Der Rhein führt so wenig Wasser wie nie. Das hat auch Folgen für den Straßenverkehr. So dürfen in Hessen Lastwagen weiter ausnahmsweise an Sonn- und Feiertagen fahren. Probleme machen erhöhte Schadstoffwerte in den Gewässern.

Wegen des anhaltenden Niedrigwassers haben viele Bundesländer das Sonntagsfahrverbot für Lkw ausgesetzt.
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Die Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lastwagen sind bis Ende Oktober verlängert worden. Das hat das Verkehrsministerium in Wiesbaden mitgeteilt. Grund ist das Niedrigwasser in den Flüssen.
Deshalb können Schiffe nur noch wenig Fracht laden, viele Lieferketten werden dadurch gestört. Auch andere Bundesländer haben die Ausnahme verlängert, unter anderem Rheinland-Pfalz und das Saarland.
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00:29 Min.|hessenschau.de (Nina Röhrich)
Die Pegelstände am Rhein liegen immer noch auf historischem Tiefstand. Bei Worms, auf Höhe von Bürstadt (Bergstraße), betrug der Wert am Mittwochmorgen minus 30 Zentimeter.
Ein negativer Pegel bedeutet, dass der Wasserstand unter einen festgelegten Nullpunkt am Ufer fällt. Der Pegel gibt den Abstand zu diesem Nullpunkt an und nicht zum Flussboden. Die Fahrrinne bei Worms ist bei einem Pegel von Null beispielsweise noch etwa 1,90 Meter tief. Der Pegel in Worms gilt als Richtpegel für die Beurteilung der Abflussvorgänge des Rheins, also für die Wassermenge, die in einer bestimmten Zeit fließt.
Regen in Sicht
Damit die Flüsse sich wieder füllen, ist Regen dringend nötig. Mit einem Wetterwechsel ist am Mittwoch zunächst noch nicht zu rechnen, doch zur Wochenmitte setzt er ein. Schon in der Nacht zum Donnerstag ist örtlich etwas Regen möglich.
Am Donnerstag kommt von Westen dann Regen mit Schauern und Gewittern. Örtlich kann es nach der Vorhersage der Meteorologen auch teils mehrstündigen Starkregen geben.
Mehr Schadstoffe in Gewässern
Der Regen könnte auch dafür sorgen, dass ein anderes Problem entschärft wird, auf welches das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hinweist.
Das extrem niedrige Wasser habe in vielen Flüssen in Hessen zu einer höheren Belastung mit Schadstoffen geführt. Hintergrund sei, dass weiter Abwässer in die Flüsse geleitet würden, etwa aus Kläranlagen. Bei Niedrigwasser würden sie aber weniger verdünnt.
Kläranlagen entfernten zwar die meisten Abwasserinhaltsstoffe. Schwer abbaubare oder dauerhafte Stoffe wie Arzneimittelrückstände, Industriechemikalien und Süßstoffe gelangten dennoch in die Gewässer, hieß es in einer Mitteilung des HLNUG. Langfristig könne das Folgen für Lebewesen im Wasser haben.
Tomatenpflanzen im Rhein
Erstaunliche Folgen hat das Niedrigwasser in Eltville (Rheingau-Taunus). Im freigelegten Boden des Rheins wachsen dort Tomaten-Pflanzen. An den Sträuchern hängen grüne und teils auch reife, rote Früchte.
Wie die Tomaten dort hingekommen sind, ist nicht ganz klar. Möglicherweise wurden Samen mit Gartenabfällen über den Sülzbach in den Rhein gespült.

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Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/negativer-rhein-pegel-hessen-verlaengert-ausnahmen-vom-lkw-fahrverbot-v1,niedrigwasser-folgen-100.html



