Ein 20-jähriger Mann, der in Verbindung mit einem Datenleck festgenommen wurde, das Tausende von Menschen in Deutschland betraf, hat gegenüber der Polizei gestanden, wie der Bundesanwalt des Landes, Georg Ungefuk, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden sagte. Unter den Betroffenen waren Hunderte von Politikern und öffentlichen Persönlichkeiten, bei denen persönliche Daten und Dokumente veröffentlicht wurden. Der Verdächtige wurde im Bundesland Hessen festgenommen und gab an, alleine gehandelt zu haben.
Die Ermittlungen haben bisher keine Beweise für eine Beteiligung Dritter erbracht. Der Mann wurde aufgrund fehlender Haftgründe am Montagabend freigelassen, aber Beweismaterial wie Computer wird noch ausgewertet. Als Reaktion auf das Datenleck kündigte der deutsche Innenminister Horst Seehofer an, dass er daran arbeiten werde, in Zukunft sicherere Maßnahmen zum Schutz von Daten zu implementieren, einschließlich eines neuen IT-Sicherheitsgesetzes. Trotz dieser neuen Gesetze würden weiterhin Herausforderungen bestehen, so Seehofer.
Einzelheiten zum Datenleck wurden von Regierungssprecherin Martina Fietz am Freitag bekannt gegeben. Deutsche Politiker auf allen Ebenen waren betroffen, darunter auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, obwohl keine sensiblen Informationen aus Merkels Büro veröffentlicht wurden. Es ist nicht das erste Mal, dass deutsche Politiker angegriffen werden. Bereits im vergangenen Jahr wurde das deutsche Regierungsnetzwerk, einschließlich des Auswärtigen Amtes, Ziel eines Cyberangriffs, und 2015 wurden pro-russische Hacker für eine Reihe von Cyberangriffen verantwortlich gemacht. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dieser Vorfall mit früheren verglichen werden kann.


