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Indien-Reise: Boris Rhein verspricht „Fast Lane“ für Fachkräfte nach Hessen

Indien-Reise: Boris Rhein verspricht „Fast Lane“ für Fachkräfte nach Hessen

Indische Fachkräfte sollen schneller nach Hessen kommen – und hessische Unternehmen bekommen Zugang zu einem rasant wachsenden Absatzmarkt: Mit diesen Versprechen beendet Ministerpräsident Rhein seine Indien-Reise. Gemeinsam mit Wirtschaftsvertretern warb er für Hessen als „Powerhouse Deutschlands“.


Ministerpräsident Rhein (2.v.r.) und sein Minister für Internationales, Pentz (r.), mit dem Gouverneur des Bundesstaates Maharashtra, Jishnu Dev Varma.
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Rückblick auf Indien-Reise des Ministerpräsidenten

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„Hessen ist das Powerhouse Deutschlands.“ Mit dieser Message war Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) seit Montag auf Werbetour durch Indien unterwegs. Es ging um gut ausgebildetete Fachkräfte für den hessischen Arbeitsmarkt, neue Absatzmärkte für die heimische Wirtschaft und mögliche Kooperationen zwischen Unternehmen.

„Indien ist das Powerhouse Asiens, das passt also.“ So formulierte es Hessens Regierungschef in Neu-Delhi zu Beginn der Reise beim Briefing der Wirtschaftsdelegation, die Rhein begleitete.

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|Leonie Rosenthal

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Hessische Unternehmer als „frühe Vögel“

Durch das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien werden große Teile der Zölle auf europäische Waren entfallen oder deutlich verringert. Auf hessischen Wein entfallen beispielsweise aktuell noch 150 Prozent Zoll in Indien. Gegen die Konkurrenz aus Australien hat er damit keine Chance. Durch das neue Handelsabkommen soll der Zollsatz perspektivisch aber nur noch bei 20 Prozent liegen.

Das Abkommen muss erst noch in Brüssel ratifiziert werden, doch Ministerpräsident Rhein suchte jetzt schon den Kontakt nach Indien. Er erklärt das mit einem Sprichwort: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Die Vertreter der hessischen Wirtschaft fordert Rhein deshalb auf, die „frühen Vögel“ in Indien zu sein.

Frankfurter KI-Unternehmer sucht neue Kunden

Auch Daniel Schäfer möchte ein solcher „früher Vogel“ sein. Der Unternehmer aus Frankfurt ist auf der Suche nach neuen Kunden. Seine Firma United Signals hat eine Software entwickelt, die Prozesse mit Hilfe von KI digitalisiert: Etwa in Banken, Versicherungen oder Behörden.

„In Schulen müssen Eltern oft am Anfang des Jahres einen Zettel mit ihren Daten ausfüllen.“ So etwas nennt Schäfer unnötige, händische Datenübertragung. Die will er vermeiden und so das Papier überflüssig machen.

Indien will digitale Infrastruktur exportieren

Als Ministerpräsident Rhein am Dienstag den indischen Handelsminister Piyush Goyal besucht, ist Schäfer als Teil der Wirtschaftsdelegation mit im Raum. „Wir als Unternehmer aus Hessen sitzen dort mit dem Minister einer 1,4-Milliarden-Nation.“ Allein für diesen Termin habe sich die Reise nach Indien gelohnt, sagt Schäfer.

Denn der indische Handelsminister erzählt der Runde von der „Digital Public Infrastructure“ – so berichtet es Schäfer. Das ist ein vom indischen Staat reguliertes, offenes Online-Netzwerk, das die Kerntechnologie für Identität, Zahlungen und Dokumente bereitstellt, auf die sowohl Behörden als auch private Unternehmen flexibel aufbauen können. Indien will diese digitale Infrastruktur in die ganze Welt exportieren und sucht hierfür Partner.

Schäfer sieht darin eine Chance: „Darauf wäre ich ohne diese Reise nie gekommen.“ Mögliche Abnehmer sieht er zum Beispiel in Afrika, denn dort werde in den Verwaltungen noch viel mit Papier gearbeitet.

Indische Fachkräfte für Hessen

Nicht immer sind der Ministerpräsident und die Wirtschaftsdelegation in Indien gemeinsam unterwegs. Während der Minister für Internationales Manfred Pentz (CDU) die Wirtschaftsdelegation begleitet, ist Ministerpräsident Rhein in politischer Mission unterwegs.

Dem indischen Minister für Kompetenzentwicklung und Unternehmertum Chaudhary bietet Rhein eine priorisierte Partnerschaft an, um indische Fachkräfte schneller nach Hessen zu bringen. Dafür will er indische Anträge auf Arbeitserlaubnis immer nach vorne ziehen. Außerdem sollen die Abläufe zentralisiert werden.

Der indische Handelsminister spricht von einer Angleichung der Berufsabschlüsse. „Indien will sich als globaler Fachkräftelieferant aufbauen“, erklärt Rhein. Denn obwohl die indische Wirtschaft Wachstumsraten von rund 7 Prozent jährlich hat, sind viele junge, gut ausgebildete Inder in Ihrer Heimat ohne Perspektive.

Engere wirtschaftliche Zusammenarbeit geplant

In Mumbai unterzeichnen Ministerpräsident Boris Rhein und sein Pendant im indischen Bundesstaat Maharashtra, Devendra Fadnavis, eine Absichtserklärung. In Zukunft will man enger in wirtschaftlichen Fragen zusammenarbeiten, um Unternehmen auf beiden Seiten zu helfen. Maharashtra ist der wirtschaftlich stärkste Bundesstaat Indiens: Hier werden 13,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet.

Der Gouverneur von Maharashtra, Jishnu Dev Varma, hatte deshalb eine Botschaft an die Wirtschaftsdelegation bei einem Besuch der Börse in Mumbai: „Kommen Sie nach Maharashtra, mit Investitionsvorschlägen, Technologie, Fertigung und Ambitionen, sowie Partnerschaften. Und Maharashtra wird sich mit Ihnen als Partner engagieren.“

Zum Abschluss seines Aufenthalts zeigte sich Rhein zufrieden: „Diese Reise ist der Beginn einer langfristig angelegten Partnerschaft, die beiden Seiten große Chancen bietet.“

Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/indien-reise-boris-rhein-verspricht-fast-lane-fuer-fachkraefte-nach-hessen-v2,rhein-indien-100.html

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