den Risikogruppen gehört, sollte sich schon frühzeitig mit dem Arzt oder der Ärztin in Verbindung setzen.
Quelle: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/grippeimpfung-2026-das-muessen-sie-zum-schutz-vor-influenza-wissen—was-die-stiko-empfiehlt-v1,faq-start-grippeimpfung-100.html

