In Frankfurt hat es in diesem Jahr bisher 46 Tage mit über 30 Grad gegeben. Damit Mensch und Natur weniger unter der Hitze leiden, will die Stadt unter anderem mehr Bäume pflanzen und Parkplätze entsiegeln. Vom Bund und vom Land erwartet sie mehr Unterstützung.
Sprudelnde Brunnenanlage auf dem Goetheplatz in der Frankfurter Innenstadt.
Bild © IMAGO / Daniel Kubirski
In den vergangenen Wochen war es in der Frankfurter Innenstadt teils nur schwer zu ertragen. Der Hitzesommer hatte die Stadt der Hochhäuser fest im Griff. Viele Besucher des Mainfests Anfang August zum Beispiel nutzten dankbar die dort eingerichtete Nebeldusche.
„46 Hitzetage hatten wir in diesem Jahr bisher“, bilanziert Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodriguez (Grüne) am Freitag. An Hitzetagen klettern die Temperaturen auf über 30 Grad. Die Höchstwerte lagen in Frankfurt in diesem Sommer über 40 Grad. Für Zapf-Rodriguez ist klar: „Dieser Sommer war kein Ausrutscher, sondern ein Vorgeschmack auf die Zukunft.“
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02:11 Min. ||Frank Angermund
Sieben kleine Waldbrände
Die abschließende Bilanz des Sommers 2026 in Frankfurt wird erst im Herbst oder Winter erfolgen können. Als positiv bewertet Tina Zapf-Rodriguez zumindest, dass Frankfurt keinen Wassernotstand ausrufen musste und dass es keinen großen Waldbrand gab.
„Dennoch hat es sieben kleinere Brände gegeben“, berichtet Zapf-Rodriguez. 8.700 Quadratmeter Wald seien davon betroffen gewesen. Durch die Hitze der letzten Wochen sähen manche Bäume bereits aus wie im Herbst: teils entlaubt und mit braunen Blättern.
Mehr Grün in den Wohnblocks gefordert
Die Grünen-Politikern bleibt in ihrer Analyse ruhig und sachlich, dennoch klingen ihre Sätze wie eine Alarmglocke. Sie schlägt insgesamt neun Maßnahmen vor, um Frankfurt bis 2031 widerstandsfähig gegen die zunehmende Hitze zu machen.
Vor allem plant die Stadt, mehr Bäume zu pflanzen. „Die 3-30-300-Regel ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben worden“, hält Tina Zapf-Rodriguez fest. Diese Regel bedeutet, dass drei Bäume pro Wohnblock gepflanzt werden sollen, dass es dort einen Grünanteil von 30 Prozent geben soll und der Weg zum nächsten Park nach Möglichkeit nur 300 Meter beträgt.
Die Umweltdezernentin will auch erreichen, dass in den Erhalt der 230.000 bestehenden Bäume in der Stadt und in die Grünanlagen investiert wird. In der Stadtverordnetenversammlung nächste Woche soll beispielsweise über die Erweiterung des Günthersburgparks abgestimmt werden. Zapf-Rodriguez fordert, dass außerdem mehr Flächen in Frankfurt entsiegelt werden. Ihr schweben da unter anderem Parkplätze vor. Mal sehen, was der Koalitionspartner CDU dazu sagt.
Zapf-Rodriguez sieht Koalition in der Pflicht
Weiterhin will die Umweltpolitikerin, dass für mehr Schatten in der Stadt gesorgt wird. Pergolen, Schirme und Bäume sollen auf allen städtischen Plätzen und Kinderspielanlagen installiert werden. Zapf-Rodriguez erwähnt am Freitag auch die Idee, dass öffentliche Gebäude wie Museen oder die Saalbauten im Sommer kostenlos als Kühlorte genutzt werden können. Fest steht bereits, dass im nächsten Jahr fünf Nebelduschen in Frankfurt aufgestellt werden.
Doch etwas zu fordern, ist das eine. Es politisch umzusetzen und es zu finanzieren, ist etwas ganz anderes. „Da wird es Debatten über Prioritäten geben“, ist sich Zapf-Rodriguez sicher. Sie sei aber überzeugt, dass die neue Koalition das Thema ernst nehmen wird.
Da beim Klimaschutz und bei der Klimaanpassung unterschiedliche Ämter und Dezernate betroffen sind, schlägt die Umweltdezernentin noch einen gemeinsamen „Hitze-Topf“ vor. Daraus sollen die hitzelindernden Maßnahmen finanziert werden. Die nächsten Haushaltsdebatten werden zeigen, ob die anderen Parteien der Römer-Koalition (CDU, SPD und Volt) das ähnlich sehen wie die Dezernentin.
Bitte um Hilfen von Bund und Land
Doch Frankfurt allein kann das Klima-Problem nicht lösen, davon ist die Grünen-politikerin überzeugt: „Wir brauchen die entsprechenden Rahmenbedingungen und Unterstützung.“ Zapf-Rodriguez setzt darauf, dass Klimaschutz und Klimaanpassung nicht nur gemeinsam gedacht werden, sondern auch als kommunale Pflichtaufgabe gesetzlich verankert werden. „So dass auch auf Bundes- und Landesebene die Kommunen wirklich ernst genommen und mit entsprechenden Mitteln ausgestattet werden.“
Tina Zapf-Rodriguez setzt darauf, dass in der Frankfurter Stadtverwaltung der Klimaschutz künftig ressortübergreifend angegangen wird. Sie spricht sich für gemeinsame Projektarbeiten diverser Ämter aus. So könnte auch Wissen ausgetauscht werden. Auch wenn im Winter einige Politiker den Sommer 2026 bereits vergessen haben werden, ist sich die Frankfurter Umweltdezernentin sicher: „Der nächste Hitzesommer kommt bestimmt.“
Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/stadt-frankfurt-will-hitzesommer-mit-mehr-baeumen-und-offenen-museen-lindern-v1,hitzesommer-ffm-100.html




