Politik

Oberbürgermeister geht in Ruhestand: Hanau verneigt sich vor Claus Kaminsky

Oberbürgermeister geht in Ruhestand: Hanau verneigt sich vor Claus Kaminsky

In Hanau geht Ende des Monats eine Ära zu Ende – die von Oberbürgermeister Claus Kaminsky: Mehr als 30 Jahre lang hat er die Stadt geprägt. Schon jetzt ist er verabschiedet worden.


Claus Kaminsky beim Festakt zu seiner Verabschiedung als Oberbürgermeister.
Bild © picture-alliance/dpa / Florian Wiegand


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Wer öfter mit Claus Kaminsky telefoniert, weiß: Gespräche beendet er gern mit dem Wort „Abschied!“ Einen solchen hat er jetzt bekommen. Mit einer Feier im Hanauer Amphitheater ist Hanaus Oberbürgermeister verabschiedet worden – gut drei Wochen vor dem offiziellen Ende seiner Dienstzeit.

Dienstältester Oberbürgermeister

Rund 600 geladene Gäste waren am Wochenende gekommen: Familie, Freunde, Weggefährten, Menschen aus der Hanauer Stadtgesellschaft und der Politik. In Reden würdigten sie Kaminskys Engagement für die Stadt. „Sein ganzes Leben steht in Verbindung mit dieser Stadt. Er hat Hanau geprägt“, hob zum Beispiel Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hervor und betonte: Kaminskys Abschied sei auch ein Einschnitt für das Land Hessen.

2003 wurde SPD-Politiker Kaminsky erstmals zu Hanaus Stadtoberhaupt gewählt. Damit ist er mit Abstand Hessens dienstältester Oberbürgermeister. Viermal wurde er wiedergewählt, bei allen Wahlen setzte er sich gleich im ersten Wahlgang durch. Das gelang außer ihm bisher niemandem in Hessen. 

Hanau im Wandel

In dieser Zeit hat sich die Stadt gewandelt: Ehemalige Militärgelände der US-Armee wurden unter anderem zu Wohngebieten, die Innenstadt wurde komplett umgebaut, Hanau wurde kreisfrei und offiziell zur Großstadt. All das verbinde man mit dem Namen Claus Kaminsky, so Innenminister Poseck.

„Ich gehe mit dem Wissen, dass wir die Stadt in die richtige Richtung gelenkt haben“, bilanzierte Kaminsky im Gespräch mit der hessenschau. Und offenbar bewerten auch viele andere Menschen in Hanau Kaminskys Arbeit positiv. Sein Nachfolger Max Bieri (SPD) sprach vom „besten Oberbürgermeister, den es gibt“ und erklärte: „Es gibt niemanden, dem ich lieber nachfolgen würde.“

Kaminskys Leistung zeigt sich auch, wenn man ihn in diesen Tagen in der Innenstadt sieht: Immer wieder sprechen ihn Menschen an, schütteln ihm die Hand, danken ihm und wünschen ihm einen schönen Ruhestand. “Das tut einfach gut. Und es zeigt, dass ich mich auch nach dem 1. Oktober noch in der Stadt blicken lassen kann“, sagte der 66-Jährige augenzwinkernd.

„Dankeschön, das war’s“

Der Mann, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, kann auch die eher leisen, versöhnlichen Töne. Das zeigte er nach dem rassistischen Anschlag von Hanau am Abend des 19. Februar 2020. Ein 43-jähriger Deutscher erschoss aus rassistischen Motiven neun Menschen. Im Anschluss tötete er seine Mutter und sich selbst. Am nächsten Morgen sagte Kaminsky die vielzitierten Worte: „Die Opfer waren keine Fremden“ und „Hanau steht zusammen“.

Auch Hinterbliebene des Anschlags kamen zu Kaminskys Abschiedsfeier, bei der er offiziell die Ehrenbürger-Würde seiner Heimatstadt verliehen bekam. Außerdem trug er sich ins goldene Buch der Stadt Hanau ein. Anders als bei Telefonaten endete er dort nicht mit dem Wort „Abschied“, sondern schrieb: „Es war mir eine Ehre, es war mir ein Privileg. Und Ihnen allen wünsche ich ein wunderschönes Leben. Dankeschön, das war’s.“

Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/oberbuergermeister-geht-in-ruhestand-hanau-verneigt-sich-vor-claus-kaminsky-v1,abschied-kaminsky-100.html

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