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Unwetter und Starkregen: Genauere Vorhersagen dank Daten aus dem All

Unwetter und Starkregen: Genauere Vorhersagen dank Daten aus dem All

Wen trifft der Starkregen – und wie schlimm? Das sollen Meteorologen künftig genauer vorhersagen können, mithilfe von Daten aus dem All. Das System dahinter ist für ganz Europa wichtig und wurde in Darmstadt entwickelt.

Luftaufnahme, Blick auf Gebäude, die von Hochwasser umgeben sind. Straßen sind überflutet und nicht mehr zu erkennen.


Dank des neuen Systems sollen Meteorologen vor allem gefährliche Wetterlagen wie Starkregen präziser vorhersagen können.
Bild © Boris Roessler


Ob Unwetter, Hagel oder schwere Stürme: Je früher Meteorologen vor gefährlichen Wettelagen warnen können, desto besser. Ein neues System aus Darmstadt soll künftig dabei helfen.

Mit ständig aktualisierten Messdaten aus dem All sollen vor allem kurzfristige Wettervorhersagen präziser werden. Das kündigte die Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (Eumetsat) in Darmstadt an, wo das System am Dienstag vorgestellt wurde. Meteorologen könnten damit Wetterrisiken früher und detaillierter erkennen, sagte Generaldirektor Philip Evans. Bürger, Behörden und Einsatzkräfte könnten so schneller handeln.

Die Daten stammen von Europas erstem meteorologischen Infrarot-Echolot, das am Dienstag seinen Betrieb aufgenommen hat. Es ist an Bord des Satelliten Meteosat-13- untergebracht, der 2025 ins All gestartet ist.

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00:39 Min.
|Anna Vogel

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Dieses Infrarot-Echolot funktioniert vom Prinzip her wie eine Wärmebildkamera, erklärt Eumetsat. Aus einer Höhe von 36.000 Kilometern schickt es alle 30 Minuten aktuelle Messdaten: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Konzentration von Spurengasen wie Ozon in verschiedenen Höhen der Atmosphäre. In Kombination mit Satellitenbildern, die Wolken, Blitze oder Niederschläge zeigen, sollen Meteorologen ein möglichst genaues Bild erhalten.

hr-Meteorologe: „Gespannt, wie es sich bewährt“

Auch hr-Meteorologe Tim Staeger geht davon aus, dass durch diese Daten eine neue Qualität der Vorhersage möglich wird. Besonders bei Gefahrenlagen sei das entscheidend für die Vorwarnzeit: „Genau hier wird wahrscheinlich die Vorhersage verbessert und ich bin gespannt, wie sich das in der Praxis bewähren wird.“

Das Besondere an den neuen Daten sei, dass sie nicht nur die Oberfläche der Atmosphäre von oben zeigen wie herkömmliche Satellitenbilder. „Sondern sie dringen jetzt eben auch in die Tiefenstruktur ein“, so Staeger. Das habe man bisher nur zweimal täglich dank sogenannter Wetterballons gehabt, und nun eben halbstündlich.

Bei Sommer-Gewittern sei es zum Beispiel entscheidend, in welchen Höhen welche Temperaturen und welche Feuchteverteilungen vorherrschten. „Wenn man da alle 30 Minuten sozusagen ein Update bekommt, kann man sehr gut verfolgen, wie sich so eine Gewitterlage verändert – und möglichst auch klar einschätzen, ob sich am Nachmittag schwere Wärmegewitter entwickeln oder eher nicht.“

Herausforderung Datenmenge

Das neue System hat die Eumetsat eigenen Angaben zufolge gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtagentur Esa entwickelt. Das Innovative dabei sei gar nicht die Technologie des Instruments an sich, so Bojan Bojkov, Chef der wissenschaftlichen Abteilung von Eumetsat. Vom Boden aus werde sie schon seit Jahrzehnten genutzt: „Das wirklich Innovative ist der Fakt, dass wir jetzt alle halbe Stunde, 24 Stunden am Tag ganz Europa messen können.“

Eine Herausforderung sei die große Menge an Daten. Diese müssten vom Satelliten zur Erde gebracht und bearbeitet werden. Vor zehn Jahren habe man noch gezweifelt, ob das in einer angemessenen Zeit zu schaffen sei. „Jetzt, mit den schnelleren Computern, mit den schnellen Verfahren und auch teilweise mit künstlicher Intelligenz“, sagt Bojkov, „können wir diese ganzen Sachen sehr schnell bearbeiten.“ Von der Messung bis zum Endprodukt dauere es nun elf Minuten.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/unwetter-und-starkregen-genauere-vorhersagen-dank-daten-aus-dem-all-v1,infrarot-sounder-wettervorhersage-100.html

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