Noch nie führte der Rhein so wenig Wasser wie aktuell. Die Fähre bei Trebur-Kornsand kann deswegen nicht fahren und kämpft ums Überleben. Ein Bagger ist dabei der letzte Strohhalm.

Ein Spezialbagger versucht seit Tagen, die Fährrinne bei Trebur-Kornsand wieder freizuschaufeln.
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00:39 Min.|Anna Vogel
Seit Freitag fährt in Südhessen ein Bagger mitten durch den Rhein – oder durch das, was noch vom Rhein übrig ist. Das Spezialgerät soll die Fahrrinne für die Fähre „Landskron“ zwischen Trebur-Kornsand (Groß-Gerau) und Nierstein in Rheinland-Pfalz freischaufeln.
Weil der Rhein so wenig Wasser führt wie seit mindestens 200 Jahren nicht, musste die Fähre am vergangenen Donnerstag ihren Betrieb einstellen. Ob das Baggern Abhilfe schafft, ist völlig unklar. Aber dem Fährbetrieb bleibt keine Alternative – der Bagger ist der letzte Strohhalm.

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„Es ist ein absolutes Desaster“, sagt Fährkapitän Michael Bleul, der die Baggeraktion seit Freitag vor Ort begleitet, am Montagmorgen der hessenschau. „Wir haben keine Einnahmen, dafür aber hohe Ausgaben“, klagt er. Normalerweise transportiert die Fähre an einem Tag rund 300 bis 400 Autos von einem Ufer ans andere.
Cornelia Dries, Geschäftsführerin der Rheinfähre Landskron GmbH, wählt ähnlich deutliche Worte, sie spricht von einer „Katastrophe“. Mehrere Tausend Euro koste allein der Bagger am Tag, parallel liefen die Personalkosten für zwölf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Vollzeit weiter. „Wir bekommen keine Unterstützung, das müssen wir alles selbst tragen.“
„Das gab es noch nie“
Genaue Zahlen nannte Dries nicht, aber aus ihren Ausführungen wird klar: Für die Fähre Landskron geht es ums wirtschaftliche Überleben. Deswegen macht der Bagger auch weiter. „Wir haben keine Alternative“, sagt Dries, die sich nicht erinnern kann, schon einmal solch eine Situation durchgemacht zu haben: „Das gab es über so einen langen Zeitraum noch nie.“

Der Bagger rückte bereits am Freitag an.
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Der Bagger war angerückt, nachdem der Rhein am Donnerstag auf einen historisch niedrigen Pegel gefallen war und die Fähre nicht mehr in Kornsand anlegen konnte. Am Donnerstag betrug der für die Fähre relevante Pegel bei Worms minus 26 Zentimeter, am Montag waren es am Mittag minus 24 Zentimeter. Aber laut Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz soll der Pegel in den nächsten Tagen wieder sinken.
Ursprünglich hatten Bleul und Co. gehofft, schon am Samstag wieder fahren zu können, allerdings hatte die Baggerei nicht die erhoffte Wirkung. „Wir haben damit angefangen, also machen wir auch weiter. Wir müssen es versuchen“, sagt Bleul, der auch keine Alternative sieht. Die einzige Alternative sei der Regen, der die Pegelstände wieder steigen lässt: „Aber da ist nichts in Sicht.“
Die Fähre Landskron ist mit ihren Problemen nicht allein, bei Kaub in Rheinland-Pfalz musste die Fähre ihren Betreib vergangene Woche ebenfalls wegen Niedrigwasser einstellen. Auch die Rheinfähre bei Gernsheim (Groß-Gerau) kann aktuell nur eingeschränkt fahren.
Baggern und hoffen
Bei Kornsand wird am Montag auf alle Fälle noch gebaggert. Am Nachmittag will Landskron-Kapitän Bleul erneut eine Testfahrt absolvieren. Sollte die Fähre wieder anlegen können, will er am Dienstag wieder fahren. Aber selbst dann ist unklar, wie viele Autos die Fähre wird transportieren können.
Klappt das Anlegen nicht, heißt es: weiter baggern und weiter hoffen.

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Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/niedrigwasser-im-rhein-faehre-bei-trebur-kornsand-kaempft-ums-ueberleben-v1,rhein-niedrigwasser-faehre-kornsand-100.html


