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Reaktionen auf PISA-Studie 2026: „Die Ergebnisse sind alarmierend“

Reaktionen auf PISA-Studie 2026: „Die Ergebnisse sind alarmierend“

Die historisch schlechten Ergebnisse der PISA-Studie führen auch in Hessen zu Entsetzen. Die schwarz-rote Landesregierung hat kürzlich ein Bildungschancenpaket zur Verbesserung der Leistungen vorgestellt. Doch Kritiker finden das nicht ausreichend.

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|Nicholas Buschschlüter

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Auf die Ergebnisse der neue PISA-Studie blickt Hessens Kultusminister Armin Schwarz (CDU) mit Sorge. „Die Ergebnisse der PISA-Studie für Deutschland sind alarmierend“, sagte Schwarz am Dienstag in Wiesbaden.

Die neuen Daten der PISA-Studie zeigen, dass die Leistungen der Jugendlichen in Deutschland einen Tiefpunkt erreicht haben. Sowohl bei den Mathe-Kenntnissen als auch im Lesen schneiden Schülerinnen und Schüler so schlecht wie noch nie ab. Eigene Daten für hessische Schülerinnen und Schüler liegen nicht vor.

So schlecht wie noch nie in Mathe und im Lesen

Jeder dritte 15-Jährige in Deutschland hat nicht genügend Lese- oder mathematische Fähigkeiten. In den Naturwissenschaften erreicht ungefähr jeder Vierte nicht das grundlegende Kompetenzniveau. Die Leistungen liegen damit in allen drei Bereichen so niedrig wie noch nie seit Beginn der Untersuchung vor 25 Jahren.

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Was überprüft die PISA-Studie?

In mehr als 90 Ländern weltweit wird in der PISA-Studie getestet, ob 15-Jährige ihr Wissen anwenden können. Die PISA-Studie bewertet nicht Schulnoten oder den gelernten Unterrichtsstoff. Stattdessen wird untersucht, wie gut Jugendliche ihr Wissen im Alltag einsetzen können. Dazu gehört zum Beispiel, Informationen aus einer E-Mail zu verstehen, Preise zu vergleichen oder Daten aus einer Grafik richtig zu interpretieren.

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Wirtschaftsverband sieht Gefahr für spätere Berufe

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) zeigt sich besorgt. „Wenn ein Drittel der Jugendlichen die Basiskompetenzen im Lesen und Rechnen verfehlt und wir in den Naturwissenschaften den Anschluss an die internationale Spitze verlieren, geraten die Grundlagen für Ausbildungsreife, Innovationsfähigkeit und Wertschöpfung am Standort unter Druck“, so Dirk Pollert, der Hauptgeschäftsführer der VhU.

„Auf diese Ergebnisse und Herausforderungen muss reagiert werden“, sagte Kultusminister Schwarz. Das Land verweist auf ein kürzlich vorgestelltes sogenanntes Bildungschancenpaket. Besonders an Grundschulen will die Landesregierung handeln.

Hessen will mit „Bildungschancenpaket“ die Grundlagen verbessern

Erstklässler in Hessen bekommen ab dem Schuljahr 2028/2029 eine zusätzliche Deutschstunde. Damit haben sie künftig sieben Stunden Deutschunterricht pro Woche.

In der dritten und vierten Schulklasse soll außerdem jeden Tag 20 bis 25 Minuten gelesen werden. Zunächst als Pilotprojekt an 100 Grundschulen im zweiten Halbjahr 2026/2027, zwei Jahre später in allen Grundschulen.

Kinder, die Schwierigkeiten in Mathematik haben, sollen zusätzliche Förderstunden in Kleingruppen erhalten. Hinzu kommen feste Übungszeiten für mathematische Grundlagen. Die zusätzliche Mathe-Förderung soll schrittweise eingeführt werden.

