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Hessischer Friedenspreis geht an Armeniens Regierungschef Pashinyan

Hessischer Friedenspreis geht an Armeniens Regierungschef Pashinyan

Der armenische Premierminister Nikol Pashinyan erhält den diesjährigen Hessischen Friedenspreis. Er wird für seinen Einsatz für Demokratie und eine friedliche Lösung des langjährigen Konflikts mit Aserbaidschan ausgezeichnet.


Armeniens Premierminister Nikol Pashinyan bei einer Pressekonferenz.
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|Kathinka Mumme

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Seit seinem Amtsantritt 2018 treibe Premierminister Nikol Pashinyan demokratische Reformen voran und rücke Armenien näher an die EU heran, teilte der hessische Landtag am Donnerstag mit. Armenien ist traditionell eng mit Russland verbunden, orientiert sich unter Pashinyan aber zunehmend in Richtung Europa. Seit 2025 ist das Ziel eines EU-Beitritts in Armenien gesetzlich verankert.

Ausgezeichnet wird der 51-jährige Ex-Journalist auch für seine Politik im Bergkarabach-Konflikt. Die Region war jahrzehntelang zwischen Armenien und Aserbaidschan umkämpft, es kam es zu Gewalt und Kriegen. Im August 2025 einigten sich beide Staaten unter Vermittlung der USA auf einen Friedensvertrag.

„Sichtbares Zeichen für Verständigung“

Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU), die Mitglied im Kuratorium des Friedenspreises ist, erklärte, die Auszeichnung würdige die Fortschritte im Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan. Damit setze man „ein sichtbares Zeichen für Verständigung und die Entwicklung gewaltfreier Perspektiven der Konfliktlösung“. Pashinyan soll den Preis am 18. September bei einem Festakt im Landtag in Wiesbaden entgegennehmen.

Der heutige Premierminister Armeniens war 2018 einer der Anführer der sogenannten Samtenen Revolution. Bei den überwiegend friedlichen Massenprotesten demonstrierten zehntausende Menschen gegen die damalige Regierung. Das führte zum Rücktritt des damaligen Premierministers. Im Anschluss wurde Pashinyan demokratisch ins Amt gewählt. Bei den Parlamentswahlen im Juni dieses Jahres wurde seine Partei namens Zivilvertrag stärkste Kraft.

Kuratorium lobt Einsatz für Gewaltfreiheit

Nikol Pashinyans Kurs als Regierungschef sei in besonderer Weise des Hessischen Friedenspreises würdig, betonte Karl Starzacher, früherer Landtagspräsident und Vorsitzender des Friedenspreis-Kuratoriums. Der armenische Premier setze auf Diplomatie und politische Verhandlungen statt auf eine weitere militärische Eskalation. Das erfordere politischen Mut und Weitsicht, so Starzacher.

Der Hessische Friedenspreis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Albert-Osswald-Stiftung vergeben. Die Stiftung ist benannt nach dem ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten von der SPD, der ihn 1993 begründete. Mit dem Preis werden Menschen geehrt, die sich um Völkerverständigung und Frieden verdient gemacht haben. Im vergangenen Jahr ging er an die kolumbianische Umweltaktivistin Jani Silva.

Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/hessischer-friedenspreis-geht-an-armeniens-regierungschef-pashinyan-v1,hessischer-friedenspreis-104.html

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