Eine 88-Jährige wollte ihr Vermögen einem Kloster, einer Kirchengemeinde und ihren Nachbarn überlassen, ihr Notar hatte da aber mutmaßlich eine andere Idee. Er setzte sich als Alleinerben ein – und steht nun vor Gericht.

Der Notar soll sich als Alleinerben eingesetzt haben.
Bild © dpa
Ein Anwalt und einstiger Notar soll sich das Millionenerbe einer 88-jährigen Mandantin erschlichen haben. Der 49 Jahre alte Jurist steht wegen mutmaßlichen Betrugs und Urkundenfälschung ab diesem Dienstag vor dem Landgericht Limburg.
Audio
00:40 Min.|Marc Klug
Die Seniorin wollte ihr Erbe eigentlich einem Kloster, einer Kirchengemeinde und ihren Nachbarn zugutekommen lassen.
Laut Anklage soll der damalige Notar 2023 statt eines Testaments einen unanfechtbaren Erbvertrag mit seiner inzwischen gestorbenen Mandantin aufgesetzt haben. Er habe ein Dokument so manipuliert, dass er Alleinerbe wird – und die Frau dies unterschreiben lassen.
Ein Anwalt als Angeklagter
Das Vermögen der 88-Jährigen habe sich auf mehr als 975.000 Euro sowie eine Immobilie im Wert von 250.000 Euro belaufen.
Die Seniorin stammte nach Angaben des Gerichts aus dem Kreis Limburg-Weilburg und lebte schließlich andernorts in einem Pflegeheim. Das Kloster, dessen Ordensschwestern sie mit Teilen ihres Erbes unterstützten wollte, befindet sich im Rheingau.
Der Angeklagte ist laut dem Landgericht Limburg auf freiem Fuß. Im Ermittlungsverfahren hat sich der Jurist zu den Vorwürfen geäußert.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/prozess-in-limburg-notar-soll-sich-millionenerbe-erschlichen-haben-v1,prozess-millionenerbe-erschlichen-100.html


