Die 16-jährige Joline Herzog aus Hessisch Lichtenau boxt gerade bei der U17-EM in Montenegro. Die Ziele der Nachwuchssportlerin sind hoch – auch nach den Titelkämpfen in Budva.

Boxerin Joline Herzog weilt aktuell bei der U17-EM in Montenegro.
Bild © privat
Audio
01:57 Min.||Robin Niehaus
Wenn Joline Herzog über ihre Leidenschaft für den Boxsport spricht, gerät sie ins Schwärmen. „Das Boxen hat mein Leben gerettet“, sagte die 16-jährige in Gespräch mit dem hr-sport. Durch die Schule sei sie vor gut fünf Jahren zu ihrem Sport gekommen. „Ich hatte in der 5. Klasse Konzentrationsprobleme und war sehr hyperaktiv. Da meinten sie, ich solle ein Anti-Aggressions-Training machen.“ Herzog ging zum Boxen – und blieb dran.
Erster EM-Kampf am Mittwoch
Inzwischen ist sie auf ein Sportinternat in Heidelberg gewechselt und trainiert aktuell meistens zweimal am Tag. Das Ziel der harten Arbeit zuletzt: Die U17-EM in Budva in Montenegro, die vor einigen Tagen begonnen hat. Für Herzog startet sie am Mittwochnachmittag mit dem Kampf gegen die Ukrainerin Kateryna Moroz. Die Hessin geht das sehr selbstbewusst an. „Ich will auf jeden Fall den ersten Platz erreichen. Das ist ein realistisches Ziel, für das ich kämpfe.“ Moroz als amtierende Europameisterin sei allerdings „eine gute Gegnerin“.
Doch Herzog schuftet mit ihrem Trainer in der Boxschule Kassel nicht nur für die nahe Zukunft, sondern hat noch ganz andere Pläne. „Es ist ganz sicher das Ziel, die Beste auf der Welt zu werden. Und auf jeden Fall Olympia 2032, wenn nicht sogar schon 2028.“ Die Begeisterung ist bei der 16-Jährigen auf jeden Fall zu spüren. „Ich habe sehr viel Spaß am Boxen und der Ring ist einfach mein Zuhause. Es macht einfach unendlich viel Spaß, immer wieder diese Herausforderungen anzunehmen.“
Herzog tritt selbstbewusst auf
Entsprechend selbstbewusst tritt Herzog dann auch im Ring auf – „weil ich weiß, was ich kann“. Sie beschreibt sich selbst als universelle Boxerin: „Ich kann Druck boxen, ich kann Distanz boxen, ich kann kontern.“ All diese Eigenschaften will sie bei den Europameisterschaften in Budva zeigen und sich für weitere Großereignisse empfehlen.
„Ich bin froh, dass ich hier bin und dass ich das so durchgezogen habe“, sagte sie mit Blick auf ihren bisherigen Werdegang. „Es macht mich stolz, weil es nicht einfach ist. Wenn es einfach wäre, würde es ja jeder machen.“ Dass sie dabei in einem männerdominierten Sport unterwegs ist, macht ihr nichts aus – im Gegenteil: „Wenn ein Junge oder ein Mann der Meinung ist, er ist besser, dann bin ich bereit für ein Sparring.“
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/mehr-sport/joline-herzog-bei-u17-em-das-boxen-hat-mein-leben-gerettet-v1,joline-herzog-100.html