Man habe im Bildungschancenpaket die Förderung genau der schulischen Basiskompetenzen in den Fokus genommen, „bei denen deutsche Schülerinnen und Schüler in der PISA-Studie nicht gut abschneiden“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Nina Heidt-Sommer.

Auch die digitale Bildung soll gefördert werden. Ab dem Schuljahr 2027/28 sollen Viertklässler einen Medienführerschein machen. Gleichzeitig wird „KI und Digitale Welt“ in der fünften Klasse zum einstündigen Pflichtfach, ein Jahr später auch in Klasse sechs.

FDP: Mehr qualifizierte Lehrkräfte

Die Opposition forderte wesentlich mehr Anstrengung von der schwarz-roten Landesregierung. Dass die Landesregierung die Basiskompetenzen stärken will, ist laut FDP richtig.

„Diese Erkenntnis kommt jedoch spät. Außerdem ist nicht entscheidend, was Schwarz-Rot ankündigt, sondern was tatsächlich im Klassenzimmer ankommt“, sagte Moritz Promny, bildungspolitischer Sprecher der Liberalen im Landtag. Dafür brauche es ausreichend qualifizierte Lehrkräfte.

AfD fordert Leistungstests und gezielte Nachhilfeangebote

Die AfD verlangt hessenweit flächendeckende Leistungstests in Deutsch, Englisch, Mathematik und den Naturwissenschaften in allen Jahrgangstufen sowie gezielte Nachhilfeangebote.

„Das hessische Bildungswesen muss sich endlich wieder an den Spitzenreitern in den nationalen und internationalen Bildungsvergleichen orientieren, anstatt sich in Mittelmaß und verfehlten Mindeststandards zu verlieren“, so Heiko Scholz, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion.

Grüne wollen mehr individuelle Förderung

Die Grünen forderten von Kultusminister Schwarz mehr Mittel für individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern. „Der Zusammenhang zwischen Schulleistungen und sozialer Herkunft ist in Deutschland nicht nur überdurchschnittlich ausgeprägt, sondern hat sich seit 2015 sogar noch deutlich verschärft“, sagte Daniel May, bildungspolitischer Sprecher der Grünen.

Diese Schieflage werde durch die Kürzungen beim Sozialindex weiter verschärft. May fordert die schwarz-rote Landesregierung deshalb auf, die Kürzungen beim Sozialindex vollständig zurückzunehmen.

GEW: „Wir brauchen Entschleunigung“

Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft besteht noch weiterer Handlungsbedarf. Kinder und Jugendliche hätten immer mehr Schwierigkeiten, komplexe Texte zu erfassen und verstehen.

„Was wir den Schülerinnen und Schülern mühsam beibringen müssen und uns Erwachsenen übrigens auch wieder, ist das Entschleunigen und das tiefgehende Beschäftigen mit einer Materie, weil wir nur so lernen“, sagte Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW, im Gespräch mit der hessenschau.

Hartmann schlägt vor, Lehrpläne zu reduzieren, damit Lehrkräfte mehr Zeit haben sich mit den einzelnen Schülerinnen und Schülern zu beschäftigen.

VhU wünscht sich verbindliche Zielvorgaben

Das „Bildungschancenpaket“ der schwarz-roten Landesregierung reicht auch den hessischen Unternehmerverbänden nicht aus. „Wir erwarten verbindliche Zielvorgaben, nicht nur Absichtserklärungen“, so VhU-Hauptgeschäftsführer Pollert. Für ein neues Pflichtfach „KI und Digitale Welt“ brauche es auch einen entsprechenden Lehrplan und ausgebildete Lehrkräfte.

„PISA 2025 sollte Ansporn sein, gemeinsam an einem Strang zu ziehen“, sagte Pollert. Sicherlich dürften die aktuellen PISA-Ergebnisse auch die hessische Politik nochmal zum Nachregen anregen.

Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/reaktionen-auf-pisa-studie-2026-die-ergebnisse-sind-alarmierend-v1,pisa-reaktionen-100.html

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