Bei KeWa Wachenbuchen gibt es ein Platz-Problem der besonderen Art: Weil das Fußballfeld direkt an ein Sperrgebiet grenzt, gehen ständig Bälle verloren. Von der Stadt kommt nur zögerlich Hilfe.

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Mal eben den Ball nach einem verunglückten Schussversuch aus dem angrenzenden Waldstück holen – eigentlich ist das Alltag im Amateurfußball. Der Verein KeWa Wachenbuchen in Maintal hat allerdings ein Problem: An den heimischen Platz grenzt ein Sperrgebiet, das niemand betreten darf. Fliegt dort ein Spielgerät hinein, ist es verloren. „Neulich haben wir in zwei Spielen 15 Bälle verloren. Das ist dann schon recht viel, auch vom Geldwert“, sagte Spieler Flo Seger dem hr-sport. Denn ein Ball kann bis zu 70 Euro kosten.
Training auf der anderen Seite
Seit 2021 sind Teile des Waldes gesperrt, weil die Stadt Maintal dort Munition aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Seit 2022 wird das Gebiet Stück für Stück untersucht. Das Munitionsvorkommen reicht dabei näher an das Stadion heran als zunächst gedacht. „Wir mussten das Sperrgebiet immer wieder anpassen“, sagte Silke Schneider von der Stadt Maintal.
Immerhin: KeWa Wachenbuchen selbst muss wohl nichts befürchten. „Die Plätze wurden nach dem Zweiten Weltkrieg schon mal umgewälzt. Hier wurde jeder Zentimeter schon mal angefasst“, so Rebecca Lautenschläger aus dem Vereinsvorstand. „Hier gibt es nichts mehr, das ist die Hauptsache.“ Die Situation für die Kicker – die Herrenmannschaft spielt in der Kreisoberliga – ist trotzdem angespannt. Die Übungen im Training werden zumeist nicht auf der Waldseite gemacht, um nicht noch mehr Bälle zu verlieren.
Stadt hat kein Geld für höhere Zäune
Die Stadt, die die Spielstätte verpachtet, kann dem Verein kaum unter die Arme greifen. Für höhere Zäune hinter dem Tor fehlt angeblich das Geld. Und nicht nur dafür. „Wir würden uns wünschen, dass Bälle erstattet werden, haben aber schon das Signal bekommen, dass das nicht möglich ist“, so Lautenschläger.
Immerhin: Wenn der Wald weiter untersucht wird, soll der an den Sportplatz grenzende Bereich priorisiert werden. „Wir rechnen damit, dass wir im Frühjahr weiterräumen können. Es braucht alles ein bisschen Vorlauf“, so Schneider. In Wachenbuchen hoffen sie, ihren Ballschwund bis dahin in Grenzen halten zu können.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/sportplatz-wachenbuchen-grenzt-an-sperrgebiet-wo-ein-fehlschuss-richtig-teuer-wird-v1,kewa-sportplatz-100.html

