Die Krise in der Automobil-Industrie bekommen nun auch Mitarbeitende einer Zulieferfirma in Sinntal zu spüren. Wegen Finanzproblemen soll der Standort in Sterbfritz dicht gemacht werden. Der Bürgermeister hat wenig Hoffnung für die Zukunft.

Der Standort in Sinntal-Sterbfritz (Main-Kinzig) des Automobil-Zulieferers OPmobility.
Bild © Osthessen News / Andreas Bejm
Audio
00:39 Min. ||Aline Krönung
Rund 460 Mitarbeitende des Automobil-Zulieferers OPmobility müssen am Standort in Sinntal-Sterbfritz (Main-Kinzig) um ihren Job bangen. Wegen wirtschaftlicher Probleme prüft das in Frankreich ansässige Unternehmen, die Produktion aus seinem Werk in Osthessen laut Mitteilung an andere deutsche Standorte zu verlagern.
OPmobility plane die Produktion am Standort Sterbfritz einzustellen, erklärte das Unternehmen. Bis Ende des nächsten Jahres soll die Produktion der Karosserieteile schrittweise auf andere Herstellungsorte übertragen werden. So solle die Auslastung verbessert werden.
Vom anvisierten Stellenabbau sind bundesweit Hunderte Arbeitsplätze betroffen, wie es hieß. Neben der Deutschland-Zentrale in München hat OPmobility auch ein Werk in Pappenheim (Bayern).
„Keine Perspektive für Standort Sterbfritz“
Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling (parteilos) bezeichnet die mögliche Schließung des Werks in Sterbfritz als einen „schweren Schlag“ für die Gemeinde und die Region. Der Rathaus-Chef hat nach Gesprächen mit der Werksleitung wenig Hoffnung: „Das Unternehmen sieht wohl keine Perspektive für den Standort Sterbfritz.“
Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren alles getan, um den Standort zu sichern, versichert Henfling. „Wir haben die Genehmigung zur Verbreitung der Werkseinfahrt erteilt, wir haben den Flächennutzungsplan für eine eventuelle Erweiterung geändert.“ Man habe jegliche Unterstützung geleistet. Aber sein Eindruck: „Die Ursachen für die geplante Schließung liegen nicht am Standort Sterbfritz.“
Gründe für den Niedergang der Automobil-Industrie
Der Automobil-Zulieferer reagiert nach eigenen Angaben auf die anhaltende Krise des weltweiten Automarkts. Das Unternehmen nennt mehrere Gründe dafür: Die Fahrzeugproduktion und die Gewinne seien rückläufig. Zudem gebe es Überkapazitäten in Teilen der Automobil-Industrie.
Erschwerend kommt laut OPmobility hinzu: Ein zunehmender Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller, eine anhaltende Inflation und geopolitische Unsicherheiten verschärften die Lage.
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/schwerer-schlag-fuer-sinntal-automobil-zulieferer-opmobility-vor-dem-aus-v1,stellenabbau-autozulieferer-opmobility-100.html

