Beim Bahnfahren im Rhein-Main-Gebiet sollen Pendler in Zukunft deutlich seltener rotsehen: Knapp 100 Züge der alten Baureihe bekommen sowohl ein neues Gewand als auch ein verändertes Innenleben. Mit der Zwei-Klassen-Gesellschaft ist dann Schluss.

Alles glänzt, so schön neu – Blick in eine generalüberholte S-Bahn im Frankfurter Hauptbahnhof.
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Abschied vom klassischen DB-Rot: Etwa jede zweite S-Bahn im Rhein-Main-Gebiet bekommt ein neues Design, wie die Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) am Montag erklärten.
Nach dem aktuellen Zeitplan sollen bis zum Sommer 2029 alle 98 Fahrzeuge der Baureihe ET430 modernisiert werden. Die ersten umgestalteten Züge sollen laut Bahn und RMV Ende Oktober auf den Linien S1, S4, S8 und S9 unterwegs sein.
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00:39 Min.|Roman Warschauer
Mehr Platz für Pendler
Außen sind die Züge nicht mehr rot, sondern weiß mit blauem Streifen und grüner Front. Noch stärker fällt die Veränderung im Innenraum aus. Helle Farben, Holzoptik und eine neue Raumaufteilung sollen die Züge freundlicher wirken lassen.
Vor allem aber sollen die Züge mehr Menschen aufnehmen können. Nach Angaben von RMV und Bahn steigt die Kapazität um rund 15 Prozent.
Keine 1. Klasse mehr
Von einem „neuen Zeitalter“ sprach der RMV-Vorsitzende Knut Ringat bei der Vorstellung im Frankfurter Hauptbahnhof. Etwas zurückhaltender formulierte es Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD): „Ich freue mich für die vielen Fahrgäste, dass sie künftig mit modernisierten Fahrzeugen noch besser unterwegs sind.“

Abfahrt in ein „neues Zeitalter“? Die neue S-Bahn verlässt den Frankfurter Hauptbahnhof.
Bild © RMV/Sven Moschitz
Die Modernisierung dürfte nicht bei allen Fahrgästen nur Begeisterung auslösen. Wer bislang auf einen Platz in der 1. Klasse hoffte oder seine Tasche gern auf die Gepäckablage wuchtete, muss umdenken.
Das sind die größten Änderungen beim neuen S-Bahn-Design
- Es gibt keine 1. Klasse mehr
- Die Gepäckablagen sind verschwunden. Weil die Sitze „schweben“, ist darunter Platz für Gepäck
- Trichterförmige Eingangsbereiche sollen mehr Platz zum Ein- und Aussteigen bieten
- In jedem Wagen gibt es 34 Steckdosen
- Statt Halteschlaufen von der Decke gibt es Haltegriffe auf Handhöhe
- Für Radfahrer gibt es einen Bereich, wo man das Rad schräg mit dem Vorderrad in die Wand schieben kann
- Entlang mancher Fenster gibt es Klappsitze, vor denen weitere Fahrräder, Kinderwagen oder Rollstühle stehen können
- Die Displays sind größer, sie zeigen zeitgleich mehr Informationen auf den Bildschirmen

Auch der Oberbürgermeister kam zur Vorstellung: Mike Josef (SPD) neben einer der neuen S-Bahnen. Links im Hintergrund: Die bisherigen roten Bahnen.
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Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/neue-s-bahnen-im-rhein-main-gebiet-1-klasse-raus-steckdosen-rein-v1,s-bahnen-redesign-100.html

